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HSV-Transfermarkt: Zwischen Wunschdenken und harter Realität

Der Transfermarkt zeigt dem HSV derzeit seine Grenzen auf. Während bei Leistungsträgern wie Robert Glatzel und Fábio Vieira die Zeichen auf Abschied stehen, bleibt der Verein in einer schwierigen finanziellen Position.

HSV-Transfermarkt: Zwischen Wunschdenken und harter Realität

Wenn ich auf den heutigen Tag blicke, muss ich sagen: Aus HSV-Sicht war das auf dem Transfermarkt eher kein besonders guter Tag. Gleich drei Nachrichten haben gezeigt, wie schwierig die aktuelle Situation für den HSV weiterhin ist. Sie erinnern uns daran, dass der HSV trotz seiner Bundesliga-Rückkehr noch lange nicht in der Position ist, den Markt zu bestimmen – sondern vielmehr von ihm bestimmt wird. Oder anders formuliert: Wir können ziemlich sicher davon ausgehen, dass die wichtigsten Transfers erst am Ende dieser Phase realisiert werden können. Wenn sich die Großen sattgefuttert haben, darf auch der HSV an den Napf treten.

Genau deshalb sollte man aktuell vorsichtig sein, vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Das Transferkarussell beginnt gerade erst, sich richtig zu drehen. Viele Vereine haben ihre Planungen noch nicht abgeschlossen, zahlreiche Spieler warten auf Angebote und erfahrungsgemäß entsteht die größte Dynamik erst in den letzten Wochen des Transferfensters. Vieles wird derzeit heiß diskutiert, obwohl die entscheidenden Weichen oft noch gar nicht gestellt sind.

Rückschläge bei Vieira, Vuskovic und Andersen

Dennoch gab es heute einige Entwicklungen, die aus HSV-Sicht alles andere als optimal sind. Besonders spannend bleibt die Situation rund um Fábio Vieira. Der Portugiese war in der vergangenen Saison mit sieben Toren und fünf Vorlagen einer der Unterschiedsspieler. Die Hamburger würden ihn gerne weiter im Volkspark sehen, doch nun berichtet „FussballTransfers“, dass Nottingham Forest beim FC Arsenal ein Angebot über 28 Millionen Euro hinterlegt haben soll. Sollte diese Meldung stimmen, dürfte klar sein, dass der HSV in diesem Rennen finanziell chancenlos wäre.

Auch bei Luka Vuskovic verdichten sich die Anzeichen, dass seine Zukunft in England liegen könnte. Laut „The Athletic“ hat Brighton & Hove Albion ein Angebot über rund 35 Millionen Euro bei Tottenham eingereicht. Sky berichtet sogar bereits von einer mündlichen Einigung zwischen Verein und Spieler. Besonders die Gespräche mit Ex-St.-Pauli-Trainer Fabian Hürzeler sollen Vuskovic überzeugt haben, was irgendwie doppelt schmerzhaft ist. Die Personalie zeigt einmal mehr, in welchen finanziellen Regionen sich die Konkurrenz inzwischen bewegt.

Die dritte Nachricht betrifft Silas Andersen. Der Däne, der vor einigen Wochen auch mit dem HSV in Verbindung gebracht wurde, wechselt zu Sporting Lissabon. Die Portugiesen sollen etwas mehr als sieben Millionen Euro Ablöse zahlen. Ein weiterer Spieler, der grundsätzlich interessant gewesen wäre, ist nun vom Markt verschwunden.

Der HSV ist weiterhin in einer Situation, in der der Markt den Verein bestimmt – und nicht umgekehrt.

Der Fall Robert Glatzel

Fest steht, dass der HSV-Kader bereits jetzt ein anderes Gesicht bekommen hat. Und weitere Veränderungen werden folgen. So verdichten sich die Hinweise, dass Robert Glatzel den Verein verlassen wird. Nach Informationen der BILD sollen sich der Stürmer und der VfL Wolfsburg bereits einig sein. Nun müssen die Vereine noch eine Lösung finden. Die Schmerzgrenze der Wolfsburger soll bei rund 1,5 Millionen Euro liegen.

Ganz offen gesagt: Sollte diese Zahl tatsächlich stimmen, würde ich den Wechsel unterbinden. Natürlich hatte Robert Glatzel zuletzt keine einfache Saison, aber wir sprechen hier von einem Spieler, der über Jahre hinweg nachgewiesen hat, dass er Mannschaften besser macht. Glatzel hat den HSV mehrfach nahezu im Alleingang durch schwierige Phasen getragen. Einen Torjäger mit seiner Qualität für eine vergleichsweise geringe Ablöse abzugeben, würde ich nur schwer nachvollziehen können.

Ausblick und Dank an die Community

Wer auf Keasse Bah als möglichen Glatzel-Nachfolger gehofft hatte, sollte die Erwartungen zunächst etwas zurückschrauben. Der Angreifer von Lausanne-Ouchy wird zwar gehandelt, gilt aktuell aber nicht als heißer Kandidat beim HSV.

Abseits der Transfergerüchte gab es heute noch eine bemerkenswerte Nachricht: Mehr als 20.000 Dauerkarten wurden bereits verlängert, die Quote liegt bei beeindruckenden 96,5 Prozent. Besonders interessant: Obwohl der HSV künftig die digitale Dauerkarte kostenlos anbietet und für die klassische Plastikkarte zehn Euro zusätzlich verlangt, haben sich mehr als 80 Prozent der Fans bewusst für die physische Variante entschieden. Das zeigt einmal mehr, welche besondere Bindung viele Anhänger zu ihrem Verein haben.

Für mich bleibt die wichtigste Erkenntnis dieses Transfersommers: Der HSV wird nur dann erfolgreich sein, wenn er nicht ausschließlich auf die offensichtlichsten Namen setzt. Genau deshalb haben wir gemeinsam mit unserem Chefanalysten Mats Beckmann und seiner Agentur f30 den Markt einmal intensiv analysiert. Einige dieser Kandidaten stellen wir euch in unserem neuen Video ausführlich vor.

Zum Schluss möchte ich mich ausdrücklich für das viele positive Feedback bedanken. Wir wissen, dass noch längst nicht alles perfekt läuft – gerade unser Newsticker hat noch Schwankungen. Dass wir diese Seite so schnell aufbauen konnten, verdanken wir vor allem Janik, der einen Großteil der Arbeit in seiner Freizeit stemmt. Danke, dass ihr uns begleitet und uns helft, jeden Tag ein Stück besser zu werden.

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