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HSV-Trainer Walters Kampf wider frühe Gegentore

Bakéry Jatta ist für die Partie beim 1. FC Nürnberg erstmals nach drei Monaten ein Kandidat für die Startelf. Zum einen ist da die Sperre für Ransford Königsdörffer nach der…

HSV-Trainer Walters Kampf wider frühe Gegentore

Bakéry Jatta ist für die Partie beim 1. FC Nürnberg erstmals nach drei Monaten ein Kandidat für die Startelf. Zum einen ist da die Sperre für Ransford Königsdörffer nach der Roten Karte im Heimspiel gegen Darmstadt 98 (1:2) – zum anderen und Jattas rasche Genesung. „Den Muskeln geht es wieder richtig gut. Vielleicht habe ich ein gutes Heilfleisch“, sagte der Flügelstürmer zuletzt meinen geschätzten Kollegen vom Hamburger Abendblatt nach dem überstandenen schweren Muskelbündelriss im Oberschenkel. Normalerweise war mit Jattas Rückkehr erst Mitte September gerechnet worden.

Jetzt ist er wieder da. Am vergangenen Freitag war er gegen Darmstadt schon eingewechselt worden und wirkte auf mich noch lange nicht topfit. Aber: Diese Woche soll noch einmal gut gewesen sein. Zumindest durfte Jatte heute nach dem Training noch ein individuelles Abschlusstraining mitmachen, in dem er von rechts die Flanken schlug. „Mir hat sehr geholfen, dass ich in der Reha-Zeit in meine Heimat durfte. Das hat nicht nur meinem Oberschenkel gutgetan, sondern auch meinem Kopf. Ich habe meine Freunde aus Kindertagen wiedergetroffen und konnte mich einfach mal ablenken“, sagte der 24 Jahre alte Gambier. In seiner Heimat wurde er von einem Physiotherapeuten behandelt. „Der Besuch in Gambia hat mir viel Energie gegeben“, so Jatta.

Trotz seiner Eile bei der Rückkehr in die Startelf will er versuchen, sich zu gedulden. „Der Doc und Sebastian (Rehatrainer Sebastian Capel, Anm. d. R.) haben mir gesagt, dass ich es langsam angehen soll. Aber bei mir ist es wie auf dem Feld: Ich kann nur schnell“, entschuldigte sich Jatta mit Worten, die keinen Trainer wirklich stören. Ebenso wenig wie die Rückkehr von Miro Muheim, der nach überstandenem Hexenschuss wieder voll mittrainierte und wieder ein Kandidat für die Startelf ist. Nach zweitägiger Ruhepause wegen starker Rückenbeschwerden absolvierte der Linksverteidiger heute die komplette Einheit.

Als Alternative für den 24 Jahre jungen Schweizer steht ansonsten der von einem Kreuzbandriss genesene Ex-Kapitän Tim Leibold (28) parat, der nach seiner Zwangspause schon seit Wochen wieder mittrainiert und der darauf brennt, sich nach nunmehr einem Jahr Spielpause im Ligabetrieb beweisen zu dürfen. Dass er ausgerechnet an dem Ort sein Comeback feiert, an dem er sich den Kreuzbandriss zugezogen hatte, erscheint nach dem kurzen Ausfall und seinem katastrophalen Spiel gegen Darmstadt von Muheim möglich – allerdings glaube ich, dass Walter auf Muheim setzen wird.

Apropos Walter, der will den Ausrutscher gegen Darmstadt 98 schnell ausbügeln. „Wir waren etwas schläfrig in der Anfangsphase“, untertrieb Walter in der Rückschau auf die Darmstadt-Niederlage, wo man bereits nach sieben Minuten 0:2 zurücklag. Für die Partie in Nürnberg sei seine Mannschaft jedoch „sehr gut gerüstet“. Walter lobte trotz der frühen Gegentore das Abwehrverhalten seiner Mannschaft. „Wir waren letztes Jahr die beste Mannschaft, was das Verteidigen anbelangt, sind jetzt noch die zweitbeste Mannschaft nach Heidenheim, was das Verteidigen anbelangt. Von daher nehme ich das alles nicht so dramatisch“, sagte der Coach und forderte zugleich: „Die Gegner sollten sich schon mehr anstrengen müssen gegen uns, um Tore zu erzielen.“

Und das dürfte am Sonnabend in Nürnberg nicht einfach werden. „Wir wollen von Anfang an Gefahr ausstrahlen. Wollen immer wieder attackieren und dem Gegner Stress bereiten“, sagte FCN-Trainer Robert Klauß. Gegen den HSV erwartet der Fußball-Lehrer ein völlig anderes Spiel als zuletzt. „Es wird so sein, dass der HSV mehr Ballbesitz hat. Das haben sie immer“, sagte der 37-Jährige und appellierte an seine Mannschaft: „Wir dürfen nicht zu passiv werden. Wir müssen zeigen, dass wir nicht nur verteidigen“. Kapitän Christopher Schindler steht den Franken nach seiner Oberschenkelverletzung wieder zur Verfügung. Der Einsatz von Mittelfeldspieler Lino Tempelmann (muskuläre Probleme) und des Ex-HSVers Jan Gyamerah (Zehenprellung) war heute noch unklar.

Ich kann nur hoffen, dass der HSV in Nürnberg mehr Gelassenheit bzw. die Geduld an den Tag legt, die man brauchen wird, um beim FCN zu punkten. Die zuletzt geäußerte Kritik an der Trainerbank des HSV wegen Reklamierens bei Schiedsrichterentscheidungen gegen den wollte Walter nicht stehen lassen. „Jeder darf sagen, was er denkt“, meinte der Coach. „Wir waren letztes Jahr eine der fairsten Bänke. Das wird auch so bleiben. Was andere über uns erzählen, kommentieren wir nicht.“ Hoffentlich wird auch sonst etwas weniger kommentiert – dafür mehr gemacht. Es täte dem HSV-Spiel definitiv gut.

Apropos gut: Seit heute haben wir – bzw. hat unser IT-Gott Janik - auch den letzten Prozess für die Registrierung gefixt. Ihr könnt Euch ab sofort wieder anmelden. In diesem Sinne, bis morgen! Dann mit einem Update zu Kader und Aufstellung für das Samstagabend-Spiel beim 1. FC Nürnberg.

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