Aktuell

Katterbach will kämpfen, und der HSV-Angriff macht Hoffnung

Die schlechte Nachricht gleich vorweg, und bei ihm tut es mir besonders weh, weil er einfach zu viel Pech hat: Noah Katterbach hat sich im letzten Testspiel einen Riss des…

Katterbach will kämpfen, und der HSV-Angriff macht Hoffnung

Die schlechte Nachricht gleich vorweg, und bei ihm tut es mir besonders weh, weil er einfach zu viel Pech hat: Noah Katterbach hat sich im letzten Testspiel einen Riss des vorderen rechten Kreuzbandes zugezogen und fällt erneut monatelang aus, nachdem er mit der gleichen Verletzung im linken Knie schon zwischen April und Oktober 2023 ausgefallen war. Einfach bitter für den Linksfuß! Er selbst gibt sich kämpferisch. Via Social MediaIn kündigte er schon jetzt an: „Comeback loading..“, und setzte ein Löwen-Emoji dahinter, um zu demonstrieren, dass er stark genug ist, sich diesen Rückschlag zu meisten. Katterbach Er gibt sich zuversichtlich, bald wieder auf dem Platz stehen zu können. Und genau das wünschen wir ihm auch! Von unserer Seite wünschen wir Dir, lieber Noah, nur das Allerbeste! Kopf hoch und kämpfen!

Ebenfalls noch nicht wieder fit ist Davie Selke. Er gehörte heute beim ersten Training auf Hamburger Boden nach dem Trainingslager im warmen Belek zu der Gruppe, die noch separat trainieren mussten. Er ist noch nicht wieder bei 100 Prozent, soll das aber bis Sonnabend sein, damit er im Spitzenspiel gegen den Tabellenführer 1. FC Köln dabei sein kann. Ebenfalls viel diskutiert wird gerade Selke langfristige Zukunft, denn der Toptorschütze soll seinen Vertrag verlängern.

Selkes Vertragsverlängerung darf keinen Druck ausüben

So weit, so gut. Zehn Tore sind tatsächlich auch ein Bewerbungsschreiben, das ankommt. Zudem hat Selke einen Vertrag, der ihn im Sommer ablösefrei wechseln ließe, wenn er es denn darauf anlegt. Aber: Dass der HSV dadurch unter Druck gerät, wie es medial heißt, kann ich nicht erkennen. Dass Sportvorstand Stefan Kuntz jetzt liefern müsse, ebenso wenig – zumindest nicht in Bezug auf Selke.

Fakt ist: Selke hat noch einen Vertrag bis Saisonende. Fakt ist auch, dass sich dieser verlängert, wenn der HSV aufsteigt und Selke eine bestimmte Anzahl Einsätze hat – wonach es aktuell aussieht. Also Einsätze und so. Sollte der HSV dazu auch noch den Aufstieg realisieren, muss er eh noch mal nachlegen. Auf fast allen Positionen. Nur mit Selke und einem bis dahin wieder gesunden Robert Glatzel würde es eng in der Bundesliga. Soll heißen: Es wäre gar nicht so schlimm, wenn der HSV im Sommer auf wichtigen Positionen noch nicht voll verplant wäre. Dementsprechend würde ich die Verhandlungen als HSV mit Selke noch aus einer recht komfortablen Position heraus führen. Denn Selke wäre für mich kein gesetzter Spieler für einen etwaigen Aufstieg. Im Gegenteil: Ich sehe ihn als starken Backup für Glatzel – in der Zweiten Liga. Aber er ist zweifellos nicht unersetzlich.

Davie Selke bewirbt sich mit vielen Toren für einen neuen Vertrag - und ist auch in der Kabine wichtiger Bestandteil Foto: WITTERS

Und das, obwohl er zuletzt der effektivste Angreifer des HSV war. Zehnmal Startelf, sieben Einwechslungen – er war in allen 17 Ligaspielen bislang dabei. Das ist gut.  Ebenso zehn Treffer, die sich auf siebenmal Startelf und drei Jokertreffer verteilen. Selke trifft alle 95 Minuten – das ist ein absoluter Topwert in der Zweiten Liga.  Aber: Treffer allein sind nicht alles. Es zählt bei einem richtig guten Stürmer noch einiges drumherum zur Bewertung dazu, zum Beispiel die Ballbesitzphasen.

Selke ist fleißig und effektiv - auch neben dem Platz

Hier ist Selke fleißig. Er läuft viel und gewann 53 Prozent seiner 116 Zweikämpfe . In der Luft ist hierbei seine Stärke. Hier gewinnt er 63% seiner Zweikämpfe. Dass nur 72% seiner Pässe ankommen ist dagegen durchschnittlich. Mir persönlich gefällt es, wie sich Selke immer wieder voll einbringt – aber mir fehlt die Fantasie, dass er auch auf Erstliganiveau zum Leistungsträger würde. Im Falle eines Aufstieges müsste Selke aus meiner Sicht dankbar sein, dabei zu bleiben, schon deshalb würde ich ganz entspannt in die Verhandlungen gehen mit Selke. Ich würde mir an Kuntz’ Stelle null Druck machen.

Sportlich betrachtet ist Selke für einen ambitionierten Zweitligisten eine Top-Verstärkung. Dass er sich inzwischen auch neben dem Platz beim HSV einbringt und zum Faktor in der Kabine geworden ist, spricht ebenfalls für ihn. Alles in allem ist Selke für den HSV in der Zweiten Liga zu einem wichtigen Leistungsträger aufgestiegen und erfüllt, was sich alle von ihm erhofft haben. Besser geht immer und bei Selke ist es das Spiel mit Ball sowie das Tempo – aber das sind nur kleine Abstriche für eine insgesamt sehr gute Entscheidung, ihn zum HSV zu holen. Note: 1,5

Der zweite Unterschiedsspieler: Jean-Luc Dompé kann fast alles

Ebenfalls ein Unterschiedsspieler, vielleicht sogar noch ein Stück weitdeutlicher, ist Jean Luc Dompé, der sich ebenso wie Glatzel in Vertragsverhandlungen mit dem HSV befindet. Bei ihm hätte ich allerdings die Fantasie, dass er auch auf Erstliganiveau seine Rolle als Unterschiedsspieler beibehalten könnte. Zumindest bringt er offensiv alles mit: Das Tempo, die Ballbehandlung, die Torgefahr. Fünf Tore und fünf Assists in elf Startelfeinsätzen zzgl. vier Einwechslungen. Das ist ein starker Wert, den der Franzose sicher noch ausbauen kann und wird, wenn er gesund bleibt (dreimal auf Holz geklopft!). 

Hätte der pfeilschnelle Außenstürmer jetzt noch den Blick für Defensivarbeit – es wäre eine glatte eins. Aber dann würde er auch nicht beim HSV verlängern, sondern sicher woanders spielen können.  Von daher gibt es auch hier die Note: 1,5

Sehr gut begonnen hatte Ransford Yeboah Königsdörffer, der heute zusammen mit Glatzel noch nicht wieder voll belastbar war.  Vier Tore in den ersten vier Spielen – das war als Glatzel-Ersatz unerwartet effektiv. Aber leider hielt das nicht bis zum Schluss an, wobei ich mich immer noch frage, warum Baumgart nicht mehr auf ihn setzte. Plötzlich war er nach einem Ausflug auf die Linke Mittelfeldposition nur noch Ersatz – was nicht zwingend motiviert. Trotzdem blieb Königsdörffer immer dran, war immer einer der fleiß0igeren, wenn er auf dem Platz stand. Ich fand ihn wichtig, weil er mit seinem tempo, seiner Körperlichkeit und seinem neuen Zug zum Tor wichtig war. Und ich hoffe sehr, dass er sehr bald wieder fit ist und spielen kann. Note: 2,5

Zwei Durchstarter - und Levin Öztunali (r.), der den HSV verlassen soll, aber wohl noch nicht gehen will. Foto: WITTERS

Königsdörffer und Bald verdienen mehr Spielzeiten

Wie immer schnell zum neuen Star hochstilisiert, erging es Fabio Baldé zuletzt nicht viel besser als Königsdörffer, der zumindest bis zum 16. Spieltag in jedem Spiel zum Einsatz kam (12 x Startelf, vier Einwechslungen). Nach einigen Einwechslungen durfte er unter Baumgart dreimal in Folge von Beginn an ran und schaffte hierbei drei Torvorbereitungen, ehe er wieder auf die Bank musste und dann einmal krank war. Seither ist der junge Linksaußen nicht mehr richtig in Fahrt gekommen.  Tiefpunkt war das Spiel in Braunschweig – für alle. Aber für ihn noch mal ganz speziell, weil er erst ein- und 21 Minuten später wieder ausgewechselt wurde. Bittere Pille, die von einer Nichtnominierung in der Woche danach noch getoppt wurde. 

Ich persönlich finde seine Entwicklung gut und verstehe nicht, weshalb man bei ihm nicht den Weg über regelmäßige Teileinsätze weitergegangen ist, nach dem er bewiesen hat, dass er über das Potenzial verfügt. Angesichts der Erwartung, die bei ihm vor wenigen Monaten noch bei Null lag, verdient sich der im Sommer erst 19 Jahre jung gewordene Offensivspieler bei mir eine Schutz-Note, und zwar eine gute 3 für eine sehr positive Entwicklung.

Emir Sahiti ist ein spannender Spieler, der im Trainingslager einen kleinen Schritt nach vorn gemacht hat und der über Skills verfügt, die dem HSV sehr helfen könnten. Und das schreibe ich ganz bewusst im Konjunktiv, weil er es bisher eben noch nicht so zeigen konnte. Noch weniger zeigen konnte nur Levin Öztunali, der noch gar nicht zum Einsatz gekommen ist und wohl auch nicht mehr kommen wird. Beide bleiben daher ohne Note.

Sahiti kommt, Öztunal soll gehen - und Jatta muss sich mächtig steigern

Anders Bakery Jatta, der für mich offensiv die größte Enttäuschung dieser Hinrunde ist. Anstatt seine wenigen sportlichen Qualitäten konstant anzubieten, wirkte der Gambier zuletzt abwesend, wenn er auf dem Platz stand. Anders als vor seiner Vertragsverlängerung bis 2029 zog Jatta zuletzt kaum noch Sprints, hatte viel zu viele einfache Ballverluste und zeigte insgesamt deutlich weniger Einsatz als man es von ihm gewohnt war. Ob das klärende Gespräch mit Trainerteam und Sportvorstand Stefan Kuntz im Trainingslager etwas gebracht hat? Es schien so. Zumindest wirkte Jatta in den Testspielen nicht mehr so abwesend. Aber gut ist immer noch anders. Note: 5

Bakery Jatta spielte eine sehr schwache Hinrunde und muss mächtig zulegen, um wieder wichtig für die Mannschaft zu werden Foto: WITTERS

Ich hoffe sehr, dass sich Jatta in der Rückrunde wieder auf seine Kompetenzen beschränkt und diese brutal konsequent einzusetzen versucht. Soll heißen: Bei jedem Gegenstoß im Vollsprint anbieten. Denn da ist er wertvoll. Oder besser formuliert: Da kann er wertvoll sein, wenn er durchzieht. Aber eben auch nur dann!

Stange verdient maximale Förderung, viel Vertrauen und Zeit

Zum Schluss dieser Analyse und Bewertung kommen wir noch zu einem Spieler, der für Aufsehen sorgte, und der hoffentlich vom Trainierteam in nächster Zukunft sinnvoll aufgebaut wird. Das heißt: Mit vielen Einsatzzeiten an den Profibereich heranführen, das Wilde in etwas effizientere Laufwege ummünzen und ihn lernen lassen. Denn das Talent zum guten Stürmer hat der junge Otto Stange allemal Er ist ein spannender Typ mit einem Spielerprofil, das für den HSV sehr spannend ist. Denn Stange zählt zu den Wühlern im Sechzehner, er hat ordentliches Tempo eine ausgeprägte Abschlussstärke.

Otto Stange begeisterte in den letzten Spielen der Hinrunde - und sollte beim HSV weiter maximale Förderung sowie maximales Vertrauen genießen entgegengebracht bekommen, um sein ganzes Potenzial zu entwickeln. Foto: WITTERS

Vor allem hat er noch diese angenehme Unverbrauchtheit, wenn er auf den Platz kommt. Er gibt einfach Vollgas. Dass es nach seinem Treffer gegen Greuther Fürth am letzten Hinrundenspieltag alles andere als ein Selbstgänger wird, zeigte sich in den Testspielen im Trainingslager, in denen er nahezu wirkungslos blieb. Leider. Aber genau hier setzt mein Gedanke von vorhin an: Gebt dem Jungen das Vertrauen in Form von Spielzeiten. Entwickelt ihn und holt das Maximale aus ihm raus. Erst dann werden wir sehen, wohin sein Weg führt. Von mir gibt es eine hoffnungsvolle Perspektiv-Note: 3+

Glatzel schwebt über allen Angreifern

Über all diesen Angreifern schwebt immer auch der name des wohl besten Angreifers, Robert Glatzel. Der schaffte sieben Tore in sechs Spielen, ehe ihn seine schwere Verletzung aus der Bahn warf. Allein für diese Quote verdient er schon eine glatte eins. Aber auch sonst sehe ich in Glatzel einen Angreifer, den der HSV selbst mit einem treffsicheren Selke nicht ganz ersetzen kann. umso schöner ist es, zu hören, dass Glatzels Genesung sehr gute Fortschritte macht.

Ist zuversichtlich und macht beim HSV alle zuversichtlich: Robert Glatzel kämpft weiter für sein Comeback Foto: WITTERS

In diesem Sinne Euch allen einen schönen Tag!

Scholle

Anzeige · Partner

Zeig deine Farben

Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.

Alle Hamburg-Motive bei HANDS OF GOD

Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Meinung HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem Ein Tag nach der Pleite sitzt der Frust tief. Neben taktischen Mängeln fehlte vor allem eins: die Bewegung und der Wille, den Ball zu fordern. Das Problem war viel tiefer als die reine Herangehensweise Weiterlesen