Analyse

Jatta darf wieder - rutscht auch Katterbach in die Startelf?

Ich hatte es gestern ja angekündigt: Die Defensive ist aktuell ein Thema, mit dem sich HSV-Trainer Tim Walter beschäftigen muss. Auch, weil Moritz Heyer am Sonnabend gegen den…

Jatta darf wieder - rutscht auch Katterbach in die Startelf?

Ich hatte es gestern ja angekündigt: Die Defensive ist aktuell ein Thema, mit dem sich HSV-Trainer Tim Walter beschäftigen muss. Auch, weil Moritz Heyer am Sonnabend gegen den 1. FC Nürnberg nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt ausfällt.  Aber nicht allein deshalb sehe ich defensiv eine der wesentlichen Baustellen für den Moment. Ich behaupte, dass die Viererkette (immer im Verbund zu sehen mit der Defensivarbeit des Mittelfeldes) aktuell in egal welcher Konstellation nicht stabil sein kann – weil die Eingespieltheit fehlt.

Sieben Mal musste Daniel Heuer Fernandes in den ersten fünf Rückrundenspielen den Ball aus dem Netz holen. So oft, wie in der Hinrunde nach mehr als doppelt so vielen Spieltagen. Entscheidend hierfür ist sicher auch der schwerwiegende Ausfall von Mario Vuskovic. Einen solchen Spieler kann der HSV nicht gleichwertig ersetzen. Und zu erwarten, dass man im Winter eine solche Qualität nach Hamburg lotsen kann, ist ebenfalls vermessen. Es ist vielleicht zu schaffen – aber dafür muss schon sehr viel an Zufällen zusammenkommen und passen.

Fakt ist: Javier Montero ist bislang nicht die Verstärkung, die man sich von ihm erhofft hat. Sein erster Einsatz von Beginn an endete mit der Auswechslung nach 45 Minuten und drei Gegentoren in Heidenheim. Statt des 24 Jahre jungen Spaniers mit Erfahrung aus der Champions League agiert aktuell Jonas David neben Abwehrchef Sebastian Schonlau. Und David macht es zumeist sehr ordentlich – wären da nicht die kleinen Fehler, die allerdings auch gleich maximal bestraft werden. Bitter für den 22-Jährigen, dem ich weitere Steigerungen nicht nur zutraue – sondern die ich dem HSV und ihm wünsche. Denn der HSV wird es brauchen.

Mit zunehmender Spielzeit werden die Gegner aggressiver werden. Die „immer 130 Prozent“, die die Gegner laut Trainer Tim Walter gegen den HSV immer abrufen, werden noch einmal gesteigert, je näher man dem alles entscheidenden letzten Spieltag kommt. Und diese Spiele werden Tribute zollen. In Form von gelbsperren wie jetzt für Heyer – aber sicher auch körperliche. Zumindest muss man damit rechnen. Umso wichtiger wird es für HSV-Coach Walter sein, defensiv über mehr als eine Option zu verfügen. Mehrere Optionen, die sofort greifen, wenn sie gebraucht werden.

Für diesen Sonnabend bedeutet das: Noah Katterbach. Der Leihspieler vom 1. FC Köln dürfte gegen Nürnberg den gesperrten Heyer ersetzen. Einen Spieler, der in der Hinrunde über seine Konstanz unverzichtbar wurde. Aber eben auch einen, der schon in den letzten Spieler schwächelte. Ob Katterbach erste Wahl ist? „William trainiert auch gut“, lenkt Walter die Aufmerksamkeit auf William Mikelbrencis, der bislang noch überhaupt nicht zu überzeugen wusste. „Er wird jetzt immer besser, der Kleine. Er haut sich auch im Training voll rein, spricht ein paar Brocken Deutsch und Englisch. Ich bin auch mit William sehr zufrieden.“

Walter macht mal wieder, was er machen muss: Er baut Spieler auf, die er brauchen wird. Er spricht den Jungs Mut zu. Zumal mit Schonlau und Muheim zwei weitere Spieler mit aktuell vier Gelben Karten vor einer Sperre. Früher oder später werden sie diese Verwarnung wohl kassieren. „Er hat sehr lange gebraucht, anzukommen“, sagt Walter über den jungen Franzosen Mikelbrencis, der es bislang auf gerade erst drei Ligaeinsätze (insgesamt 124 Minuten) bringt. Walter weiter: „Ich denke, dass er sich ein bisschen an die deutsche Mentalität angepasst hat.“ Hoffen wir mal, dass das kein Zweckoptimismus ist bei Walter.

Dennoch, obwohl Walter den jungen Franzosen lobt und in den Vordergrund hebt, wird Katterbach spielen, behaupte ich. Alles andere wäre sehr verwunderlich. Zumal Katterbach in bislang all seinen Einsätzen anzudeuten wusste, dass er eine Verstärkung ist. Und so wenig erfreut ich über den Ausfall von Heyer bin, so sehr freue ich mich darauf, Katterbach von Beginn an zu sehen. Denn er hat mich ebenso wie der andere Winterzugang, Andras Nemeth, neugierig auf mehr als nur Teileinsätze gemacht.

Wobei letzterer am Sonnabend wohl wieder von der Bank aus kommen wird. Im Gegensatz zu Bakery Jatta, dessen Zuspätkommen mit seinem Bankdasein in Darmstadt abgegolten sein soll. Sagt Walter. „Das ist kein Thema mehr. Baka ist in guter Form, das passt alles. Und ich habe vorher gesagt, dass er unersetzlich ist, dabei bleibe ich auch.“ Klingt so, als würde er gegen Nürnberg mit Ex-Coach Dieter Hecking wieder beginnen dürfen – für Ransford Königsdörffer? Scheint so. Wobei sich zuletzt in Darmstadt noch andere Spieler deutlich intensiver für eine Degradierung zum Ersatzspieler empfohlen haben.

Apropos: Befördert wurde posthum Uwe Seeler.  Die im vergangenen Jahr gestorbene HSV-Legende Uwe Seeler ist in die Hall of Fame des internationalen Fußballs aufgenommen worden. Der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft wurde von einer internationalen Jury in die im mexikanischen Pachuca ansässige „Salón de la Fama“ gewählt. 

Seeler ist nach Franz Beckenbauer, Silvia Neid, Gerd Müller, Birgit Prinz, Karl-Heinz Rummenigge und Lothar Matthäus erst der siebte deutsche Fußball-Star, der in der Auswahl vertreten ist. Der einstige Torjäger setzte sich bei der Abstimmung gegen den Österreicher Matthias Sindelar und den Italiener Sandro Mazzola durch. Erst seit 2011 können ehemalige Fußballstars in die Hall of Fame gewählt werden. Um in die Ruhmeshalle zu kommen, muss das Karriereende mindestens fünf Jahre zurückliegen. Eine internationale Jury, in der unter anderem Sportmedien wie der „Kicker“ vertreten sind, wählt die Legenden in die Auswahl.

Und ich behaupte: Mehr als verdient, lieber Uwe!

Anbei noch das aktuelle Trainingsvideo von Johnny, das er heute aufgenommen hat. Viel Spaß damit. Und bis morgen!

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