Jatta ist wieder fit - Reis soll den Meffert machen
Ich werde heute nichts über die Führung der PK an sich schreiben – weil es auch nicht wichtig ist. Wichtig ist allein, mit welcher Vorbereitung der HSV aus dem berauschenden…

Ich werde heute nichts über die Führung der PK an sich schreiben – weil es auch nicht wichtig ist. Wichtig ist allein, mit welcher Vorbereitung der HSV aus dem berauschenden Derbysieg in die nächste Partie beim FC Magdeburg am Sonnabend durchstartet. Dass Trainer Tim Walter heute noch einmal einen Rückblick wagte – kein Problem. Im Gegenteil: Der HSV-Coach setzt auf die nachhaltige Wucht des Sieges im Stadtduell. „Mir war es wichtig, dass wir am nächsten Tag noch mal zusammenkommen, um diesen Schwung dann mitzunehmen.“
In Anwesenheit der Journalisten und mehr als 40 Kindern, die anlässlich des „Boys- and Girls-days“ Fragen stellen durften, erzählte Walter, dass seine Spieler nach dem 4:3 gegen den FC St. Pauli am vergangenen Freitag „Ausgang“ hatten. „Die sind schön ausgelassen in Hamburg unterwegs gewesen und ich glaube, dass das wichtig ist, dass man nach so einem Spiel fünfe gerade sein lässt.“ Trotz des Erfolgs sei seine Mannschaft, derzeit Tabellendritter, „sehr fokussiert auf das nächste Spiel“.
Und das muss sie auch, wie schon das Hinspiel gezeigt hat, das der HSV mit 2:3 im Volksparkstadion verlor. In der Hinrunde bestrafte Ex-Trainer Christian Titz den HSV bitterböse. Auch deshalb war Trainer Walter heute nach der Anekdote über die ausgelassene Party seiner Spieler auch schnell wieder sehr ernst. „Unser ganzer Fokus gilt nur dem 1. FC Magdeburg. Das ist eine gute Mannschaft, die spielen einen guten Ball. Sie sind sehr erfolgreich. Und darum wird das für uns eine schwere Aufgabe“ warnte Walter. Zurecht. Denn Magdeburg gehört wie der HSV zu den Mannschaften mit dem meisten Ballbesitz in der Liga. Die Titz-Elf bestimmt gerne das Spielgeschehen. So wie Walter mit seinem Team. Und insbesondere in der ersten Hälfte gegen St. Pauli offenbarten sich einige Anfälligkeiten in der HSV-Defensive, als der Stadtrivale selbst das Spiel machte - und auch in Führung ging.
Für Walter ist das – naturgemäß – kein Problem. Der gegnerische Ballbesitz komme dem Club zugute, erklärt Walter, weil seine Mannschaft so auch viele Ballgewinne verzeichnen könne. Habe ich inhaltlich nicht wirklich verstanden, aber ich kann ahnen, was er meint. Und ich kann nur hoffen, dass Walter das Hinspiel noch mal ganz genau anschaut und erkennt, dass in dem Spiel die schlauer agierende Mannschaft gewonnen hat. Und das war die Mannschaft, die eben nicht volles Risiko über 90 Minuten gegangen ist. Walters Logik sieht da etwas anders aus. Aus den Balleroberungen müssten Glatzel und Co. einfach nur effektiver Tore erzielen. „Das haben wir in der ersten Halbzeit gegen St.Pauli vielleicht nicht geschafft“, schob Walter hinterher.
Stimmt. Auch, weil Robert Glatzel nicht mehr da war, wo er am gefährlichsten ist: Im gegnerischen Sechzehner. Aber dort muss er sein. Zum einen, weil er außerhalb des Sechzehners maximal für Kopfballduelle wichtig ist, zum anderen, weil er im Sechzehner mit Abstand der gefährlichste HSVer ist – siehe auch das 3:1 gegen St. Pauli, als sein Kopfball nur vor die Füße von Moritz Heyer abgewehrt werden konnte. Apropos Heyer: Der wäre ein möglicher Ersatz des gelbgesperrten Jonas Meffert, dessen Fehlen dem HSV zuletzt mehr Probleme machte, als ihm und seinen Kritikern hier recht war. Heyer wäre sicher für die Defensivarbeit ein geeigneter Ersatz – nicht aber für die Organisation des Mittelfeldes, befürchte ich. Trotzdem würde ich es mit Heyer versuchen, um wenigstens defensiv stabiler zu stehen. Das wiederum wäre bei der wahrscheinlicheren Lösung – wie gegen Lautern mit Reis, Suhonen und Benes - nicht gewährleistet.
Wobei: Elijah Kran halte ich für eine extrem spannende, perspektivische Personalien für das zentrale Mittelfeld...
Aber: Walter scheint auf Reis als Sechser zu setzen. Wer dann davor agiert, ließ aber offen. Er lobte aber Reis für sein Spiel gegen Düsseldorf und sprach davon, nicht zu viel an der Statik des Teams verändern zu wollen, was zweifellos ein wichtiger Punkt ist. Ebenso wie Bakery Jattas Rückkehr. Der Gambier mischte heute die komplette Einheit mit und scheint einsatzbereit zu sein. Walter: „Bakery kann nichts erschüttern. Er gibt für sein Team alles. Wir sind sehr glücklich, dass wir ihn haben. Mit seiner Art und Weise begeistert er uns nicht nur als Mensch, sondern auch als Spieler.“
Apropos begeistert: Das war ich von unserem heutigen Gesprächspartner aus Magdeburg, Alex Schnarr. Der Podcast-Host von „Nur der FCM“ https://www.nurderfcm.de stand uns heute Rede und Antwort und gibt uns einen Einblick in das Innenleben des FC Magdeburg vor dem Spiel des HSV dort. Inklusive einer Wette über den Ausgang. Aber sehr selbst:
In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Donnerstagabend!
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