Analyse

HSV vor Wolfsburg: Warum das Duell mehr Brisanz hat, als viele denken

nun starten wir auch wieder mit der Vorbereitung auf das nächste Spiel. Am Samstag um 15:30 Uhr trifft der HSV auf den VFL Wolfsburg. Und dieses Spiel bringt am Ende doch mehr…

HSV vor Wolfsburg: Warum das Duell mehr Brisanz hat, als viele denken

Moin zusammen,

nun starten wir auch wieder mit der Vorbereitung auf das nächste Spiel. Am Samstag um 15:30 Uhr trifft der HSV auf den VFL Wolfsburg. Und dieses Spiel bringt am Ende doch mehr Brisanz mit, als man erwarten würde. Wer sich in Kreisen des VFL Wolfsburg umhört oder sich mit dem Werksclub etwas näher beschäftigt, der merkt, dass die Lage in Wolfsburg momentan nicht optimal läuft. Nachdem die Wölfe eigentlich gut in die Liga starteten, verlor man die letzten 4 Spiele. Zuletzt gab es eine 0:3-Niederlage zu Hause gegen Stuttgart. Es fehlte am taktischen Konzept, am Willen und schlichtweg an der Haltung der Spieler. Trainer Paul Simonis steht in der Kritik, für einige könnte das Spiel gegen den HSV das letzte sein. Einige in Wolfsburg sprechen sogar vom wichtigsten Spiel der Saison. Für den VFL geht es hier nicht nur um Punkte, es geht darum, Haltung zu zeigen und zu beweisen, dass man in der Liga mithalten kann. Das Saisonziel der Wölfe war sicherlich weiter hochgesteckt, einige haben sogar Richtung Europa geschaut. Doch nun muss man sich in Niedersachsen zumindest vorläufig wieder mit dem Thema Abstiegskampf befassen. Mit dem HSV trifft der VFL nun auch noch auf einen direkten Konkurrenten. Sollten die Wolfsburger in Hamburg verlieren, könnte das Gesamtkonstrukt, mit dem man in die Saison startete, zerbrechen. Andersherum könnte ein Sieg in Hamburg Aufwind geben. Man würde zeigen, dass man mithalten kann, und es gäbe die Chance auf einen Turnaround.

Die Wolfsburger Krise birgt auch für den HSV Gefahren

Für den HSV wird dieses Spiel sicherlich schwerer, als viele von Anfang an dachten. Logischerweise geht man mit einem guten Gefühl in das Spiel. Schließlich hat man aus den letzten 4 Spielen 7 Punkte geholt. Der einzige Gegner, der einen selbst bezwingen konnte, war RB Leipzig. Die Sachsen rangieren momentan auf Tabellenplatz 2. Das positive Gefühl könnte aber auch zu einer Falle werden, wenn man nicht voll fokussiert bleibt. Trainer Merlin Polzin sagte heute, dass die Spieler im Kopf klar sind, man aber trotzdem immer im Hinterkopf hat, dass ein Spiel gegen so einen Gegner anders ausgehen kann, als man aufgrund der vorherigen Spiele hofft. Zudem besteht die Möglichkeit, dass der VFL deutlich anders agiert, als man ihn in den letzten Spielen sah. Sofern ein Trainer auf dem wackeligen Stuhl sitzt, besteht immer die Möglichkeit, dass dieser Trainer sein Konzept einmal komplett über den Haufen wirft und anders agiert als sonst. Der VFL hat seine Spielweise seit der Übernahme von Trainer Paul Simonis auf einen anderen Weg gelenkt. Man steht deutlich tiefer, sogar noch tiefer als der HSV. Anders als sonst könnten die Wölfe aber am Wochenende auch versuchen, hoch zu attackieren, anstatt tief zu stehen. Das würde wohl überraschen. M. M. n. würde dies aber sogar dem HSV entgegenkommen.

Ein Aspekt, der bei einer Trainerdiskussion immer mitspielt, ist die Art und Weise, wie die Spieler zum Trainer stehen. Wie und ob die Spieler des VFL Wolfsburg noch hinter Simonis stehen, können wir von außen nicht bewerten. Fest steht aber, dass ein früher Führungstreffer für den HSV eine negative Wirkung beim VFL zeigen könnte. Gegen Stuttgart zeigte die Mannschaft aus Niedersachsen eine willenlose Leistung. Das Spiel war nach dem 0:2 von Mittelstädt in der 55. Minute so gut wie entschieden. Ein früher Treffer des HSV könnte die Laune der Wolfsburger also nochmals verschlechtern und den Spielverlauf vereinfachen.

Doch wie schon gesagt birgt dieses Spiel auch das Risiko, Aufbaugegner für den VFL zu sein. Für den HSV geht es darum, klar in der Struktur zu sein, einen Plan zu erarbeiten und diesen umzusetzen. Das hat in den letzten Spielen gut funktioniert. Wichtig ist aber, dass jeder Spieler dieses Spiel annimmt, als wäre Wolfsburg der Gegner in der Liga, der am schwersten zu schlagen ist. Nur wenn jeder mit vollem Fokus das Spiel bestreitet, sind Punkte möglich. Wenn auch nur einer weniger macht, gefährdet er die gesamte Mannschaftsleistung.

Tom

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