Meinung

Kein Lerneffekt! Dieser HSV wiederholt alte Fehler

Die nächsten zwei Tage sind frei. Wie so oft in Länderspielpausen haben die hier verbliebenen HSV-Profis ein vergleichsweise langes, spielfreies Wochenende, um sich zu erholen,…

Kein Lerneffekt! Dieser HSV wiederholt alte Fehler

Die nächsten zwei Tage sind frei. Wie so oft in Länderspielpausen haben die hier verbliebenen HSV-Profis ein vergleichsweise langes, spielfreies Wochenende, um sich zu erholen, den Kopf frei zu bekommen und einfach mal Qualitytime mit der Familie zu haben. Oder meine ich mich damit? Zumindest wollte ich die nächsten zwei Tage hier pausieren, sofern nichts Außergewöhnliches passiert, wovon ich nicht ausgehe. Und obwohl ich heute eigentlich meinen Freunden von Createfootball.com das Feld überlassen wollte, muss ich doch noch einmal dazwischen grätschen und meine Qualitytime auf einen (Sonn)Tag zusammenkürzen. Nützt ja nichts…

Denn als ich gelesen habe, dass dieser HSV tatsächlich auf einen Mentaltrainer verzichtet, musste ich schlucken. Ein HSV, der seit Jahren ein Kopfproblem hat, an dem er wiederholt in der Rückrunde gescheitert ist? Ein HSV, der immer wieder den ach so überbordenden (und eigentlich selbst produzierten) Druck als Alibi für eigene Fehlleistungen nimmt? Ein HSV, der so jung und unerfahren wie noch  in keiner Zweitligasaison zuvor  und etliche Spieler im Kader hat, die tatsächlich vor ihrer ersten, echten Profisaison stehen? Unfassbar.

Es ist unbegreiflich für mich, dass dieser HSV genau an dem Punkt, wo er meiner Meinung nach eine derartige mentale Hilfe am allernötigsten hat, darauf verzichtet. Für mich gibt es nicht einen einzigen, plausiblen Grund, diese paar tausend Euro nicht in die Hand zu nehmen und einen Mentaltrainer zu verpflichten, den man den Spielern zur freiwilligen Nutzung zur Verfügung stellt. Nur mal als Relation: Allein die Vertragsauflösung bzw. die daraus resultierende Abfindung von Toni Leistner hätte die nächsten zehn Jahre diesen Coach bezahlt…

https://open.spotify.com/episode/0YnZ7Cyq3XmF7FCJE2TqRl?si=_ut1TmNESOCXOo88ji97yg&dl_branch=1

Nein, diese Aktion ist sowas von fahrlässig und aus meiner Sicht auch nicht mit dem Wunsch des Trainers zu begründen. Soll heißen: Selbst wenn Tim Walter das nicht wolle sollte, muss der Verein sich hier darüber hinwegsetzen und die Erfahrung der letzten Jahre anführen. Was bitteschön riskiert er dabei? Die Trainer hätten es nicht gern gesehen, "dass diese Mentaltrainer so viel von der Mannschaft wissen“ haben meine Kollegen Henrik Jacobs und Joschas Schwester Mayra (macht gerade ihr Praktikum) heute in ihrem Abendblatt-Artikel dazu geschrieben. Es wäre fast zum Lachen, wenn ich nicht wüsste, dass sie diesen Grund von den Verantwortlichen eben auch so genannt bekommt haben...

Weil die Mentraltrainer so viel von der Mannschaft wissen – das muss man sich mal vorstellen!

https://soundcloud.com/user-36211795/fr-03-09-2021-hsv

Da ist endlich ein Mitarbeiter, dessen Kernkompetenz Vertrauen ist und der so viel über die falschen Strömungen und falschen Maßnahmen der letzten Jahre weiß wie sonst vielleicht keiner – und der HSV verzichtet auf dessen Hilfe! Das erinnert mich alles ganz stark an die „Marcelo Diaz ist zu gut für diese Mannschaft“-Zeit. Mit dem tragischen Hintergrund, dass hier falscher Stolz, Ignoranz und offenbar sogar dümmliche Eitelkeiten mal wieder zum Hindernis werden.

Noch mal und in aller Deutlichkeit: Ein Mentaltrainer ist definitiv keine Garantie, dass alles besser wird. Aber er ist absolut keine Gefahr für den Erfolg, sondern ausschließlich eine (aus meiner Sicht riesengroße!) Chance. Und wie oben schon beschrieben, sprechen wir beim HSV von dem Klub, der in den letzten Jahren am allermeisten an sich selbst gescheitert ist. Da würde es zweifelsfrei helfen, wenn man einen Mitarbeiter hat, der ist diese Strömungen nicht nur richtig einordnen und alle darauf vorbereiten kann, sondern während dieser Phasen in Zukunft professionell beraten kann.

Eitelkeit und Ignoranz - HSV verzichtet auf Mentaltrainer

Wie gesagt, geplant hatte ich eigentlich, heute den zweiten Neuen vorzustellen, Tommy Doyle. Das werde ich auch morgen schon nachholen. Aber das musste ich einfach noch mal loswerden. Ach ja, das und natürlich die Nachricht, dass Toni Leistner auf der Suche nach einem neuen Klub fündig geworden ist. Drei Tage nach der Trennung vom HSV hat der 31-Jährige einen Vertrag beim belgischen Erstligisten VV St. Truiden unterschrieben. Dem Klub von Bernd Hollerbach. Das teilte sein neuer Verein am Freitag mit und schrieb: „Toni wird die Abwehr der Kanarienvögel mit seiner Erfahrung, Führungsqualität und Zweikampfhärte verstärken.“ Drücken wir „Holler“ und Toni mal die Daumen, dass es dort besser funktioniert als beim HSV.

In diesem Sinne, bis morgen, liebe alle! Dann wie gesagt mit dem zweiten neuen dieses Deadline-Days, den meine Freunde von Ceatefootball.com anhand aller zur Verfügung stehenden Daten analysiert haben. 

Scholle

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