HSV zieht lächelnd in Quarantäne - Vagnoman fällt aus
„Wer wird es denn nun? Wer wird der neue Trainer, wenn Steffen Baumgart abgesagt hat?“ Diese Fragen werden mir aktuell mehr gestellt, als die Frage nach dem Ausgang dieser…

„Wer wird es denn nun? Wer wird der neue Trainer, wenn Steffen Baumgart abgesagt hat?“ Diese Fragen werden mir aktuell mehr gestellt, als die Frage nach dem Ausgang dieser Saison. Und ginge es nach meinem Freundes- und Bekanntenkreis, hätte Horst Hrubesch in etwas eine zehnprozentige Wahrscheinlichkeit, entgegen aller anderslautenden Ansage doch auch über die Saison hinaus Trainer des HSV zu bleiben. Ein unglaublich charmanter, weil sympathischer Gedanke, aber weder für die Klublegende noch für den Klub halte ich diese Idee für ratsam. Im Gegenteil: Angesichts des hohen Verschleißes auf der Position des Cheftrainers wäre die Wahrscheinlichkeit nur unnötig hoch, den letzten verbliebenen Unantastbaren im Klub zu verheizen. Denn Fakt ist: Scheitert Hrubesch als Cheftrainer, ist er auf keiner anderen Position mehr wirklich unbeschadet einsetzbar.
Von daher: Macht, Hotte – und dann kümmere Dich wieder darum, dass die Jungen beim HSV eine Zukunft haben. So, wie es aktuell bei Robin Meißner funktioniert hat, kann es immer wieder passen. Den Angreifer hatte Hrubesch zuletzt einfach mal in die Startelf geschmissen und wurde für diesen Mut belohnt. Meißner spielte nach holprigem Start zunehmende besser und traf nicht nur einmal, sondern bereitete einen weiteren Treffer vor. „Jetzt kennen sie ihn“, warnte Hrubesch nach dem Spiel, „jetzt wird er sich beweisen müssen.“
Trainersuche muss zeigen, was der HSV will
Hrubesch hat ein großes Plus, das sich in dieser verkrampften Schlussphase für den HSV positiv auszahlen könnte: Er muss nichts mehr beweisen, sondern kann eigentlich nur noch gewinnen. Schafft er noch den Relegationsplatz, gleicht das einem Wunder. Schafft er es nicht, wird jedermann seinem Vorgänger diesen Misserfolg anlasten. Das lässt einen auch etwas entspannter überraschende Entscheidungen treffen. Und trotzdem: Gut, dass Hrubesch diesen Weg geht. Denn es kann ein wichtiger Fingerzeig werden für alles, was jetzt noch kommt.
Vor allem kann dieser Weg ein wichtiges Kriterium für die Trainersuche sein. Den n bei allem, was ich an Steffen Baumgart schätze und gern hier in Hamburg gesehen hätte, muss man auch zugeben, dass der Trainertyp Baumgart ein gänzlich anderer als Daniel Thioune ist. Soll heißen: Die Gefahr, dass hier wieder einmal alles auf Null gestellt und neu angefangen wird, wäre da gewesen. Und ganz ehrlich: Genau DAS muss die HSV-Führung endlich verhindern. Hier muss endlich auf das Gute der letzten Wochen und Monate aufgebaut werden – und parallel das Erfolglose minimiert werden. Denn nur so schafft man es, dem Verein endlich eine Philosophie einzuimpfen, die unabhängig von Namen über allen und allem für den HSV steht.
Wer das sein könnte? Das ist echt schwierig im Moment. Es gab tatsächlich vor ein paar Wochen mal das – von mir aber ob seiner Unwahrscheinlichkeit vernachlässigte – Gerücht, der HSV hätte sich bei Holstein Kiels Ole Werner erkundigt und sei dort auf Interesse gestoßen. Ich indes glaube, dass die Quelle hier etwas verwechselt hat und nicht der aktuelle, sondern ein ehemaliger Trainer Kiels ein Kandidat war bzw. eventuell noch ist: Tim Walter. Denn Werner wäre schon ziemlich bescheuert, um es mal beim Namen zu nennen, wenn er nach dem Aufstieg mit Kiel nach Hamburg wechselt.
Wichtiger als alles das ist also, dass der HSV die nächsten Tage und Wochen dazu nutzt, um alle Trainerprofile abzugleichen und nach dem Trainer zu suchen, der den HSV-Weg gehen will. Also, wenn es diesen auch tatsächlich gibt. Aus meiner Sicht würde das bedeuten, der Trainer muss….
- ….Talente entwickeln können
- ….auch den Mut haben, junge Spieler ins kalte Wasser zu werfen, um a) zu zeigen, dass der HSV für junge Spieler eine sportlich betrachtet gute Adresse ist und b) die jungen Spieler ausreichend Zeit bekommen, sich auf dem Platz zu entwickeln
- ….das Nachwuchskonzept des HSV mittragen und es aktiv unterstützen
- ….den Mut haben, weniger auf Namen denn auf Potenziale zu setzen
- ….dem Umfeld den Zahn ziehen, dass dieser HSV auch nächstes Jahr aufsteigen „MUSS“…
Und das ist nur ein kleiner Auszug dessen, was passen muss. Entscheidend bei alledem ist für mich, dass der HSV aufhört, immer wieder alles neu bauen zu wollen. Auch deshalb will ich unbedingt Horst Hrubesch wieder im Nachwuchsbereich als Verantwortlichen arbeiten sehen.
Hrubesch Art greift - es wird wieder viel gelacht
Und während Hrubesch mit Jonas David zuletzt einen Youngster gar nicht erst für den Kader nominierte, muss ein anderer im Saisonendspurt (vorerst) passen: Josha Vagnoman hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen und dürfte damit für die letzten beiden Spiele ausfallen. Bitter für den Rechtsverteidiger, dessen Abgang im Sommer immer wahrscheinlicher wird. Und das noch nicht einmal, weil der Spieler selbst unbedingt weg will. In diesem Fall muss der HSV zusehen, dass er Spieler im Sommer verkauft, um sich das nötige Kleingeld für etwaige Neuverpflichtungen zu erlösen. Ein Weg, den wir hier in diesem Blog sowie dessen Vorgängern seit einigen Jahren schon als alternativlos erachten. Von daher werde ich an dieser Stelle auch nicht lange darüber diskutieren, ob ein Vagnoman nun besser gehalten werden sollte, oder nicht. Denn diese Entscheidung ist ohne wundersame und aktuell nicht erkennbare Extraeinnahmen nahezu alternativlos.
Ambrosius, Hunt, Vagnoman fallen also in Osnabrück aus. Der Rest der Mannschaft bereitet sich ab heute in der vorgeschriebenen Trainingslager-Quarantäne auf die letzten beiden Spiele vor. Im Hotel von HSV-Sponsor Eugen Block werden die Tage rund um die Trainingseinheiten bis Osnabrück verbracht. Nach dem Spiel beim VfL zieht die Mannschaft vom Grand Elysee in das alte Mannschaftshotel „Treudelberg“ vor den Toren Hamburgs um. Zeitintensives Beisammensein auf engstem Raum (sofern man das bei den Luxushotels so sagen kann…) für die Mannschaft, und Zeit für Hrubesch, seine Kernkompetenz auszuspielen: Teambuilding. Wenn man die Eindrücke aus den Trainingseinheiten gepaart mit dem Nürnberg-Ergebnis sieht, dann scheint die Lockerheit im Team zumindest erreicht. Es wird viel gelacht, wie nicht nur auf dem Titelfoto zu sehen ist/war...
Ich indes werde mal schauen, ob ich morgen noch viel zu lachen habe, nachdem ich heute meinen ersten Impftermin hatte. Noch ist bei mir alles tiptop, von daher bin ich ähnlich optimistisch, morgen wieder voll für Euch da zu sein, wie ich noch auf das „Wunder von und mit Horst“ hoffe.
In diesem Sinne, bis morgen!
Scholle
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden