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Kittel darf beim HSV nicht den Hunt-Weg gehen

„Hier ist meine Heimat, meine Familie, meine Kumpels. Hamburg und der HSV sind mein Alles. Ich bin dem Club extrem dankbar dafür, wie man mit mir gearbeitet hat, welche…

Kittel darf beim HSV nicht den Hunt-Weg gehen

„Hier ist meine Heimat, meine Familie, meine Kumpels. Hamburg und der HSV sind mein Alles. Ich bin dem Club extrem dankbar dafür, wie man mit mir gearbeitet hat, welche Möglichkeiten man mir gegeben hat und was ich erreichen durfte.“ Worte von Youngster Josha Vagnoman, die so klingen, wie es der eigene Klub am liebsten hört. Nämlich so, als seien damit alle HSV-Transfergerüchte für die Zukunft endlich einmal komplett im Keim erstickt. Oder doch nicht? „Ich möchte mich weiter­ent­wickeln, besser werden und irgend­wann auch den nächsten Schritt machen. Das ist ja ganz klar, das ist der sportliche Ehrgeiz“, lässt sich Josha Vagnoman in Sachen Karriereplanung ein Hintertürchen offen, „er fügt aber hinzu, dass er alles das am liebsten bei und mit seinem HSV machen würde.

Worte, die im HSV-Medium so klingen, als hätten ihn HSV-Mitarbeiter der Presseabteilung vorformuliert. Aber das sind sie nicht. Denn Vagnoman tickt tatsächlich so, wie er spricht. Der junge Mann, der 23 Spieltage verletzt ausgefallen war und jetzt von einem auf den anderen Moment in einen Rhythmus von zwei Spielen pro Woche reingeworfen wird, bringt ein ungewöhnlich großes Maß an Identifikation mit. Anstatt die ersten Millionenangebote aus dem Ausland und/oder der Ersten Bundesliga anzunehmen, hat sich der junge Spieler selbst dafür entschieden, beim HSV zu bleiben. Er hat daraus keinen Hehl gemacht, weil er kein Mann für große Schlagzeilen sein will. Wer mit Vagnoman spricht oder ihn schon mal zum Interview angefragt hat, der wird wissen weiß, was ich meine.

Die junge Garde beim HSV verspricht viel - und braucht Führung

Und Vagnoman ist damit einer von mehreren jungen Spielern beim HSV, die für eine gute Zukunft stehen. Jonas David hat sich vor einigen Monaten für den HSV entschieden, obgleich er hier in Hamburg keine große Rolle spielte. Auch einen Anssi Suhonen hatte ich hier vor Jahren schon im Rautenperle-Blog als Spieler vorgestellt, der alles mitbringt, um ein vollwertiger Leistungsträger des HSV zu werden. Und der Finne mit der ebenso erschreckenden wie spannenden und letztlich prägenden Lebensgeschichte enttäuscht an keinem Punkt. Er hat sich in seiner verletzungspause intern mit Fleiß hervorgetan und ist ruhig geblieben, als er vom Trainer mal nicht gebracht wurde.

Suhonen, David und Vagnoman machen im Grunde genau das, was man sich von jungen Spielern immer wieder erhofft. Sie haben Geduld, sind unermüdlich fleißig und lernwillig, sie bieten sich sportlich an, sie bekennen sich vollständig zum HSV – und sie bringen sportlich alles mit, um hier ihre Erfolgsgeschichte zu schreiben. Für den HSV – aber vor allem auch zusammen mit ihrem HSV, dem sie ihr eigenes Ego unterordnen. Und für alle, die hier den Trainer immer wieder diskutieren: Er ist nicht allein verantwortlich für diesen positiven, moralischen Umschwung seiner Nachwuchsprofis. Aber er fordert und fördert diesen an jedem Tag von seinen Spielern. Und zwar von den Suhonens, Vagnomans, Davids und Co. ebenso wie von seinen Schonlaus, Mefferts und Kittels – womit ich zum nächsten Punkt komme: Sonny Kittel.

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Denn der Mittelfeldspieler bekommt es gerade von allen Seiten. Weil er nicht performt, was so leider auch stimmt. Auch ich habe in den letzten Wochen mehr von ihm erwartet und gefordert. Und dabei spreche ich nicht von Gala-Formaten wie teilweise in der Hinrunde. In Noten gesprochen würde mir eine konstante Drei schon reichen. Denn Fakt ist, dass Kittel in den letzten Jahren immer wieder angedeutet hat, wie wichtig er in guter Verfassung ist. Er hat bewiesen, dass er ein besserer Fußballer ist als die meisten anderen. Aber er ist im dritten Saisondrittel eben immer auch Verlässlichkeit schuldig geblieben. So, wie in den letzten vier Pflichtspielen auch. Dabei braucht der HSV ihn und seine Kreativität jetzt genau so sehr wie in der Hinrunde. Vor allem aber braucht der HSV auch für die Entwicklung seiner jungen Spieler ein festes und funktionierendes Korsett. Und in diesem hatte Trainer Tim  Walter auch Kittel fest eingeplant. 

Kittel genießt bei Walter 100 Prozent Vertrauen - jetzt ist er dran

Zurecht, wie ich finde, denn der Rechtsfuß ist ein geiler Kicker, der immer die entscheidende Situation im Fuß hat. Er hat ein Talent, das man nicht erlernen kann und kann Und daraus resultiert auch die exponierte Stellung im Team. Wobei man in der Gesamtbetrachtung zweifellos auch Kittels Biographie mit einbeziehen: Denn mit gerade mal 18 Jahren den ersten Kreuzbandriss zu erleiden ist schon ein Handicap. Vier Jahre danach folgte sogar der zweite mit gerade mal 22 Jahren. Und so sehr die Medizin inzwischen auch fortgeschritten ist und Kreuzbandrisse keine Karriereenden mehr erzwingen, für seine ersten Karriereschritte bei der Eintracht aus Frankfurt bedeutete spätestens der zwischenzeitlich diagnostizierte Knorpelschaden im Knie, der ihn insgesamt 454 Tage (!) pausieren ließ, das Aus. Auch deshalb muss Kittel beim HSV nahezu wöchentlich aus dem Training genommen und individuell trainiert werden, um die Belastung so zu steuern. Nicht optimal – aber bislang war Kittel den Verantwortlichen diesen Kompromiss wert.

Und Kittel hat länger gebraucht, um sich diesen Status letztlich auch auf dem Platz zu erarbeiten. Und er hat schon zweimal im Schlussdrittel enttäuscht. Soll heißen: Funktioniert er auch ein drittes Mal in Folge nicht, dürfte es eng werden. Denn dann kann man nicht mehr von einer einmaligen Situation sprechen, sondern muss eine generelle Schwäche anerkennen. Dann wird sich der HSV damit beschäftigen müssen, ob Kittel der richtige Spieler für den Neuaufbau sein kann oder ob der HSV gerade auch in Hinblick auf die Entwicklung seiner Davids, Vagnomans, Vuskovics (wobei ich den Kroaten schon viel weiter sehe) und Suhonens gerade an Kittels Stelle mehr Zuverlässigkeit braucht. Und nur zur Erinnerung: Bei Aaron Hunt hat man den Fehler gemacht, Jahr für Jahr aufs Neue darauf zu hoffen, dass er mal eine ganze Saison das spielt, was er zwischendurch zeigen konnte: Genialen Fußball. Eine wirklich konstante Führung aber konnte auch der erfahrene Edeltechniker Hunt schon ob seiner Fitnessprobleme leider nie bieten. 

Ich hoffe wirklich sehr, dass Kittel nicht diesen Hunt-Weg geht, sondern in den nächsten Wochen wieder in die Spur findet und den HSV führt. So, wie er es in der Hinrunde gemacht hat. Am Ball übrigens ebenso wie im Umgang mit den jungen Spielern, denen er immer wieder gut zusprach und die auf ihn hör(t)en. Denn Kittel ist mannschaftsintern als Typ sehr geschätzt. Aber: Das war Hunt auch. Und am Ende der Saison wird in der Analyse der Faktor Mensch bei der Beurteilung der Spieler zweifellos eine große Rolle spielen. Aber das allein kann und darf nicht entscheiden.

Auch bei Kittel nicht, der das große Glück und den großen Druck hat, sich seinen Vertrag quasi selbst zu sichern. Dafür muss er jetzt aber liefern. Mit einer konstanten Drei wäre ich wie gesagt schon zufrieden. Denn eine Kittel-Drei ist auf Zweitligaebene mehr als viele andere Mannschaften zu bieten habe. Und sie ist tausendmal wertvoller als 10 Einsen mit Sternchen, wenn der Rest Vieren und noch schlechtere Leistungen darstellt. Von daher: Mach et, Sonny! Gib Gas, spiel unbeschwert und mutig auf. Dass Du das kannst wissen alle. Und der Trainer in dieser Saison steht mal absolut und zu 100 Prozent zu Dir. Das macht er mit Worten wie Taten täglich deutlich. Jetzt bist Du dran!

In diesem Sinne, bis morgen. Da wird wieder trainiert. Im Abspann habe ich noch einmal das Thema Bloghygiene, Respekt und die Folgen für Nichteinhalten einfachster Regeln aufgeführt. 

Scholle

P.S.: Ich gebe zu, es ist hier wie überall sonst auch im Leben. Meistens haben die Lautesten am wenigsten Inhalt zu bieten – vielmehr ist diese Inhaltslosigkeit eben auch der Grund für eine völlig maßlose Lautstärke. Teilweise werde ich von anderen darum gebeten, hier Leute zu sperren – was mich ehrlich gesagt extrem nervt. Denn viele derer, die solche Forderungen stellen, sind selbst an Provokationen und sinnfreuen Scharmützeln maßgeblich beteiligt. Oder aber diese selbst ernannten Sherriffs fordern quasi die Rote Karte für sich selbst. US73, den ich bei Matz ab ebenso wie in der Rautenperle schon im Forum miterleben durfte, ist ein gutes Beispiel für all diese Punkte. Ein kleiner Auszug aus seinem Post (meine Antworten sind die kursiv gedruckten):

Wie dieser einst große Sportverein „hingerichtet“ wurde, ist nicht nur ein Versagen der „Manager“ und „Kontrollorgane“. Es ist auch ein komplettes Total-Versagen der 4. Instanz. Positionieren oder abmelden, Scholle.

Du machst es mir tatsächlich sehr leicht: Ich melde Dich hiermit ab.

Und erneutes „Löschen kritischer Beiträge“ funktioniert nicht mehr.
„Screenshots“ und FB und Insta sei Dank.

Wie Du siehst, sperre ich Dich für diesen Blog – ganz öffentlich und ohne daraus ein Geheimnis machen zu müssen.

Scholle, werde gerade und erwachsen, oder gehe mit moinvolkspark des Weg des HSV – immer tiefer in die Bedeutungslosigkeit.

Du hast erkennbar nicht das Format, als dass ich mir von Dir sagen ließe, wie ich werden soll. Und ganz ehrlich: Ich bin an dieser Stelle lieber absolut bedeutungslos, aber dafür mit vielen respektvollen und sachlich-fachlich orientierten Leuten im Forum unterwegs, als dass ich auch nur für einen Tag zum Nabel der Welt werde, weil ich mit Leuten wie Dir auf Augenhöhe kommuniziere. Von daher, nichts für ungut und alles Gute, US73. Aber suche und finde Dein Glück bitte ab sofort woanders. 

Ich wiederhole mich an dieser Stelle auch noch einmal für alle, denn wie beim HSV gilt auch hier: Niemand ist wichtiger als das Ganze. Wer sich nicht benehmen kann, muss gehen. Das gilt nicht nur für US73 sondern für alle. Und dabei ist es mir absolut egal, ob die davon betroffene Person hier 1000 Kommentare absetzt oder nur einen. US73 ist dafür wie zuletzt Rotkäppchen ein Beispiel. Problem hierbei ist nur, dass ich anhand Rotkäppchens Kommentar deutlich gemacht habe, was ich nicht mehr dulde. US73 hätte das also wissen müssen – er scheint das aber nicht akzeptieren zu wollen. Daher die Sperre.

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