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Klärt die Vertragsverlängerungen! Es steht weit Wichtigeres an...

Es gibt nicht wenige, die darin ein bewusstes Handeln gesehen haben. Auch ich hatte ein wenig das Gefühl, dass sich Ludovit Reis die fünfte Gelbe Karte in Nürnberg mit Absicht…

Klärt die Vertragsverlängerungen! Es steht weit Wichtigeres an...

Es gibt nicht wenige, die darin ein bewusstes Handeln gesehen haben. Auch ich hatte ein wenig das Gefühl, dass sich Ludovit Reis die fünfte Gelbe Karte in Nürnberg mit Absicht abholte, um gegen Braunschweig zu fehlen und danach sicher dabei sein zu können. Im neuen Spieltagsanalyse-Talk sieht Stefan Schnoor das allerdings anders. Der ehemalige HSV- und VfL-Wolfsburg-Profi, der im heutigen Talk das Trainerteam ausdrücklich lobt, glaubt, dass Reis jedes Spiel machen wollen würde – und schon deshalb die Gelbe Karte nicht provoziert habe. Wirklich überzeugt hat mich das aber nicht. Zumal ich ein solches Vorgehen von Reis sogar ziemlich smart fände.

Anders gestaltet sich die Lage bei Davie Selke, bei dem einige zuletzt vermuteten, dass er das Nürnberg-Spiel aus verhandlungstaktischen Gründen geschwänzt habe. Warum? Hier noch einmal die Ausgangslage, die sowohl für Selke als auch für den HSV eindeutig ist: Sein aktueller Vertrag verlängert sich nur automatisch bis 2026, wenn der Stürmer zum einen in 24 Ligaspielen in der Startelf gestanden hat und zum anderen der Aufstieg geschafft wird. Im Umkehrschluss könnte Selke am Saisonende ablösefrei gehen, wenn beide Bedingungen nicht erfüllt sind.

Sollte Selke Freitag ausfallen, entfällt eine Vertragsoption

Um frühzeitig Klarheit zu schaffen, haben beide Seiten schon seit einiger Zeit Gespräche aufgenommen. Geht es nach Selke, wird dabei allerdings schon zu lange ohne Ergebnis diskutiert: „Ich glaube, ich habe meinen Standpunkt klar gemacht. Wir werden sehen, ob wir einen Weg finden – oder auch nicht“, erklärte der Angreifer und kündigte an: „Ich habe mir auch ein Zeitfenster gesetzt. Irgendwann wird es dann von mir eine Entscheidung geben.“

Eine Aussage, die mich ein wenig stutzig macht, da sich Selkes Zukunft unter normalen Umständen eigentlich von selbst geklärt hätte – nämlich dann, wenn er die Saison regulär zu Ende spielt und auf seine 24 Startelfeinsätze kommt.

Meine Haltung zu derlei Verhandlungstaktiken kennt ihr: Ich würde den Verein nie von Spielerforderungen abhängig machen. Soll heißen: Weder Dompé noch Selke sollten Druck auf den HSV ausüben können – zumindest nicht über das normale Maß hinaus. Denn der Wunsch und Bedarf, gewisse Spieler zu halten, ist logisch. Das wiederum schließt nicht aus, dass sich die Spieler so teuer wie möglich verkaufen dürfen. Es ist ein Beruf, kein Hobby. Ebenso versucht der HSV natürlich, seine Topspieler so günstig wie möglich zu halten – beides ist legitim.

Selke's Situation sollte schnell geklärt werden, um Schaden zu vermeiden

So weit, so gut. Zuletzt in Nürnberg fehlte Selke kurzfristig mit Rückenproblemen und einer Erkältung, wie der HSV mitteilte. Und sollte er auch am Freitag gegen Braunschweig im Volksparkstadion nicht in der Startelf stehen, könnte er rein rechnerisch keine 24 Einsätze mehr erreichen. Dann müssten ohnehin neue Gespräche geführt werden – sofern man weiter zusammenarbeiten will. Auch deshalb vermuten einige hier im Blog – und anderswo –, dass Selke sich seine Auszeit bewusst nimmt. Ein Verdacht, der nicht zu belegen ist und aus meiner Sicht daher auch nicht gelten darf. In dubio pro reo.

Dass ausgerechnet Selke nun derjenige ist, der auf einmal Ultimaten setzt, irritiert zumindest ein wenig. Dass er unmittelbar danach kurzfristig ausfällt, hat Verschwörungstheoretiker auf den Plan gerufen – auch wegen der Klausel. Fakt ist: Für alle Seiten wäre es förderlich, hier zeitnah eine klare Entscheidung zu treffen. So – oder so.

Gleiches gilt für Dompé, auch wenn die Situation dort entspannter wirkt und dem Vernehmen nach auf einem guten Weg ist. Einige Kollegen rechnen schon in dieser Woche mit Entscheidungen – ich eher nicht. Obgleich Ruhe hier guttun würde. Denn das Gesamtziel ist wichtiger als Einzelschicksale. Und der HSV ist diesem Ziel nur noch wenige Schritte entfernt.

Einer dieser Schritte ist der nächste – und der ist immer der wichtigste. Diesen Freitag kommt Eintracht Braunschweig, und es gibt nur noch ein paar Restkarten. Die Partie am kommenden Freitag um 18:30 Uhr wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausverkauft sein. Gleiches gilt für das darauffolgende Heimspiel gegen Karlsruhe am 27. April – dafür wurden bereits über 52.000 Tickets abgesetzt. Und dabei sind die Gästekontingente noch gar nicht eingerechnet. Bislang läuft nur der Mitgliederverkauf.

Ganz verrückt wird es vermutlich beim Heimspiel gegen Ulm, wo viele Fans auf eine vorgezogene Aufstiegsfeier hoffen. Aber darüber wollen wir an dieser Stelle noch nicht sprechen.
Erstmal kommt Braunschweig.

In diesem Sinne: Euch allen eine gute Nacht!
Scholle

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