HSV will Fan-Rückkehr gegen Dresden zum Fest machen
17100 Zuschauer werden morgen im ersten Saisonheimspiel gegen Dynamo Dresden live im Stadion dabei sein dürfen. Die Spieler selbst haben das am vergangenen Freitag auf Schalke…

17100 Zuschauer werden morgen im ersten Saisonheimspiel gegen Dynamo Dresden live im Stadion dabei sein dürfen. Die Spieler selbst haben das am vergangenen Freitag auf Schalke schon einmal wieder miterlebt, für mich allerdings ist es das erste Mal seit März 2020 wieder ein „echtes“ Ligaspiel. Und ja, darauf freue ich mich! Vor allem auch, weil mit Dynamo Dresden eine zuletzt mutige Mannschaft ins Volksparkstadion kommt. Eine Mannschaft, von der ich allerdings nicht mal im Ansatz das Spiel erwarte, das sie zum Auftakt zuhause gegen Mitaufsteiger FC Ingolstadt gespielt haben. Oder anders formuliert: Ich würde aus Dresdens erstem, sehr dominanten und auf Ballbesitz ausgerichteten Auftritt keine Rückschlüsse darauf ziehen, wie sie hier in Hamburg taktisch ausgerichtet sind.
„Dresden hat extrem viel Explosivität nach vorne“, warnte HSV-Trainer Tim Walter seine Mannen vor der eigenen Konteranfälligkeit, für die seine Mannschaft in den ersten Minuten auf Schalker gleich bestraft worden war und forderte zugleich Mut ein: „Wir wollen das erste Mal vor Zuschauern demonstrieren, was wir zu leisten imstande sind. Ich denke, es wird ein munteres Spiel.“
Dynamo Dresden verspricht mutigen Auftritt in Hamburg
Und zumindest verbal gibt sich der Gast von morgen zunächst schon sehr offensiv. Trainer Schmidt: „Es gibt doch nichts Schöneres, als solche Spiele. Noch dazu mit einem Sieg im Rücken. Ich will auch mit einem Sieg nach Hause fahren.“ Es wäre übrigens der erste Sieg einer Dynamo-Mannschaft in Hamburg überhaupt. „Wir müssen schon ein paar Dinge beachten, dürfen nicht ins offene Messer laufen“, ist auch Coach Schmidt klar. „Aber wir haben den HSV gründlich analysiert und auch Schwächen erkannt.“ Welche das sind, behielt der Dynamo-Coach für sich. Aber die wird auch Walter von seinem Team kennen – ebenso wie beim Gegner.
Offen ist, ob Walter seine Startelf verändert. Sonny Kittel beispielsweise könnte wieder in die Startelf rücken. Dann müsste wahrscheinlich David Kinsombi auf die Bank. Oder Manuel Wintzheimer würde rausrotieren, was ich sehr schade fände. Denn ich glaube, dass die unermüdlich kämpferische, schnörkellose Spielweise Wintzheimers dem HSV helfen wird. Ich halte es übrigens bis heute für einen großen Fehler von Daniel Thioune, dass er Wintzheimer in der Vorsaison plötzlich rausnahm und einige Spiele nur auf der Bank Platz nehmen ließ. Aber okay, das ist Vergangenheit. Und abgehakt.
Ich würde die Viererkette vor Daniel Heuer Fernandes unverändert lassen. Ich bin eh ein Freund von Konstanz in diesem Mannschaftsteil. Ebenso halte ich die Sechs für eine so zentrale Position, dass diese möglichst immer vom selben Spieler bekleidet werden sollte. Der heutige Sechser spielt nicht nur geographisch auf dem Platz eine ganz zentrale Rolle. Zumindest dann, wenn er es gut macht. Dann nämlich ist er der Taktgeber – nach hinten wie nach vorn. Aktuell würde ich hier auch deshalb nicht an Neuzugang Meffert rütteln, sondern ihn maximal stützen, da seine Konkurrenten auf der Position entweder den Verein verlassen haben (Amadou Onana) oder sportlich hinterherlaufen (Klaus Gjasula).
Wer rückt für Kittel auf die Bank?
Dann allerdings wird es interessant. Ich fand Kinsombi auf Schalke nicht so stark wie einige andere. Als Trainer hätte ich keinerlei Probleme, seinen Austausch vor Dresden zu argumentieren. Dennoch würde ich ihm gegen Dresden noch eine Chance geben, sich zu zeigen. Fakt ist, dass Kinsombi sowohl defensiv wie offensiv Qualitäten hat. Er ist sowas wie der 90-%-Spieler – mit einem guten Näschen für torgefährlche Szenen. Ebenso drinlassen würde ich Ludovit Reis, der auf Schalke noch etwas verhalten spielte, der aber erstaunlich vielseitig ist. Körperlich agiert der Neuzugang vom FC Barcelona II sehr robust, fußballerisch hat er bis zum finalen Pass alles im Repertoire. Bleibt also nur die Frage: Wohin mit Sonny Kittel?
Ich würde tatsächlich zunächst mit der Startelf der Vorwoche beginnen. Also mit Jatta, Wintzheimer und Glatzel vorn. So hätte ich erneut für alle Mannschaftsteile noch Spieler auf der Bank, die das Spiel besser machen können. Das übt zum einen positiven Konkurrenzkampf auf die Startelf aus. Und es gibt zum anderen den Spielern auf dem Platz Sicherheit, weil sie wissen, dass genügend Qualität hintenraus von der Bank gebracht werden kann. Vor allem hat es genau so schon einmal funktioniert.
Oder wie seht Ihr das? Wie würdet Ihr spielen lassen?
Egal wie, ich freue mich auf morgen. Auf Stimmung im Stadion – und ein hoffentlich unterhaltsames Spiel zweier Traditionsmannschaften. Ich hoffe vor allem darauf, dass der HSV es schafft, seine guten Ansätze aus insbesondere der zweiten Halbzeit ebenso beizubehalten wie die schwächeren (defensive Umschaltbewegungen) abzustellen. In diesem Sinne, bis morgen! Da dann wieder im Anschluss an das Spiel mit Blog und Blitzfazit!
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