Analyse

HSV zeigt Offensivpower im Test gegen Groningen – Torunarigha im Fokus

heute hat der HSV ein spontanes Testspiel gegen den FC Groningen gespielt. Zu einer "arbeitnehmerfreundlichen" Uhrzeit von 12 Uhr wurde das Spiel auf dem Trainingsgelände am…

HSV zeigt Offensivpower im Test gegen Groningen – Torunarigha im Fokus

Moin zusammen,

heute hat der HSV ein spontanes Testspiel gegen den FC Groningen gespielt. Zu einer "arbeitnehmerfreundlichen" Uhrzeit von 12 Uhr wurde das Spiel auf dem Trainingsgelände am Volksparkstadion angepfiffen. Der HSV gewann dieses Testspiel mit 6:3. Groningen steht momentan auf Platz 6 in der Eredivisie in den Niederlanden. Der HSV gewann das Testspiel mit 6:3. Ein sehr ansehnliches Spiel mit vielen Toren. Auffällig war vor allem die Aufstellung. Logischerweise wird immer wieder etwas Neues getestet und dafür sind solche Spiele auch da.  

Fernando Dickes startete im Tor, die 5er-Kette vor ihm bestand aus Jatta, Torunarigha, Ramos, Soumahoro und Mickelbrencis. Wobei Mickelbrencis und Jatta natürlich wieder die Schiene beackerten. Vieira spielte auf der 8 mit Remberg. Auf den Flügeln begannen Sahiti und Pherai, Glatzel begann in der Sturmspitze.

Später kamen noch Hefti, Rath, Katterbach, Adam, Königsdörffer und Dompé.

Der HSV schießt in diesem Spiel 6 Tore und zeigt, dass er auch in Testspielen gewinnen kann. Allerdings ist die Wertigkeit der Testspiele für mich nicht ganz so hoch. Das war es schon nach dem Hannover-Spiel, wo viele aufschrien, weil Hannover deutlich besser spielte. Seit dem Testspiel gab es eigentlich kein Spiel mehr, in dem der HSV deutlich unterlegen war. Und so werde ich nach diesem Testspiel logischerweise auch nicht größenwahnsinnig. Spiele gegen Mannschaften aus anderen Nationen sind immer eine schöne verbindende Sache und sicherlich wird das Trainerteam vor allem individuell seine Schlüsse gezogen haben.  Dennoch macht es wenig Sinn, aus diesem Spiel jetzt eine direkte Verbindung zu einem Liga-Spiel zu ziehen. Dort sind die Voraussetzungen deutlich anders und auch das Personal beider Mannschaften hätte sicherlich die eine oder andere Änderung gehabt. Dennoch empfinde ich es als richtig, solche Testspiele zu arrangieren, da man vor allem den Jungs, die nicht so häufig in der Bundesliga eingesetzt werden, Spielpraxis gegen eine andere Mannschaft gibt.

3er-Kette im Fouks- Wer ersetzt Elfadli?

Ein Aspekt, auf den das Trainerteam sicherlich schaut, ist die linke Innenverteidigerposition. Mit Soumahoro und Torunarigha hat man heute zwei Spieler auf dem Platz gehabt, die dafür aufgrund ihres starken linken Fußes in Frage kommen. Elfadli fällt ja leider länger aus, an dieser Stelle gute Besserung!
Nun muss man beim HSV schauen, wie man diese Position besetzt. Am Wochenende gegen Dortmund spielte Torunarigha. Und ehrlicherweise machte er seinen Job ziemlich gut. Generell stand die Defensive wieder gut, aber auch Torunarigha überzeugte defensiv. Er warf sich in jeden Ball und war immer nah am Gegner dran. Sicherlich hakte es hin und wieder im Aufbauspiel, aber das wurde am Wochenende anderweitig kompensiert. Torunarigha hat seine Qualitäten natürlich eher im Diagonalspiel. Seine Bälle von hinten links nach vorne rechts überwinden manchmal mehrere Spieler und geben dem HSV Raum auf dem Flügel. Der HSV muss sein Spiel aber dann dahingehend ändern, dass man mit Torunarigha jemanden hat, der das Aufbauspiel eher aus der 3er-Kette heraus betreibt. Elfadli ist einer, der häufig auch mit ins Zentrum vorrückt. Vor allem wenn Remberg sich fallen lässt und mit Capaldo und Vuskovic den 3er-Aufbau startet. Am Wochenende war Capaldo derjenige, der dann vorrückte, damit Torunarigha und Vušković die 3er-Kette mit Remberg oder Lokonga aufbauen. Und ich glaube, dass dies auch weiterhin so passiert. Capaldo war ja ursprünglich im Zentrum unterwegs und hat auch mal rechts hinten gespielt. Die Rolle als vorrückender Innenverteidiger könnte ihm noch mehr zugutekommen, als sein Einsatz in der 3er-Kette bisher schon war.

Sofern Polzin überzeugt ist, bestünde aber auch die Möglichkeit, Soumahoro hinten links einzusetzen. Auch er wäre prädestiniert dafür, ins Zentrum vorzurücken. Der junge Franzose spielte in der Vorbereitung ja die Rolle des zentralen Innenverteidigers, der immer wieder mit auf die 6 rückte. Allerdings könnte dies auch ein Tick zu früh sein. Soumahoros Debüt in München verlief semi-optimal, und trotz der starken Entwicklung von Vuskovic hätte man dann am Ende zwei junge Innenverteidiger in der 3er-Kette.

Aufgrund der Erfahrung und dem durchaus ordentlichen Spiel am Samstag gehe ich also davon aus, dass Torunarigha Elfadli mittelfristig ersetzen wird. In der 3er-Kette mit Capalo ist er nicht zwangsläufig angewiesen, für den Spielaufbau ins Mittelfeld vorzurücken, und kann sich überwiegend auf seine Aufgaben in der Defensive konzentrieren. Mittelfristig wird also wohl Torunarigha spielen, aber Soumahoro sollte nicht nachlassen, denn wie wir in der letzten Zeit gesehen haben, kann sich immer wer verletzen und dann muss Soumahoro da sein. Gleiches gilt natürlich auch für Gui Ramos, der ja des Öfteren schon Minuten in der Bundesliga sammeln durfte.

Tom

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