Meinung

HSV verliert durch umstrittenes Tor: Schiedsrichter kein Alibi für eigene Fehler und Defizite

das Spiel von gestern wird noch immer kontrovers diskutiert. Immer mehr Leute äußern sich und es ergibt sich das klare Bild, dass vor allem das zweite Tor hätte abgepfiffen…

HSV verliert durch umstrittenes Tor: Schiedsrichter kein Alibi für eigene Fehler und Defizite

Moin zusammen,

das Spiel von gestern wird noch immer kontrovers diskutiert. Immer mehr Leute äußern sich und es ergibt sich das klare Bild, dass vor allem das zweite Tor hätte abgepfiffen werden müssen. Hier wird immer der Vergleich mit dem Spiel in Köln gezogen, den finde ich aber ehrlicherweise nicht ganz so passend, denn das sind am Ende zwei verschiedene Schiedsrichter mit verschiedenen Linien und der Schiedsrichter gestern hat die Intensität anders bewertet als der Schiri in Köln. Das liefert meiner Meinung nach aber keine Grundlage, das Ding da abzupfeifen. Vor allem, weil es ein Kopftreffer ist und man dann eh abpfeifen muss.   So wird mir das auf jeden Fall immer erklärt. Schlimmer fand ich aber, dass im Vorhinein der Flankengeber überhaupt die Flanke schlagen durfte. Sofern ich das richtig in Erinnerung habe, nimmt dieser den Ball klar mit der Hand bzw. dem Arm an. Ohne diese Aktion wäre der Ball im Toraus gelandet. Aber da das nicht zur unmittelbaren Torerzielung gehört, wird es sich nicht angeschaut. Da gibt es auf jeden Fall Potenzial nach oben, was den Videoschiri angeht. Ich bin ja eh immer ein Fan von der Zeit ohne VAR gewesen. Denn ich sehe das so: Fehler sind menschlich, das passiert. Die Diskussion hätte es auch ohne VAR gegeben, aber sie ließe sich schlüssiger erklären als das, was da gestern passiert ist. Wenn der Schiri das in der Situation nicht sieht, okay, aber der Video-Schiri muss das überstimmen. Zumindest ist das meine Meinung. Denn selbst ich, der eigentlich immer die Fehler im Spiel und nicht beim Schiri sucht, finde es leicht skandalös, dass das Ding zählt.  

Der Schiri war schlecht, darf aber kein komplettes Alibi sein

Aber gut, wir müssen das akzeptieren, und ich bin eher der Typ, der dann gerne die Dinge anspricht, die der HSV von selbst verbessern kann. Und da gab es gestern wieder ein paar. Denn der HSV hat sicherlich auch durch Hilfe des Schiris Nachteile gehabt, man hat aber Fehler gemacht, die man in Zukunft abstellen muss. Zum einen die Passivität in der ersten Halbzeit. Kompaktstehen ist gut, aber wenn man trotz kompakter Defensive immer wieder den gegnerischen 8er vor der 5er-Kette freistehen lässt, ist da was falschgelaufen. Ähnlich wie der Ball, der zum Elfmeter führt. Der darf da einfach nicht so gespielt werden. Da muss man früher zupacken, den Pass unterbinden oder notfalls den Gegner auch mal foulen. Das hat der HSV in vielen Spielen in diesem Jahr gut gemacht. Gestern gelang das weniger. Das kann mal passieren, darf aber eben nicht zur Gewohnheit werden. Der zweite Fehler, der meiner Meinung nach am Ende das Spiel kostet, ist, dass beim HSV Spieler, die gelb-rot gefährdet sind, zu lange auf dem Platz bleiben. Gestern war es Elfaldi, der nach 35 Minuten mit Pech schon runtergeht, gegen Stuttgart war es Roessing-Lelesiit und in Köln wurde auch Vieira in der Halbzeit gesagt, dass er sich nichts mehr erlauben darf. Beide gelben Karten sind vielleicht nicht unbedingt gelbe Karten, aber man provoziert es teilweise und riskiert damit, dass man einen Mann weniger ist. Gegen Stuttgart hätte es eine weitere Rangelei oder ein normales Foul im Zentrum zu gelb-rot geführt, in Köln würde man eventuell die gelb-rote Karte von Vieira nachvollziehen können, wenn Pherai nicht 2 Minuten vorher runter gemusst hätte.

Der HSV muss in Zukunft solche Spieler früher vom Platz nehmen, dafür ist die Intensität gegen den Ball einfach zu hoch. Und gestern, in einem Spiel, in dem man in der zweiten Halbzeit erwartbar ähnlich viel gegen den Ball arbeitet wie in Halbzeit 1, ist das Risiko meiner Meinung nach zu hoch, um Elfadli in Halbzeit 2 auf den Rasen zu schicken. Torunarigha ist in letzter Zeit auch gut drauf, und in diesem Spiel hätte Torunarigha Elfaldi adäquat ersetzen können, da der HSV eben viel mehr gegen den Ball arbeitete und Elfadlis Aufbauqualitäten nicht wirklich zur Geltung kamen. Ich möchte hier einmal anmerken, dass die Junges auf dem Platz vor allem nach der gelb-roten Karte alles gegeben haben und sich mit voller Intensität gewehrt haben. Das muss auch weiterhin so bleiben, das gefällt mir. Man hat wenig Spiele, in denen das Spiel schon frühzeitig beendet ist. Bis auf das Spiel in München und in Hoffenheim schaffte man es weitestgehend jedes Spiel offen zu halten. Und das ist vor allem für den Zusammenhalt des Teams eine wichtige Sache, denn auch wenn es gestern nicht gelang: Der HSV kann vor allem zu Hause immer zuschlagen. Und das ist ein wichtiges Detail, welches vor allem zum Ende der Saison noch wichtig werden kann.

Fazit

Der HSV hat gestern durch ein irreguläres Tor verloren, die Schiedsrichterleistung darf aber kein Alibi sein, mit dem man alles in diesem Spiel gutredet. Man muss die Fehler vor dem 1:1 und in den ersten 35 Minuten analysieren und daraus Schlüsse ziehen. Diese muss man dann am Dienstag positiv umsetzen. Es bringt jetzt nichts, sich noch über das Spiel oder den Schiedsrichter aufzuregen. Aufgrund der englischen Woche heißt es jetzt: Mund abwischen und voller Fokus Richtung Dienstag. Denn auch wenn der Gegner mit Leverkusen ziemlich groß klingt, muss der HSV alles raushauen und auch am Dienstag versuchen, die 3 Punkte zu holen. Das, das ist das einzige, um das es geht.

Info

Nachdem am heutigen Sonntag ein Bericht der BILD-Zeitung veröffentlicht wurde, indem HSV-Mitarbeiterinnen Stefan Kuntz sexuelle Belästigung vorwerfen, hat dieser sich dazu geäußert und weist die Vorwürfe zurück. Er hat eine Anwaltskanzlei eingeschaltet, um dagegen vorzugehen. Weitere Informationen sind aktuell nicht bekannt. Aus diesem Grund beziehen wir dazu keine Stellung. Sollte es nähere Information geben, werden wir nochmal auf das Thema eingehen

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