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HSV will Kiels Reese, und: der Suhonen-Schock

Ich hatte mich in vielen Communitytalks schon festgelegt: Wenn man beim HSV eine positive Entwicklung erkennen kann, sollte man unbedingt weiter in dieser Konstellation…

HSV will Kiels Reese, und: der Suhonen-Schock

Ich hatte mich in vielen Communitytalks schon festgelegt: Wenn man beim HSV eine positive Entwicklung erkennen kann, sollte man unbedingt weiter in dieser Konstellation arbeiten. Und dazu zählt nicht allein, dass man die Spieler, also die Mannschaft beisammenhält. Sondern dazu zählen vor allem auch die sportlichen Entscheider. Und entgegen der hier mehrheitlich vertretenen Meinung, man müsse mal wieder alle vom Hof jagen, behaupte ich, dass der HSV auf Sicht besser wird, wenn er Jonas Boldt, Michael Mutzel und Co. hält. Und das auch, weil sie verschiedene Fehler schon gemacht haben. Fehler, über die hier trefflich diskutiert und geschimpft wurde. Aber eben auch Fehler, die sie in Zukunft nicht mehr machen dürfen (und hoffentlich nicht mehr machen werden), die den Neuen aber noch unterlaufen, weil auch die Zeit brauchen werden, sich an den HSV und sein Umfeld zu gewöhnen.

Gleiches gilt für die Trainerposition. Der HSV hat sich in dieser Saison einer sehr mutigen, aktiven Spielweise verschrieben. Und HSV-Trainer Tim Walter überzeugt zunehmend mit seiner Spielphilosophie. Der Badener hatte schon zu Saisonbeginn festgelegt, das Drumherum auszublenden, bis zuletzt nicht über Aufstieg zu reden. „Wir bleiben bei uns“, lautet sein Kernsatz. Eine Zurückhaltung, die er erst jetzt vor dem letzten Spieltag über Bord warf, als er erstmals auch verbal in die Offensive ging: „Wir wollen aufsteigen."

Walter macht den HSV besser - darf er bleiben?

Sein Offensivfußball, der anfangs mit permanenten Positionswechseln und noch immer mit manchmal zu riskantem Spiel hinten raus wild wirkt und mit aufgerückter Defensive mitunter riskant ist, verläuft mittlerweile erkennbar geordneter. Weil sich über ständige Wiederholungen Automatismen ergeben haben, die immer besser funktionieren. „Diese Art Fußball zu spielen, macht unheimlich Spaß“, sagte Robert Glatzel, der mit 21 Saisontoren der Toptorschütze des HSV ist. Zugleich loben die Profis auffällig geschlossen das gute Klima im Team und würdigen Walter, der ein Verfechter des Ballbesitzfußballs ist. Mit Ausnahme der jüngsten Partie gegen Hannover 96 (2:1) hatten stets die Hamburger häufiger den Ball als der Gegner. Walters Logik: Ist der Ball bei uns, kann der Gegner keine Tore schießen. Und das geht in letzter Zeit gut auf, obwohl man nicht mehr ganz so hoch den Gegner anläuft wie noch zu Saisonbeginn. Oder gerade deswegen?

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Während die Hamburger zuletzt eine stabile Siegesserie hinlegten (12 Punkte), strauchelte die Konkurrenz. Schalke (9), Bremen (7), Darmstadt (6), St. Pauli (2) - die Aussetzer der Rivalen holten den abgeschlagenen HSV zurück ins Spiel. Und mit jedem Sieg wuchs das Selbstbewusstsein. „Wir sind überzeugt von uns, wir sind mutig", beteuerte Walter und befand: „Wir sind da, wo wir sind, zu Recht.“ Und Sportchef Jonas Boldt, der seit Amtsübernahme nicht zum dritten Mal den Aufstieg verpassen will, macht sich unvermindert stark für Walter. Denn in einigen Vereinsgremien soll der Coach umstritten sein. „Wenn wir in dieser Konstellation zusammenbleiben, dann kann hier richtig etwas wachsen. Und genau das ist, was dem HSV die letzten zehn bis 20 Jahre gefehlt hat“, sagte der 40 Jahre alte Sportvorstand– angesichts seiner eigenen Situation sicher nicht ganz uneigennützig.

Aber: Dass wir gestern schon die erste große Saisonanalyse hier reingestellt haben, hat seinen Grund. Denn ich bin überzeugt davon, dass der HSV derart wichtige Personalien nicht allein von dem Tabellenplatz abhängig machen darf. Im Gegenteil: Dier größten Erfolgsgeschichten (Streich in Freiburg, Klopp in Dortmund, Otto Rehhagel früher in Bremen) hatten alle zu Beginn heftige Talfahrten zu überstehen, um am Ende daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen und Erfolge einzufahren.

Bitter: Suhonen fällt mit Wadenbeinbruch lange aus

Alles andere als erfreulich war dagegen die Meldung des heutigen Tages: Anssi Suhonen hat sich einen Bruch des Wadenbeins zugezogen. Ausgerechnet der junge Finne, der in dieser Saison immer wieder zu überzeigen wusste – aber eben auch immer wieder verletzt ausfiel. Die Pressemitteilung im Wortlaut: 

Offen ist jetzt, wie Trainer Tim Walter sein Team umbauen wird? Zumal er hier (glücklicherweise) mehrere Möglichkeiten hat. David Kinsombi oder Maximilian Rohr sind die ersten Kandidaten von der Bank für den Suhonen-Platz im Mittelfeld. Es könnten aber auch Jonas David, Sonny Kittel oder Moritz Heyer einspringen. Aber dazu morgen nach der Pressekonferenz mit Trainer Tim Walter.

Holt oder HSV im Sommer Kiels Fabian Reese?

Dazu kam noch eine Meldung aus Kiel: Denn nach Informationen der „Kieler Nachrichten“ vom Donnerstag) soll Nordrivale Hamburger SV Interesse an Fabian Reese haben. Der 24 Jahre alte Flügelstürmer erfüllt mit seiner Offensivpower und Schnelligkeit die Anforderungen, die der HSV hat. Zudem läuft Reeses Vertrag nur noch bis 2023. Die Kieler können also nur noch in diesem Jahr einen Transfererlös für ihn erzielen. Laut den „Kieler Nachrichten“ soll die festgeschriebene Ablösesumme für Reese im niedrigstelligen Millionen-Bereich liegen. Allein bei Holstein weiß man noch nichts vor einem Hamburger Interesse. „Ich weiß zurzeit weder etwas von einer Anfrage noch von einem konkreten Angebot“, sagte Kiels Sportchef Uwe Stöver der Zeitung.

In diesem Sinne, bis morgen. Dann wieder am Morgen mit dem MorningCall und dem Blog am Abend. Bis dahin!

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