HSV vor dem Saisonstart: Viel zu tun - und die Kapitänsfrage ist nur ein Puzzleteil
Die Vorfreude in Hamburg ist riesig. Sieben Jahre lang hat der HSV auf die Rückkehr ins Oberhaus gewartet – jetzt ist es endlich so weit. Am 24. August rollt der Ball wieder in…

Die Vorfreude in Hamburg ist riesig. Sieben Jahre lang hat der HSV auf die Rückkehr ins Oberhaus gewartet – jetzt ist es endlich so weit. Am 24. August rollt der Ball wieder in der Bundesliga, und auch das Volksparkstadion wird ab dem zweiten Spieltag wieder kochen. Aber während die Fans schon den Spielplan studieren, steht Trainer Merlin Polzin vor einer ganzen Reihe von Entscheidungen, die er besser gestern als heute getroffen haben wollte.
Kapitänsfrage beim HSV: Wer folgt auf Sebastian Schonlau?
Vier Jahre lang war Sebastian Schonlau der unangefochtene Spielführer – ein Anführer auf und neben dem Platz, der immer vorangegangen ist. Allein leistungsmäßig gab es schon zu Zweitligazeiten Zweifel, inzwischen ist der Kapitän in den Planungen des HSV sportlich nicht mehr inbegriffen. Doch in den Planungen für die neue Saison spielt der 31-Jährige keine tragende Rolle mehr. Stammplatz? Unklar. Verbleib beim HSV? Offen. Also muss ein neuer Chef auf dem Platz her.
Polzin will die Entscheidung am Freitag fällen – und gleich im Pokalspiel bei Oberligist FK Pirmasens präsentieren. Die Liste der Kandidaten ist prominent: Miro Muheim, Daniel Elfadli, Keeper Daniel Heuer Fernandes und theoretisch auch Neuzugang Yussuf Poulsen. Doch gerade bei Poulsen steht noch ein Fragezeichen hinter der Fitness. Am Ende gilt: Wer die Binde bekommt, soll sie auch in der Bundesliga tragen.
HSV-Testspiele: Klare Niederlagen, Verletzungspech und viele Fragezeichen
So wichtig ein Kapitän auch ist – aktuell gibt es größere Baustellen. Denn die sportliche Formkurve zeigt vor dem Pflichtspielstart klar nach unten. Fünf Niederlagen aus sechs Testspielen, ein Torverhältnis von 2:14 – darunter Klatschen wie das 0:4 gegen Lyon oder das 0:4 gegen Freiburg. Die Defensive wirkte instabil, die Offensive blass. Gleichzeitig haben mit Davie Selke und Ludovit Reis zwei Mentalitätsspieler den Klub verlassen, und die vielen Neuzugänge müssen erst einmal integriert werden.
Dazu kommt das Verletzungspech, das man leider immer einkalkulieren muss - worauf der HSV personell aber schwerlich vorbereitet ist: Jean-Luc Dompé, Yussuf Poulsen, Immanuel Pherai und Bakery Jatta fallen für das Pokalspiel in Pirmasens aus. Immerhin gibt es Hoffnung, dass Dompé und Poulsen zum Bundesliga-Start zurückkehren. Pherai und Jatta hingegen werden wohl noch länger fehlen. Das gibt jungen Spielern wie Alexander Røssing-Lelesiit eine Chance – doch ob der 18-Jährige schon so weit ist, wird sich erst zeigen.
Polzins Plan: Systemumstellung als „Investition in die Zukunft“
Trainer Polzin bleibt trotzdem entspannt. Er spricht von einer „Investition in die Zukunft“ und einer geplanten Systemumstellung mit defensiverem Fokus. Lieber jetzt Lehrgeld zahlen, als in der Bundesliga komplett auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.
Und ja – unser Experte Stefan Schnoor hat in unserem Video dazu einen ganz wichtigen Punkt gemacht: Eine schwache Vorbereitung ist kein Automatismus für einen Fehlstart. Schon oft haben Teams im Sommer schlecht ausgesehen und sind dann mit einem Lauf in die Saison gestartet. Aber meistens ist eine Vorbereitung eben doch der Spiegel eigener Leistungsstärke - was wir beim HSV in diesem Fall nicht hoffen wollen.
HSV gegen Pirmasens: Mehr als nur ein Pflichtsieg
Entscheidend wird sein, wie der HSV die letzten Tage bis zum Bundesliga-Start nutzt. Gegen Pirmasens zählt am Samstag nicht nur das Weiterkommen, sondern auch ein Signal an die eigenen Fans: Wir sind bereit. Polzin muss dafür nicht nur den Kapitän festlegen, sondern auch an der Stabilität arbeiten, Automatismen einspielen lassen und den Konkurrenzkampf auf Schlüsselpositionen moderieren.
Denn klar ist: Wenn am 24. August Borussia Mönchengladbach in den Volkspark kommt, interessiert es niemanden mehr, wie der HSV im Sommer gegen Lyon oder Freiburg ausgesehen hat. Dann zählt nur, was auf dem Platz passiert – und ob die Mannschaft liefert.
Fazit: HSV muss offene Fragen bis Gladbach-Spiel klären
Am Sonnabend sehen wir die erste Antwort - in Pirmasens. Alles andere muss bis Gladbach stehen. Denn dann entscheidet sich, ob die Euphorie aus dem Aufstieg in einen erfolgreichen Start in die Bundesliga übergehen kann, oder ob weiter Zweifel gesät werden und mit dem Startschuss auch eine erhöhte Anspannung einhehergeht.
In diesem Sinne,
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