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HSV-Transfers 2025: Kommt Luka Vuskovic, geht Reis – und was wird aus Felix Magath?

Als der HSV in der Aufstiegsnacht bislang Ungeahntes im Volksparkstadion ablieferte, war er mittendrin. Auch für ihn war es nach eigener Aussage ein unvergesslicher Moment. Und…

HSV-Transfers 2025: Kommt Luka Vuskovic, geht Reis – und was wird aus Felix Magath?

Als der HSV in der Aufstiegsnacht bislang Ungeahntes im Volksparkstadion ablieferte, war er mittendrin. Auch für ihn war es nach eigener Aussage ein unvergesslicher Moment. Und mitten in diesem tosenden Jubel mit zigtausend Fans vor einer zerstörten HSV-Ersatzbank entstand ein ganz besonderes Foto: Mario und Luka Vuskovic Arm in Arm, beide sichtbar ergriffen vom Moment. Es war Lukas erster Besuch im Stadion – und der Beginn eines Wunsches: Auch er will eines Tages das HSV-Trikot tragen.

So, wie sein Bruder. Luka Vuskovic, 18 Jahre jung und Bruder des wegen Dopings gesperrten Mario Vuskovic, gehört seit Sommer offiziell zu Tottenham Hotspur. Elf Millionen Euro zahlten die Engländer für das Abwehrtalent, das in der abgelaufenen Saison an den belgischen Klub Westerlo verliehen war. Dort entwickelte sich Luka zu einem der besten Innenverteidiger der Liga – mit beeindruckenden sieben Toren in 28 Spielen, einer Passquote von 86 Prozent und überragendem Kopfballspiel. Technisch stark, taktisch clever – gegen Brügge traf er sogar per Seitfallzieher. Sein Bruder Mario ist überzeugt: „Luka konnte Dinge am Ball, die ich in seinem Alter nicht konnte.“

Auch Kroatiens Nationaltrainer Zlatko Dalic wurde aufmerksam und nominierte Luka jüngst für den A-Kader. Sollte er in einem der kommenden Länderspiele zum Einsatz kommen, wäre er der jüngste Verteidiger in der Geschichte der kroatischen A-Auswahl. Sein Marktwert liegt bereits bei zwölf Millionen Euro – Tendenz steigend.

Mario Vuskovic feiert mit einem Fan den HSV-Aufstieg! Kommt jetzt auch sein Bruder zum HSV?

Doch was bedeutet das für den HSV? Luka Vuskovic hat nach seinem Stadionbesuch öffentlich signalisiert: Wenn Tottenham ihn verleiht, will er nach Hamburg. Der HSV weiß um dieses Interesse – und auch die Verantwortlichen wären einer Verpflichtung nicht abgeneigt. Doch die Entscheidung liegt bei den Spurs. Ob Luka sich trotz Champions-League-Teilnahme bei Tottenham durchsetzen kann, ist offen. Klar ist: Beim HSV hätte er beste Chancen auf Einsatzzeit – und einen Club, der ihn und seine Familie bereits in schwierigen Zeiten unterstützt hat.

Parallel droht dem HSV ein schwerer Verlust: Ludovit Reis steht vor dem Absprung. Trotz aller Aufstiegseuphorie soll der 24-Jährige dem HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz seinen Wechselwunsch bereits mitgeteilt haben. Der FC Brügge ist interessiert, ein Vierjahresvertrag soll bereits vereinbart sein. Die erste Offerte über drei Millionen Euro wurde bereits abgelehnt.
Reis selbst hat sich im Gespräch mit Kuntz klar geäußert: Er will weg. 

Reis sieht seine Zukunft offenbar nicht mehr beim HSV. Nach dem Gespräch mit Sportvorstand Stefan Kuntz suchte er auch den direkten Austausch mit Sportdirektor Claus Costa (40) – ein Treffen, das laut Berichten sehr emotional verlaufen sein soll. Zwar betonen die HSV-Verantwortlichen, dass sie ihn halten wollen und auch nicht auf eine Ablöse angewiesen seien – zumal Ex-Klub Barcelona mitverdienen würde –, doch der Spieler beharrt offenbar darauf: Er hat andere Pläne.

In internen Runden gilt Reis als einer der wenigen im Kader, die das volle Bundesliga-Niveau mitbringen. Ebenso wie Ransford Yeboah Königsdörffer, der ebenfalls nur noch bis 2026 gebunden ist. Und auch mit dem Angreifer möchte der HSV verlängern. Nach dem Urlaub sollen die Gespräche intensiviert werden.

Ludovit Reis,im Gespräch mit Trainer Merlin , damals im Kurz-Trainingslager auf Mallorca. Inzwischen hat er seinen Wechselwunsch hinterlegt.

Tom und ich haben uns zum Thema Ludovit Reis auch unsere Gedanken gemacht und in Kommentare gefasst. Tom beginnt:

Reis‘ende soll man nicht aufhalten: Eine Frage der Identität

Ludovit Reis will weg! In einem persönlichen Gespräch hat er seinen Wechselwunsch bei Sportvorstand Stefan Kuntz hinterlegt. Viele HSVer wünschen sich, dass Reis bleibt, ich bin allerdings der Meinung, dass die einzig richtige Entscheidung ein Transfer des Holländers ist.

Der Vertrag des Mittelfeldmotors läuft im Sommer 2026 aus, es gab bereits letztes Jahr Gerüchte über einen Wechsel nach Freiburg. Reis blieb allerdings und bekannte sich zum HSV. Fest steht also, dass er den HSV nicht verließ, feststeht aber auch, dass es niemals ein konkretes Angebot aus dem Breisgau gab. Wie sehr Reis vom HSV wirklich überzeugt war, bleibt also diskutabel.
Nun ist die Situation aber eine andere, denn Club Brügge hat sich, wie es heißt, mit Ludovit Reis über einen Vierjahresvertrag geeinigt und dem HSV ein erstes Angebot über drei Millionen Euro gemacht.

Die Zeitspanne zwischen der Nachricht des Wechselwunsches und des konkreten Angebots aus Belgien (beides am selben Tag) lässt darauf schließen, dass beide Parteien schon länger in Kontakt stehen.

Ludovit Reis scheint also nicht 1887 % vom „Hamburger Weg“ überzeugt zu sein. Und da kommen wir zum Punkt. Der HSV hat nach dem Aufstieg in die Bundesliga ein hartes Stück Arbeit vor sich. Der Klassenerhalt in der Bundesliga wird trotz der doch guten Voraussetzungen am Volkspark eine Herausforderung. Und dieser Aufgabe ist der HSV nur gewachsen, wenn alle im Verein mit voller Überzeugung hinter dem Konzept und dessen Ausführung stehen. Ein Spieler, der Gefahr laufen könnte, für sich selbst zu spielen, ist dort fehl am Platz. Denn sollte man Reis nicht abgeben, gibt es zwei Optionen:

– Reis geht nächstes Jahr ablösefrei.
– Reis erhält einen neuen Vertrag, in dem er ein übermäßiges Gehalt bekommt.

Beide Optionen stehen m. M. n. im Gegensatz zur aktuellen Vereinskultur und erinnern an frühere Zeiten, in denen viel falsch lief. In den letzten Jahren vor dem Abstieg 2018 war es quasi Normalität, dass ein mittelmäßiger Bundesliga-Kicker für eine übermäßige Summe in Hamburg unterschrieb. Preis-Leistung konnte man die meisten Transfers mit einer glatten 6 bewerten. Dieses Vorgehen hat sich allerdings nach der Verpflichtung von Jonas Boldt als Sportchef (2019–2024) rapide geändert. Der HSV kam mit klugen Transfers wie z. B. Ludovit Reis selbst um die Ecke, und auch bei Vertragsverlängerungen wurde darauf geachtet, dass die Gehaltsstrukturen nicht kaputtgemacht werden. Dieser Weg sollte m. M. n. weitergegangen werden und schließt somit eine Verlängerung von Reis indirekt aus. Finanziell gesehen ist es dann naheliegend, „Ludo“ in diesem Sommer zu verkaufen. Da der FC Barcelona durch eine Klausel 25 % des Transfererlöses bekommt, muss Sportvorstand Stefan Kuntz nun also möglichst viel Geld heraushandeln, um adäquaten Ersatz zu finden. Meine Wunschvorstellung wären hier 4,5 bis 5 Millionen Euro. Ein Ersatzkandidat wäre bei mir Isak Bergmann Johannesson (Marktwert: 7 Mio.), der laut Transfermarkt eine Ausstiegsklausel i. H. v. 5,5 Millionen Euro hat.

Abschließend sei hier noch einmal gesagt, dass ich es Ludovit Reis in keinem Falle übelnehme, dass er Hamburg verlassen möchte. Er hat einen großen Anteil am Aufstieg und hat mit seiner Energie auch die Identität des HSV geprägt. Dafür wird er in Hamburg und von mir immer Dankbarkeit erfahren. Ich sehe jedoch einen positiven Weg, den der HSV in den letzten Jahren gemacht hat, und denke, dass ein Reis-Verbleib diesen Weg kreuzt.

Tom Hartmann's Kommentar zur Causa Reis

Und auch ich habe eine Meinung zum Thema Reis:

Der HSV darf sich auf dem Transfermarkt nicht länger unter Wert verkaufen

Es ist ein altbekanntes Phänomen rund um den HSV: Spieler, die den Club verlassen, erzielen auf dem Markt oft deutlich weniger als vergleichbare Spieler anderer Vereine. Ein aktuelles Beispiel ist Ludovit Reis.
Der zentrale Mittelfeldspieler hat sich beim HSV über mehrere Jahre zum Stammspieler und Leistungsträger entwickelt. Gerade in der Rückrunde der Aufstiegssaison war er einer der Schlüsselspieler. Und trotzdem wird über eine Ablöse von lediglich drei Millionen Euro diskutiert. Gleichzeitig bemüht sich der HSV um Leo Scienza vom 1. FC Heidenheim – ein talentierter Spieler, ohne Frage, aber mit nur einer starken Saison in der Bundesliga. Reis hingegen spielte bislang ausschließlich in der 2. Liga.

Wichtig ist aber auch: Scienza hat sich in der Bundesliga bewiesen, Reis „nur“ im oberen Zweitliga-Niveau. Das eine ist nicht zwingend mehr wert als das andere – aber es zeigt, dass der HSV bei der Bewertung seiner Spieler selbstbewusst auftreten muss.

Ein weiterer Punkt ist die sportliche Planbarkeit: Ludovit Reis ist in Hamburg voll integriert, hat seine Rolle im Team gefunden, kennt das Umfeld und funktioniert. Scienza mag alle Anlagen mitbringen, um in der Bundesliga eine tragende Rolle zu spielen – keine Frage. Aber er wäre nicht der erste talentierte Spieler, der mit großen Vorschusslorbeeren zum HSV kommt und hier eben nicht funktioniert – zumindest nicht so, wie er es vorher oder später bei anderen Vereinen getan hat.
Daher gilt: Der HSV muss sportliche Planbarkeit und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit gegeneinander abwägen. Und wenn man sich entscheidet, Ludovit Reis abzugeben, dann darf das nur passieren, wenn am Ende ein klarer Mehrwert entsteht – sportlich wie finanziell. Dieser Mehrwert kann nur bedeuten, dass man für Reis mehr Geld erlöst, als man für Scienza ausgibt.

An dieser Stelle ist die Haltung von Sportvorstand Stefan Kuntz absolut richtig und zu unterstützen. Er hat klargemacht, dass man keine Not habe, Spieler abzugeben, und dass man sehr genau hinschauen müsse, welche Spieler tatsächlich bundesligatauglich sind – und welche eben nicht. Entscheidend ist dabei vor allem: Der HSV kann nur dann Spieler wie Ludovit Reis abgeben, wenn sie mindestens gleichwertig oder – besser noch – übertroffen werden. Und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern realistisch im Spielbetrieb.

Ein 1:1-Tausch bringt nichts. Denn selbst ein gleichwertiger Ersatz braucht oft Zeit zur Integration. Das ist ein Risiko, das man nur eingehen sollte, wenn der Transfer darüber hinaus weiteren sportlichen oder finanziellen Spielraum schafft. Heißt konkret: Der Ertrag muss es dem HSV ermöglichen, mehr als nur eine Position hochwertig zu besetzen.

Ansonsten bleibt nur zu sagen: Der HSV muss tun, was Kuntz zuletzt immer wieder angekündigt hat – hart bleiben und hart verhandeln. Bei Selke, bei Reis – bei allen. Zumal genau das in den vergangenen Jahren nicht unbedingt eine Stärke dieses Clubs war.

Scholle's Kommentar zur Causa Reis

Aber was meint Ihr? Wie seht Ihr diese Situation? Sollte der HSV Reis mit allen Mitteln behalten? Oder ob seines Wechselwunsches besser verkaufen und auf einen neuen Spieler setzen, der zum HSV will? Schreibt es mal in die Kommentare!

Fakt ist, dass der HSV auch extern aktiv auf Spielersuche ist. Die Kaderplanungen für die Bundesliga müssen allerdings auch auf Hochtouren laufen, weil man den Kader stark umbauen MUSS. Hierbei unter anderem im Fokus: Leo Scienza vom 1. FC Heidenheim. Ein HSV-Scout war beim Relegations-Hinspiel gegen Elversberg vor Ort und zeigte sich angetan. Scienza steht noch bis 2027 in Heidenheim unter Vertrag, sein Marktwert liegt bei rund drei Millionen Euro. Der HSV arbeitet bereits an einem konkreten Angebot – musste aber noch abwarten, ob Heidenheim in der Liga bleibt.

Sehr guter Mann, wie ich finde: Standardspezialist Leo Scienza (r.) vom 1. FC Heidenheim steht beim HSV hoch im Kurs

Auch Jordan Torunarigha steht auf dem Zettel. Der Innenverteidiger hat seinen Abschied von KAA Gent verkündet und spricht offen von einer neuen Herausforderung. Neben dem HSV zeigt auch der 1. FC Köln Interesse. Sein Marktwert liegt bei 4,5 Millionen Euro.

Möglicherweise darf sich der HSV zudem über unverhofftes Geld freuen. Jonathan Tah steht kurz vor einem Wechsel zum FC Bayern – und da sein Vertrag erst zum 30. Juni ausläuft, könnte bei einem vorzeitigen Transfer eine Ablöse fällig werden. Dank einer Weiterverkaufsklausel würde der HSV bei jeder Summe oberhalb von 7,5 Millionen Euro zehn Prozent erhalten. Der Kicker spekuliert über einen mittleren einstelligen Millionenbetrag.

Und dann ist da noch das Thema Präsidentenwahl: Felix Magath wollte kandidieren, wurde jedoch vom HSV-Beirat abgelehnt. Eine Entscheidung, die polarisiert. Magath selbst spricht von einer „politischen Entscheidung“, äußerte sein Unverständnis öffentlich im NDR-"Sportclub": „Ich war baff und erstaunt, wusste nicht, was ich damit anfangen soll.“ Besonders irritiert habe ihn der Vorschlag, er könne freiwillig zurückziehen, um eine öffentliche Ablehnung zu vermeiden: „Das ist aber nicht meine Welt. Ich bin jemand, der die Dinge offen und ehrlich benennt.“

Er wies zudem den Vorwurf zurück, er interessiere sich nur für den Profibereich. „Ich habe der Schach-Abteilung schon früher Computer besorgt, schaue inzwischen lieber Handball als Fußball, bin Marathon gelaufen, habe einen Jedermann-Zehnkampf gemacht. Warum ich mich da rechtfertigen soll, ist ein Witz.“ Zudem betonte Magath, dass er keinesfalls – wie einst Bernd Hoffmann – über das Präsidentenamt in den Vorstand wechseln wolle. Trotz allem: „Wenn der HSV sagt, dass er bessere hat, habe ich kein Problem damit – aber die Dinge müssen korrekt dargestellt werden.“

Während im Hintergrund die Gremien streiten, plant der HSV die Zukunft – ohne Magath, vielleicht ohne Reis, aber womöglich bald mit einem Vuskovic, der im Volkspark schon jetzt heimisch geworden zu sein scheint. Viel los ist in jedem Fall…
In diesem Sinne, Euch allen jetzt erst einmal einen schönen Abend mit einem Relegationsspiel, dass aus vielerlei Hinsicht für den HSV wichtig werden kann. Immerhin geht es auch ums Ranking bei den TV-Geldern...
Scholle

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