Ich werde mir das nicht gefallen lassen
Ich bin nicht sensibel. Ich habe ein wirklich dickes Fell. Weil ich weiß, wie einfach es sich manche Menschen machen, wenn sie anonym schreiben. Da wird sich vor den Rechner…

Ich bin nicht sensibel. Ich habe ein wirklich dickes Fell. Weil ich weiß, wie einfach es sich manche Menschen machen, wenn sie anonym schreiben. Da wird sich vor den Rechner gesetzt und ausgeteilt und gekeult, bis nichts mehr geht. Da wird beleidigt und denunziert, als gäbe es keinen Anstand mehr. Das betreiben viele hier vor allem untereinander. Auf mich wirken diese Auseinandersetzungen zumeist schon prinzipiell, was sie allerdings nicht einen Deut sinnvoller werden lässt. Auch, dass ich immer wieder Ziel von Kritik bin, ist absolut normal. Als Blogbetreiber muss man damit auch einfach umgehen können. Und ich behaupte, ich kann das auch. Oder erinnert sich irgendjemand daran, dass ich mich schon mal beschwert habe? Ich glaube nicht. Im Gegenteil: Ich habe selbst auf unsachlichste Posts entweder gar nicht reagiert – oder es sachlich versucht.
Ein nachhaltiges und schwer verdauliches Problem aber ist, dass einige einfach nicht verstehen, was das hier ist. Denn ich betreibe hier einen Blog, der Euch jeden Tag über den HSV informiert. Zumindest ist das mein Ansatz und es passiert an jedem Tag, an dem ich nicht frei habe. Und wer sich die letzten zehn Jahre mal rückwirkend hier, bei der Rautenperle und bei Matz ab durchsieht, der wird erkennen, dass diese freien Tage sehr rar waren. Trotz einer Familie mit drei kleinen Kindern habe ich die Wochenenden mit den Spielen als Hauptarbeitszeiten weiter angenommen. So, wie es früher beim Hamburger Abendblatt auch völlig normal war. Einziger Unterschied von damals zu heute: Damals habe ich für ein bezahltes Medium gearbeitet und dafür Geld bekommen, mit dem ich meine Familie ernährt habe. Hier indes mache ich es aus freien Stücken und kostenlos für jede(n) von Euch.
Und ja, es gibt in meinem Leben Dinge, die wichtiger sind als der HSV. Anstand zum Beispiel. Aber vor allem meine Familie. Und wenn ich einen von gerade einmal sieben Urlaubstagen darauf verwende, für Euch einen Blog zu verfassen und den HSV zu begleiten, obwohl meine Kinder mich darum gebeten haben, mit ihnen die Piste unsicher zu machen – dann ist das für mich ein Verzicht, der mir EXTREM schwerfällt. Wenn sich dann an dieser Stelle einige darüber aufregen, dass ich nach einem so selten beschissenen Spiel wie dem des HSV in Düsseldorf schreibe, dass ich das besser nicht hätte machen sollen – dann weiß ich:
ICH HÄTTE ES NICHT MACHEN SOLLEN!
Und das sogar völlig unabhängig vom Spiel. Denn allein die Unverschämtheit, mit der ein Rotkaeppchen und einige andere hier seit Jahren mitlesen und dann auch noch glauben, sie könnten derartige Ansprüche stellen, zeigt, dass hier ein Missverhältnis entstanden ist.
Mich persönlich trifft das tatsächlich nicht. Dass hier Leute darüber fabulieren, wie ich mein Geld verdiene, ist komplett respektlos und anmaßend – aber es war mir bis hierhin nicht eine Silbe wert, weil es abstrus ist. Mich trifft das alles nicht, weil ich diese Unverschämtheiten seit Jahren miterlebe. Aber irgendwann ist es zu viel. Und in diesem speziellen Fall schreibe ich das auf, weil ich das Gefühl habe, das meiner Familie gegenüber schuldig zu sein. Meiner Frau und meinen Kindern gegenüber bin ich es schuldig, ein guter Vater zu sein. Einer, der Zeit für sie hat und der Urlaube auch Urlaube sein lässt. Nehme ich ihnen diese Zeit wie am Sonnabend, dann muss das schon einen gewichtigen Grund haben. Zu Eurem Verständnis: Bislang waren mir diese Bloggemeinde und der HSV sowas fast immer wert. Ich war immer und bin immer noch sehr gern HSV-Reporter. Mein Leben richtet sich (viel zu sehr) am HSV und dessen Terminen aus.
Und trotzdem gibt es diese Rotkaeppchen – den ich hier selbstverständlich nur stellvertretend für einige andere nenne. Also für die Leute hier unter uns, die nicht anerkennen, dass sie hier mehr bekommen, als sie geben (können). Leute, die diesen kostenlosen HSV-Infokanal nicht (mehr?) sowie meine Arbeit und Zeit, die ich hier investiere, nicht wertschätzen. Und denen empfehle ich heute ein für allemal, zu gehen. Einfach nicht mehr mitlesen, nicht mehr mitschreiben, eben einfach wegbleiben. Dann ärgert sich auch keiner. Win-win-win-win-win sozusagen! Ansonsten werde ich in Zukunft etwas machen müssen, was ich persönlich in den letzten 12 Jahren Blogschreibens noch immer vermieden habe: Ich werde die Leute rausschmeißen, die sich nicht benehmen können und/oder mich beleidigen. Warum? Weil das ganz einfach mein gutes Recht ist. Ich werde meine Zeit nicht mehr Leuten zur Verfügung stellen, die das nicht wertschätzen können, sondern nur der deutlich größeren Menge derer, die das können. Denn eines kann ich nicht ab und werde ich nicht dulden: Unverschämtheit.
Die zweite Überlegung könnte nur sein, den Blog zu monetarisieren. Über ein Abo vielleicht. Das würde dann selbstverständlich etwas kosten. Und dann wären die Verpflichtungen meinerseits Euch gegenüber nicht mehr nur freiwillig – sondern dann wären sie in Teilen sogar bezahlt und von Euch einforderbar. Dann müsste ich mich sicher auch der einen oder anderen Diskussion stellen, wenn ich mal nicht abliefere. Wäre das in Summe wirklich besser?
Fakt ist: Ich MUSS hier nicht. Sogar gar nichts, weil auch Ihr nichts müsst. Also abgesehen vom respektvollen Umgang miteinander selbstverständlich. Ich könnte hier tagelang aussetzen und nichts machen, ohne irgendwem dafür eine Erklärung dafür zu schulden. Aber: ich mache es nun mal sehr gern. Ich mache diesen Blog auch weiterhin sehr gern. Für all diejenigen, die hier sachlich diskutieren, kritisieren oder sich einfach zusammen mit mir und anderen ärgern oder auch freuen wollen. Für alle, denen etwas am HSV und an diesem Blog liegt. Und dabei ist es mir egal, ob sie den HSV loben oder kritisieren. Denn das gehört zu einer großen, offenen Diskussion einfach dazu. Ganz im Gegensatz zu solchen Posts wie dem von Rotkaeppchen (siehe Bild unten) und einigen anderen heute. Denn die habe ich heute das letzte Mal geduldet. Versprochen.

Beim HSV haben heute Daniel Heuer Fernandes und Tom Mickel beim Training gefehlt, da beide positiv auf Corona getestet wurden. Beiden geht es meinen Auskünften nach den Umständen entsprechend gut. Und ich wünsche beiden von Herzen, dass das so bleibt, bis sie sich freigetestet haben und wieder gesund sind. Gute Besserung Euch beiden!
Parallel zu dieser Nachricht gab es auch noch eine gute Nachricht, die sich in den letzten Tagen ja schon rumgesprochen hatte, heute aber final verkündet wurde: Der HSV hat ab der neuen Saison mit dem Hamburger Versicherungsunternehmen Hanse Merkur einen neuen Hauptsponsor. In dem bis 2025 ausgerichteten Vertrag sind für die Zweitligazugehörigkeit rund 2,6 Millionen und im Aufstiegsfall 5,8 Millionen Euro (Quelle: Hamburger Abendblatt) vorgesehen. Bislang kassierte der HSV von Orthomol rund 2 Millionen Euro. Ergo: Eine Verbesserung. Und vor allem: Planbare Zahlen.
In diesem Sinne, bis morgen.
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