Kein guter Tag: HSV verliert Test deutlich, zwei neue Verletzte, und Meißner darf gehen
Dieser HSV-Tag war kein guter. Im Testspiel hat der HSV eine Klatsche erlitten. Gegen den dänischen Erstliga-Spitzenreiter FC Midtjylland kassierte man heute auf dem…

Dieser HSV-Tag war kein guter. Im Testspiel hat der HSV eine Klatsche erlitten. Gegen den dänischen Erstliga-Spitzenreiter FC Midtjylland kassierte man heute auf dem Trainingsplatz neben dem Volksparkstadion gleich fünf Gegentreffer der starken Dänen. Bakery Jatta traf zwar zum zwischenzeitlichen 1:1 für den enttäuschenden HSV, der ebenso wie die Dänen mit diversen Akteuren aus der zweiten Reihe und einer Dreierkette in der ersten Halbzeit angetreten war. Dennoch blieb HSV-Coach Tim Walter im Anschluss überraschend gnädig mit seinen Profis. „Wir haben es heute nicht schlecht gemacht, haben aber unsere Chancen nicht genutzt und den Gegner zu Toren eingeladen. Wir wollten das Testspiel gewinnen, unterm Strich war es dann aber ein gebrauchter Tag“, sagte der 46-Jährige.
„Mund abputzen, nächste Woche zählt!“, twitterte der HSV – und machte es sich damit schon arg leicht, wie ich finde. Denn völlig unabhängig davon, dass das Ergebnis in einem solchen Spiel immer zweitrangig sein sollte, muss zumindest das Spiel an sich seinen Zweck erfüllen. Heute hieß es, den Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance zu geben und mit der Dreierkette (David, Schonlau, Vuskovic) ein zweites System zu üben. Letzteres passte in der ersten Hälfte nur sehr bedingt. Vier Gegentreffer sind deutlich zu viel.
Wobei man auch sagen muss, dass der Treffer zum 1:2 einer war, den man auch mit der besten Dreierkette der Welt kaum verhindern kann. Isaksen hatte aus halbrechter Position am Sechzehner-Eck den Ball perfekt über den heute mal wieder unglücklich agierenden Marko Johansson hinweggeschlenzt, den hier keine Schuld traf. Anders gestaltete sich das beim 0:1, wo Schonlau den Ball unnötig verlor. Ebenso das 1:3 und 1:4 legte sich der HSV quasi selbst rein. Erst schoss Johansson Isaksen an und der Ball kullerte ins Tor, dann griff der Ersatzkeeper vorbei. Walter dazu: „Daran arbeiten wir weiter. Marko hat in den Spielen gezeigt, dass er es besser kann.“
Stimmt. Fast alle haben zuletzt gezeigt, dass sie es besser können, als heute. Und das werden sie auch schnellstmöglich wieder abrufen müssen, denn am kommenden Sonntag (6. Februar, 13.30 Uhr) wird es in der Tat ernst, denn da muss der HSV bei Tabellenführer Darmstadt 98 antreten. Ohne einen ganz wichtigen Spieler. Und auch heute blieb die Frage ungeklärt, wer in diesem Spitzenspiel den dann wegen der fünften Gelben Karte gesperrten Sonny Kittel ersetzen wird. David Kinsombi fehlte heute verletzt und absolvierte lediglich eine lockere, individuelle Einheit. Bei ihm bleibt abzuwarten, wie das verletzte Knie im Laufe der kommenden Woche entwickelt.
Der erst am Donnerstag auf Leihbasis bis zum Saisonende unter Vertrag genommene georgische Nationalspieler Giorgi Chakwetadse kam heute zwar in der zweiten Hälfte zu seiner HSV-Premiere. Aber eine echte Alternative dürfte er binnen einer Woche eher nicht werden. Und obgleich der HSV bei seiner Einwechslung schn 1:4 zurücklag, war es wichtig, dass er jheute dabei war. Denn so konnte der Georgier erste Kontakte auf dem Platz und erste Gewöhnungen im Zusammenspiel mit seinen neuen Kollegen sammeln und dabei zumindest schon mal zeigen, wie stark er am Ball und wie schnell er (insgesamt – aber vor allem) auf den ersten Metern ist.
Die Qualitäten des Leihspielers, für den der HSV leider keine Kaufoption raushandeln konnte, werde ich Euch via Statistiken und analytischen Auswertungen unserer Freunde von Createfootball.com am Montag nahebringen. Die Jungs habe alle Daten gesammelt, die sie über den jungen Georgier finden konnten und diese ausgewertet. Besser könnte ich es hier sicher auch nicht – daher lasse ich es. Ich lasse stattdessen lieber Trainer Tim Walter sagen, wie er den jungen Neuzugang bewertet: „Er kann uns mit seiner Art und Weise, wie er Fußball spielt, wie er kreiert, sicher weiterhelfen. Gerade in dieser Situation. Er ist sehr kreativ und sehr torgefährlich. Ich glaube, dass er ein sehr veranlagter Spieler ist. Er hat gleich die ersten Minuten gemacht, weil er Spaß und Freude hatte, mal wieder zu spielen.“
Ich merke von meiner Seite nur an, dass die ersten Ansätze gut waren. Chakvetadze bewies ein sehr ordentliches Tempo, verfügt über eine gute Technink, und er traute sich schon was, auch wenn nicht alles klappte. Aber für einen Startelfeinsatz am kommenden Sonntag in Darmstadt wäre es sicher noch zu früh. Und: Genau so positiv gestimmt war ich am Anfang bei Xavier Amaechi auch. Selbst bei Mikkel Kaufmann hatte ich am Anfang noch die Hoffnung, dass seine robuste Spielweise dem HSV helfen könnte, weil sonst niemand eben diese Spielweise mitbrächte. Aber: Inzwischen befürchte ich, dass ich mich nach Amaechi auch bei Kaufmann mächtig geirrt habe bzw., dass meine Hoffnung auch hier unerfüllt bleibt.
So schwach, wie er in den bisherigen Einsätzen und auch heute war – fast immer komplett ohne jede Bindung zum Spiel – scheint es aktuell einfach nicht zu passen. Dass der HSV dennoch a ihm festhält und dafür im Winter offenbar doch noch Robin Meißner auf Leihbasis ziehen lässt (das berichten die Kollegen der BILD), es verwundert mich zumindest. Ganz vorsichtig ausgedrückt.
Aber neben dem Ergebnis ärgerte den HSV-Trainer heute auch noch, dass er zwei neue Verletzte zu beklagen hatte. Stürmer Manuel Wintzheimer und Verteidiger Jan Gyamerah mussten den Platz vorzeitig angeschlagen verlassen. Laut Trainer Tim Walter hatten Wintzheimer schon vorab Knieprobleme geplagt, er brach daher vorsichtshalber vorzeitig den Versuch ab. Bei Gyamerah sieht es indes nach einer Adduktorenverletzung aus. Walter: „Da müssen wir abwarten.“ Walters Fazit: „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt, aber unsere Tore nicht gemacht. Der Gegner hat es konsequent ausgenutzt, dass wir Fehler gemacht haben. Wir haben genau so viele Tore geschossen wie die, uns die Bälle fast selber reingeschossen. Testspiele sind zum Testen da, trotzdem wollen wir die Spiele natürlich gewinnen. Dann hat man halt mal einen gebrauchten Tag, dann ist das so.“
DAS SPIEL IM STENOGRAMM:
HSV 1. HZ: Johansson - David, Schonlau, Vuskovic - Gyamerah, Jatta - Reis, Kittel - Wintzheimer (28. Krahn), Meißner, Kaufmann
HSV 2. HZ: Johansson - David, Vuskovic, Heyer - Gyamerah (58. Alidou), Muheim - Rohr, Krahn - Chakvetadze, Kaufmann, Jatta
Tore: 0:1 Sisto (7), 1:1 Jatta (11.), 1:2 Isaksen (33.), 1:3 Lind (35.), 1:4 Isaksen (38.), 1:5 Brumado (58.)
Jetzt steht erst einmal ein freies Wochenende an. Länderspielpause ohne deutsches Länderspiel bedeutet das für uns. Und sofern sich über die Tage nichts besonders berichtenswertes ergibt, werden auch wir hier ruhen. Am Montag dann kommen wir mit der Chakvetadse-Analyse, sofern es am Montag nicht noch wichtige Transfers auf HSV-Seite gibt. Bis dahin wünsche ich Euch allen jetzt erst einmal einen schönen Freitagabend und ein schönes Wochenende! Bleibt gesund!
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