Kinsombi muss jetzt liefern - wie der gesamte HSV
So, ein Update würde es heute noch mal geben. Das hatte ich gestern angekündigt. Wobei es sportlich heute aus HSV-Sicht einigen Grund zur Freude gab. Immerhin patzt die…

So, ein Update würde es heute noch mal geben. Das hatte ich gestern angekündigt. Wobei es sportlich heute aus HSV-Sicht einigen Grund zur Freude gab. Immerhin patzt die Konkurrenz weiter munter vor sich hin. Allen voran der nominell mit weitem Abstand stärkste Kader des FC Schalke 04, der heute bei sackstarken Regensburgern mit 1:4 unterging, während der FC St. Pauli beim SC Paderborn 1:3 verlor und Werder bei nie zu unterschätzenden Karlsruhern mit 0:0 nur einen Punkt mitnehmen konnte. Allerdings, und das schicke ich in großen Buchstaben hinterher: JETZT MUSS DER HSV LIEFERN. Denn sonst bringen alle Patzer dieser Welt nichts.
„So viel Früh-Druck war lange nicht mehr“ titelt heute die BILD – und baut damit eigentlich erst so richtig Druck auf. Einen Druck, der so selten sinnfrei ist, dass mir dazu gar nicht mehr viel einfällt außer Kopfschütteln. Nicht über die BILD an sich, sondern vielmehr über den Umstand, dass da tatsächlich etwas dran sein könnte. Denn das Umfeld ist nach der Derbypleite tatsächlich unruhig. Und bei allem Patriotismus, den die HSV-Fans damit zum Ausdruck bringen wollen: Die Derbypleite muss abgehakt werden, wenn man hier nicht noch einen Kollateralschaden hinterherjagen will. Nur so kann die Mannschaft jetzt wieder das Darmstadt-Speil für sich nehmen und sich darauf konzentrieren.
Aber: Auch in meinem Umfeld gibt es viele, die sich von dem platten „die haben nicht gekämpft“-Quatsch haben mitreißen lassen. Dabei hat der HSV an dem Tag vieles falsch gemacht – aber man ist nicht zu unmotiviert aufgetreten, wie man es in den vergangenen Jahren immer wieder mal war. Vielmehr lag das Problem im eigenen Spiel nach vorn – und an unerklärlichen Lücken in der Defensive. Inhaltlich darüber zu diskutieren macht Sinn, weil man so noch mal den Fokus auf die Verbesserungsmöglichkeiten legt – und daher mache ich das auch.
Ebenso wie die Kollegen sehe ich im zentralen Mittelfeld mit David Kinsombi /Ludovit Reis im Verbund mit dem einfachen Sechser Jonas Meffert die größte Schwachstelle. Anssi Suhonen wird gefordert – und das freut mich für den jungen Finnen, dem ich in diesem Jahr den Sprung nicht nur zutraue, sondern von dem ich ganz fest überzeugt bin. Aber da Jan Gyamerah hinten rechts wohl spielen kann, sehe ich keinen Grund, Moritz Heyer nicht ins Zentrum zu stellen. Neben Meffert, mit dem er sich beim Einschalten ins Offensivspiel dann immer gern abwechseln kann. Fakt ist: Ich würde Heyer nur dann draußen lassen, wenn es gar nicht anders geht.
Und: Mir reicht es, wenn Suhonen zu Beginn immer wieder im Laufe der Partie reingeworfen wird. Er darf alles – aber er muss nichts. Der kleine U-Nationalspieler Finnlands muss die Freiheit bekommen, sich über einen längeren Zeitraum etablieren zu können, ohne dass man ihn mit dem Prädikat Hoffnungsträger versieht, wie es heute hier und da schon passiert. Denn obgleich Suhonen sicher eine außergewöhnlich hohe Druck-Resistenz besitzt, darf er keinen Druck spüren müssen, sondern das Vertrauen, sich alles trauen zu dürfen. Deshalb sehe ich ihn gegen Darmstadt auch noch nicht in der Startelf, sondern als einen der ersten Einwechselspieler, wenn das Mittelfeld wieder nicht funktioniert.
Rausnehmen wird der Trainer aller Wahrscheinlichkeit nach nicht David Kinsombi, weil dieser etwas im Fuß hat, worauf Walter noch immer hofft: den Torriecher. Und bei aller Kritik, die ich aktuell bei Kinsombi gelten lassen würde und selbst formuliere – er hat das Näschen für die Offensive. Mehr als Meffert, mehr als Reis, mehr als Heyer und Suhonen. ABER: Kinsombi ist sowas wie das Gegenteil von Suhonen. Denn er durfte jetzt schon eine ganze Weile (zweieinhalb Jahre) beweisen, dass er die Führungsrolle beim HSV bekleiden kann, die er sich selbst als Ziel gesetzt hatte, und die die Verantwortlichen mit ihm bekleiden wollten, aber nie bekleiden konnten. Kinsombi ist für mich einer der ersten Kandidaten für die Bank. Und trotzdem glaube ich, dass Walter alles richtig macht, wenn er Kinsombi maximal stützt, denn das braucht der. Allein, wenn er gegen Darmstadt wieder nicht abliefert, wäre er bei mir nicht mehr nur ein Bank-Kandidat, sondern ein Verkaufskandidat.
Und damit komme ich zu der Startelf, die ich für morgen erwarte (wohlgemerkt: nicht zu meiner Wunsch-Startelf!): Heuer Fernandes – Gyamerah, David, Schonlau, Leibold – Heyer, Meffert, Kinsombi – Jatta,Glatzel, Kittel. Wobei ich einem Tim Walter wirklich zutraue, dass er mutig auf Suhonen im Mittelfeld setzt und diesem alles vertrauen der Welt mit auf den Platz gibt… Oder was meint Ihr? Wie würdet Ihr aufstellen?
Ich melde mich dann morgen wieder bei Euch! Nach dem Spiel mit Blog, Pressekonferenz und Blitzfazit. Bis dahin!
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