Transfer

Intern wie extern - doppelter Zuwachs fürs HSV-Mittelfeld

Beim Trainingsauftakt am Montag war der HSV besonders in seinem zentralen Mannschaftsteil sehr dünn besetzt. Heute, nur zwei Tage später, gab es mit einem internen und einem…

Intern wie extern - doppelter Zuwachs fürs HSV-Mittelfeld

Beim Trainingsauftakt am Montag war der HSV besonders in seinem zentralen Mannschaftsteil sehr dünn besetzt. Heute, nur zwei Tage später, gab es mit einem internen und einem externen gleich einen doppelten Zuwachs für diese wichtige Position: Denn der HSV gab zum einen die Verpflichtung des Slowaken Laszlo Bénes von Borussia Mönchengladbach sowie den Verbleib seines Spielmachers Sonny Kittel bekannt. Der Wechsel des 29-Jährigen zum US-Club DC United Washington aus der Major League Soccer hätte sich „aus unterschiedlichen Gründen“ doch noch zerschlagen, teilte der HSV mit. Und: Sollte der HSV sich diese Konstellation wirtschaftlich erlauben können – dann stimme ich den allermeisten meiner bekannten zu, die mir schrieben, wie sehr es sie freuen würde.

Woran es am Ende gescheitert ist, das wollte der HSV nicht näher erläutern. „Verschiedene Dinge“ hätten zum Scheitern geführt, hieß es. Und ich war mir schon vorher recht sicher, dass der Transfer des extravaganten Topscorers in die USA schwierig würde. Denn zu jedem Wechsel gehören immer auch eingehende medizinische Untersuchungen. Untersuchungen, die beim HSV in den letzten Jahren immer wieder mal ein wenig großzügiger bewertet wurden, um Spieler von einer Qualität zu bekommen, die man sich normal nicht leisten kann. Aber genau das könnte jetzt auch ein Grund des Scheiterns gewesen sein. Denn da in den USA sehr viel auf (härterem) Hybrid- und auch Kunstrasen gespielt wird, bedarf es schon gesunder Gelenke. Und die hat Sonny Kittel nachweislich nicht (mehr). 

Sicher ist dagegen: Dem HSV entgeht dadurch eine Ablösesumme, die bei rund einer Million Euro hätte liegen sollen. Auf der anderen Seite muss Trainer Tim Walter nach dem Abgang von David Kinsombi (SV Sandhausen) und der Verletzung von Anssi Suhonen (Wadenbeinbruch) nicht auch noch einen zweifelsfrei hochveranlagten Spieler ersetzen, der in der vergangenen Saison immerhin neun Tore selbst schoss und weitere 17 vorbereitete. Sollte Walter es schaffen, Kittel in guten Momenten zu bringen und in weniger guten Phasen ohne zu murren auf die Bank zu setzen, hätte der HSV sportlich einen immensen Gewinn. Insbesondere angesichts des hochveranlagten Neuzugangs Laszlo Bénes, der heute bis 

„Die Wende rund um den möglichen Transfer nehmen wir freudig auf, da wir Sonny ohnehin nie proaktiv abgeben wollten“, sagte Vorstand Jonas Boldt deshalb. Auch Walter selbst beschrieb nach dem Training, dass er mit Kittel „etwas häufiger telefoniert hat. Wir haben schon versucht, das Ganze so auf die Beine zu stellen, dass er hier noch nicht fertig ist. So hat er das dann letztlich auch gesehen. Deswegen ist er Gott sei Dank weiter hier.“

Der 24 Jahre alte Benes soll das Hamburger Mittelfeld ebenfalls verstärken. Er bringt in seinem Alter immerhin schon die Erfahrung von sechs Bundesliga-Jahren in Mönchengladbach mit. „Der kann uns mit Sicherheit besser machen“, sagte Walter, der den Slowaken schon einmal in der Saison 2018/19 trainierte. Damals war der Trainer noch für Holstein Kiel tätig, während Benes für ein halbes Jahres von den Gladbachern an den Hamburger Nordrivalen ausgeliehen wurde. „Die Integration ins Team geht sicher schnell, da ich mit Jonas Meffert bereits einen Mitspieler und zudem den Trainer kenne“, sagte Benes nach seiner Unterschrift unter einen Vierjahresvertrag bis 2026. Walter habe „eine ganz eigene Spielidee und genau diese Art, Fußball spielen zu lassen, macht unheimlich viel Spaß und passt sehr gut zu mir.“

Bleibt noch die Außenbahn. Nach Filip Bilbija (FC Ingolstadt) ist hier weiterhin der 20 Jahre junge Ransford-Yeboah Königsdörffer von Dynamo Dresden die Wunschlösung. Bislang soll der HSV 800.000 Euro Ablösesumme geboten haben. Die Dresdner pochen derweil auf gut eine Million Euro. Geld, das der HSV (noch) nicht hat, da noch kein Spieler verkauft werden konnte. Wobei sich auch das schnell ändern dürfte.

Denn Josha Vagnoman steht in aussichtreichen Verhandlungen mit dem Erstligisten VfB Stuttgart. Spieler und Klub sollen sich bereits handelseinig sein, allein die Ablöse entspricht noch nicht den Vorstellungen des HSV, der weiterhin auf rund sechs Millionen Euro hofft. Zudem soll der HSV an einem Weiterverkauf des Rechtsverteidigers eine Beteiligung fordern. Themen, die sich nach Wunsch des Spielers und des VfB schon bis zum Wochenende erledigt haben sollen.

So, und jetzt heißt es, der Mitgliederversammlung zu lauschen. In diesem Sinne, bis morgen!
Scholle

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