Analyse

HSV vor dem Spiel bei Union Berlin: Pressekonferenz, Statistiken & Taktik-Check

am Sonntag gastiert der HSV anlässlich des 5. Spieltages der Bundesliga auswärts bei Union Berlin. Heute stand wie immer die Pressekonferenz an.

HSV vor dem Spiel bei Union Berlin: Pressekonferenz, Statistiken & Taktik-Check

Moin zusammen,

am Sonntag gastiert der HSV anlässlich des 5. Spieltages der Bundesliga auswärts bei Union Berlin. Heute stand wie immer die Pressekonferenz an.

Zum Personal

Bei Poulsen und Torunarigha muss abgewartet werden, was die medizinische Abteilung morgen nach dem Training sagt. Anhand dessen wird dann entschieden, ob die beiden in den Spieltagskader kommen oder nicht. Von Anfang an werden beide wohl nicht spielen. Silvan Hefti hat noch Hüftprobleme und wird am Wochenende nicht spielen. Immanuel Pherai kann aus privaten Gründen nicht am Spiel teilnehmen. Noah Katterbach wurde ja unter der Woche in die U21 versetzt. Auch er wird deshalb am Sonntag nicht auflaufen.

Schneller Umschaltfußball- Die Herangehensweise von Union Berlin

Der HSV trifft an diesem Spieltag auf einen Gegner, der ähnlich wie St. Pauli voll auf Umschaltmomente setzt. Union Berlin hat mit 36 % den geringsten Ballbesitzwert der Liga. Die Eisernen spielen pro Spiel rund 17 Pässe ins letzte Drittel. Zum Vergleich: Der HSV liegt bei 20, Heidenheim bei 21 Pässen. Zulassen tut man pro Spiel dennoch rund 45 Pässe ins letzte Drittel. Union setzt also voll auf die Defensive und versucht dann, schnell zu kontern. Ein weiterer Wert, der diese Annahme unterstreicht, ist der Wert der gespielten Pässe in den Strafraum des Gegners. Hier liegt Union mit 4,25 Pässen pro Spiel sogar noch hinter dem HSV. Der HSV trifft also auf keinen Gegner, der sich bewusst in den gegnerischen Strafraum kombiniert. Union ist eine Mannschaft, die auf eine intensive Spielweise setzt und dennoch versucht, kompakt zu stehen. Man lässt die gegnerische Mannschaft im eigenen Drittel machen, wenn es dann aber Richtung Mittellinie geht, jagen die Unioner den Gegner über den Platz. Ein Wert hier: Im gegnerischen Drittel gelingt Union pro Spiel ca. 1 Tackling, im mittleren Drittel sind es dann schon 6 und im eigenen Drittel 8 Tacklings pro Spiel. Wichtig ist hier, dass nur die Tacklings zählen, die den Ball unmittelbar behandeln. Ein Laufduell mit Abdrängen zählt z. B. nicht mit in die Statistik.

Unabhängig von den Statistiken lässt sich die Spielweise von Union aber auch im laufenden Spiel deutlich erkennen. Wer das Spiel in Frankfurt gesehen hat, konnte gut beobachten, wie Union agiert. Man wartet ab, was der Gegner macht, und sobald dieser einen Fehler begeht oder die Mittellinie überquert, packt man zu. Wenn man dann den Ball gewinnt, geht’s direkt ab nach vorne. Mit Ansah und Burke hat Union dabei zwei Spieler, die über Tempo verfügen.   (Ansah 32,8/Burke 35,3 km/h). Zudem hat man mit Ilic einen Spieler, der den Ball festmacht und die beiden Stürmer in Szene setzt. So hat Union am Wochenende 2 Kontertore gemacht, ein drittes hätte man noch erzielen müssen, hier vergab Burke aber die Großchance. Generell ist Union dennoch ziemlich sicher vor dem Tor. Einem Expected-Goals-Wert von 5,7 stehen 8 erzielte Tore gegenüber.

Tief stehen, schnell kontern - so könnte der HSV agieren

Der HSV sollte es also vermeiden, schnelle Gegenangriffe der Berliner zu provozieren. Polzin sprach in der Pressekonferenz an, dass es bei einem Angriff nicht immer nur um den offensiven Output geht, sondern auch darum, wie man im Falle eines Ballverlustes abgesichert ist. Ich hoffe und gehe davon aus, dass der HSV in der Defensive etwas tiefer steht als gegen St. Pauli. Dort stand man viel zu hoch und provozierte regelrecht die langen Pässe in die Tiefe. Diese spielte St. Pauli dann auch und wurde belohnt. Der HSV sollte im Spiel gegen Union Berlin genau das nicht noch einmal tun. Eher sollte man m. M. n. mit einem tiefen Block verteidigen. Union spielt zu Hause und muss das Spiel machen. Der HSV sollte selber auf Umschaltsituationen setzen. Das war genau das, was letztes Wochenende gegen Heidenheim in der zweiten Halbzeit sehr gut funktioniert hat. Union steht, wenn sie mal aufrücken, sehr hoch. Zudem ist ihre Dreierkette sehr jung und teilweise fehleranfällig. Der HSV sollte m. M. n. also Union den Ball überlassen, um dann selbst schnell mit Tempo umzuschalten. So vermeidet man zum einen Umschaltmomente von Union und zum anderen kann man die eigene Stärke des Umschaltspiels nutzen. Wichtig ist dann aber auch die von Polzin angesprochene Absicherung, wenn man sich mal vorne festspielt. Man sollte es so oder so vermeiden, den Ball zu verlieren, aber gegen Union tun einfache Ballverluste noch schneller noch mehr weh als gegen andere Mannschaften, die nicht unbedingt nur auf Umschaltspiel setzen.

Bezüglich der Aufstellung wird sich, denke ich, wenig ändern. Mit Dompe, Königsdörffer und Philippe hat man die Möglichkeit, schnell nach vorne zu agieren. Vieira im Zentrum kann das Spiel leiten. Eine Änderung, die ich mir eventuell vorstellen könnte, wäre, dass Lokonga für Remberg in die Startelf rückt. Das ist aber eher ein Bauchgefühl als ein fundierter Vorschlag.

Schreibt doch gerne mal rein, wie ihr in Berlin spielen würdet.Und schreibt auch gerne mal rein, ob wir häufiger Statistiken mit reinbringen sollen, um bestimmte Aussagen zu untermauern.

Vergesst wie immer nicht, am Sonntag nach dem Spiel den Blog zu lesen und das Fazit-Video auf YouTube zu schauen.

An dieser Stelle wünsche ich euch ein schönes Wochenende.

Tom

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