Analyse

Ingolstadt will eklig sein - Glatzel wird rechtzeitig fit

Nach dem besiegelten Abstieg will der FC Ingolstadt die restlichen drei Saisonspiele schon zur Vorbereitung auf die neue Spielzeit nutzen. „Da kann sich jeder Spieler auch…

Ingolstadt will eklig sein - Glatzel wird rechtzeitig fit

Nach dem besiegelten Abstieg will der FC Ingolstadt die restlichen drei Saisonspiele schon zur Vorbereitung auf die neue Spielzeit nutzen. „Da kann sich jeder Spieler auch präsentierten“, sagte Trainer Rüdiger Rehm heute, zwei Tage vor dem Heimspiel gegen den HSV, der sich noch Aufstiegshoffnungen machen darf. Zumindest, sofern auch in Ingolstadt gewonnen werden kann. Und dass das schwer würde, war allen bewusst. Und FCI-Trainer Rehm macht das auch noch einmal deutlich: „Wir wollen das Spiel gewinnen, wir wollen alles dafür tun. Wenn der HSV uns schlägt, darf er weiter im Aufstiegsrennen bleiben. Wenn sie es nicht schaffen, werden sie wahrscheinlich nichts mehr damit zu tun haben“, sagte Rehm. „Ich gehe davon aus, dass wir ein richtig ekelhafter Gegner werden.“

Für HSV-Trainer Tim Walter stand heute eh ein „harter Kampf“ an, denn im Rahmen der „Zukunftsreporter“ durften ihm viele Jugendliche Fragen stellen – und das taten sie. Wo Walter früher gespielt habe (Verein und Position), ob David Kinsombi am Wochenende endlich mal wieder spielen würde, welche Spieler Walter holen wolle – und natürlich auch, warum der HSV keinen Plan B habe. Und Walter antwortete. Ausführlich. Er sprach dabei von einem Plan 1B, 1C und so weiter, die alle im Plan A implementiert seien. Er sprach aber auch davon, die richtige Mischung finden zu müssen, was mich wiederum hoffen lässt. Abner dieses Thema hatten wir jetzt ausführlich behandelt. Jetzt steht Ingolstadt an.

Walter sieht Aufstiegsrennen komplett offen

Ob die nach dem feststehenden Abstieg befreiter oder eher deprimierter auftreten – keine Ahnung. Ich weiß aber, dass der Widerstand nicht derselbe ist, wenn es wehtut. Sol heißen: Wenn der HSV von der ersten Minute an die Ingolstädter massiv unter Druck setzt und deutlich macht, dass er dieses Spiel dominieren und gewinnen will, dann besteht eine sehr realistische Chance, dass der HSV dieses Spiel sicher nach Hause bringen kann. Sollte man den Ingolstädtern am Anfang aber Räume bieten oder Gelegenheiten fahrlässig schenken, werden diese noch einmal Bock auf das Spiel bekommen und so genannt „befreit“ aufspielen. Womit wir wieder beim Aufbauspiel wären…

https://soundcloud.com/user-36211795/fr290422-hsv-im-1000-auswartsspiel-beim-ekligen-fci-walter-im-kreuzverhor-kittels-ruckkehr?utm_source=clipboard&utm_medium=text&utm_campaign=social_sharing

Druck in diesem Spiel jedenfalls hat nur der HSV. Nicht zu viel, ganz klar! Und zudem selbst verschuldet. Aber er ist nun mal da, zumal am Freitagabend bereits die Konkurrenz vorlegen kann. Für Walter ist der Ausgang dieses Zweitligasaison alles andere als entschieden. Auch Tabellenführer Werder Bremen und der Zweite Schalke 04 stehen als Bundesliga-Rückkehrer längst nicht fest. „Gesetzt ist noch gar nichts. Es sind noch drei Spieltage zu spielen“, sagte Walter heute.  „Die anderen Mannschaften müssen ihre Hausaufgaben auch machen.“ Auf Rechnereien will sich Walter nicht einlassen. „Trotzdem - wie ich es auch schon so häufig angesprochen habe - interessiert es mich wenig, was die anderen machen“, sagte der 46-Jährige. „Ich kann nur beeinflussen, was der HSV und was meine Mannschaft macht. Darum sind wir gut beraten, nur auf das zu schauen, was wir machen.“

Personell hat Walter heute nur gute Nachrichten erhalten. Auch Toptorjäger Robert Glatzel wird in Ingolstadt wohl wieder spielen können. Der mit 18 Zweitligatoren erfolgreichste Hamburger hatte wegen einer Erkältung zwei Tage mit dem Training ausgesetzt und kehrte heute wieder ins Mannschaftstraining zurück. „Wir sind mit der medizinischen Abteilung und mit ihm im Austausch. Letztendlich entscheide ich, ob er dann auch aufläuft und ich ihn für fit genug halte oder nicht. Im Moment sieht es aber gut aus.“

Stand heute werde der beste Torschütze des HSV also fit genug sein, um aufzulaufen, so Walter, der auch andeutete, Mikkel Kaufmann erneut eine Chance geben zu wollen. Und das, obgleich der HSV-Coach mit Kaufmanns zuletzt dürftigen Auftritten nicht zufrieden war. Was er sich von dieser Personalie erwarte bzw. erhoffe, wollte ich wissen. „Toreschießen“, antwortete Walter. Und das hat noch nicht wirklich funktioniert. „Das hat er leider noch nicht geschafft, aber macht ansonsten einen ganz großartigen Job. Er läuft immer gegen Ball die gegnerischen Abwehrspieler an Er arbeitet sehr viel Deshalb bin ich auch sehr zufrieden mit ihm. Das Quäntchen Glück, das er in den letzten Wochen noch nicht hatte, kriegt er vielleicht in den kommenden drei Spielen noch hin. Insofern schauen wir dort, dass er noch etwas genauer wird.“

Das klingt für mich sehr stark nach weiteren Spielzeiten für den Dänen – und damit gegen Manuel Wintzheimer. Warum? Keine Ahnung. Aber angesichts der Tatsache, dass Walter Wintzheimer in dieser Saison im Oktober das letzte Mal von Beginn an brachte, mag man erahnen, dass er nicht viel mit Wintzheimers Qualitäten anzufangen vermag. Dass Kaufmann aus meiner Sicht hier keinen Deut mehr zustande bringt, deutet daraufhin, dass Walter schon im Ausschlussverfahren aufstellt. Vor allem aber zeigt es, warum Walter so lange darauf verzichtet hat, mit zwei Stürmern zu beginnen. Wobei das natürlich auch jett wieder möglich wäre. Also ohne zwei Stürmer zu spielen, meine ich. Dann würde Sonny Kittel voraussichtlich wieder auf die linke Außenbahn gehen, während Jatta rechts und Glatzel zentral angreifen.

Aber in Sachen Aufstellungen werden wir uns den einen verbliebenen Trainingstag noch abwarten und sehen, wer letztlich gesund ist und mit nach Ingolstadt reist. Bis dahin wünsche ich Euch einen schönen Abend. ich melde mich morgen früh wieder mit dem MorningCall. Bis dahin,

Scholle

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