HSV-Trainer Daniel Thioune muss sich etwas einfallen lassen
Hamburg macht wieder alles dicht. Inzidenz über 108 – nur Grundschulen sollen geöffnet bleiben. Zudem meldet Holstein Kiel zwei weitere Corona-Fälle, wovon der HSV mit Simon…

Hamburg macht wieder alles dicht. Inzidenz über 108 – nur Grundschulen sollen geöffnet bleiben. Zudem meldet Holstein Kiel zwei weitere Corona-Fälle, wovon der HSV mit Simon Terodde auch gerade den ersten zu verzeichnen hat. Es mag täuschen, aber gefühlt kommen die Einschläge immer näher. Und trotzdem geht der Fußball unbeirrt weiter. Vereine reichen Corona-Hilfen beim Bund für Quarantänen ein (was mich ehrlich gesagt an allem zweifeln lässt), Spiele werden verlegt, wenn für zu viele Spieler oder gar die ganze Mannschaft Quarantäne verordnet wird. Ansonsten werden einzelne Spieler isoliert und weiter geht’s. So auch morgen gegen den FC Heidenheim beim HSV. Und es bleibt zu hoffen, dass mich mein Gefühl täuscht und die positiven Corona-Testungen nicht zunehmen. Zumindest nicht so, dass die Saison abgebrochen werden muss. „Ich möchte die Saison mit aller Macht zu Ende bringen, weil wir noch ein paar Ideen haben, wo sie für uns noch enden kann“, sagte HSV-Trainer Daniel Thioune vor dem Heimspiel am Sonnabend (13 Uhr). Und er meinte damit die ersehnte Rückkehr des HSV in die 1. Liga.
Okay, noch ist alles Theorie. Fakt ist, dass die Saison weitergeht und der HSV mit dem FC Heidenheim einen schweren Gegner vor der Brust hat. Auch wegen der zahlreichen Ausfälle, die heute bestätigt wurden. Jeremy Dudziak fehlte beim Abschlusstraining wegen seiner Schulterverletzung. Sein Ausfall ist damit beschlossene Sache. Ebenso wie der von David Kinsombi, der nicht rechtzeitig fit wird. Auch heute trainierte der 25-Jährige ebenso wie Rick van Drongelen und Toni Leistner nur individuell. „Simon hat unheimliche Qualitäten. Ihn zu ersetzen wird nicht einfach, aber wir können das kompensieren. Jede Herausforderung ist auch eine Chance“, sagte Thioune, der den Ausfall im Kollektiv auffangen möchte. Spieler wie Aaron Hunt, Sonny Kittel, Tim Leibold oder Moritz Heyer seien gefordert, mehr Verantwortung als Führungsspieler zu übernehmen. Aber das Thema hatten wir ja gestern. Heute soll es um die Umsetzung gehen. Im Detail. Und dafür habt Ihr im Forum schon einige sehr spannende Vorschläge parat gehabt. Und ich versuche mal, meine potenzielle Startelf zu skizzieren:
Sicher ist, dass ich mit Dreierkette spielen würde. Zum einen, weil ich die Flexibilität darin schätze, zum anderen, weil ich glaube, dass der Kader damit am meisten Qualität in die Startelf bekommt. Denn ich würde weder Gyamerah draußen lassen, noch Leibold, Heyer, Vagnoman oder Ambrosius und Onana. Und da ich einen zehner brauche, nachdem Dudziak sicher ausfällt, Kittel diese Position aber einfach nicht gut gespielt hat/spielen kann/spielen will, bleibt aus meiner Sicht nur Hunt. Der hätte mit den o.g. fünf Defensiven um sich herum tatsächlich alle Freiheiten, die er braucht, um nach vorn den einen, entscheidenden Pass zu spielen und das Spieltempo zu regeln. Denn so müsste er nicht in den ersten 20 Minuten schon 80 Prozent seines Akkus mit Defensivarbeit verbrauchen. So hätte er vielleicht auch in der zweiten Halbzeit noch die Power, um das Spiel zu lenken.
Zudem hätte der HSV hinten aus meiner Sicht die richtige Mischung aus Aufbauspiel, Tempo und Absicherung. Geht ein Gyamerah mal mit Tempo nach vorn, lässt sich ein Vagnoman in die Abwehr fallen. Gehen ein Heyer oder Ambrosius bei einem schnellen Gegenstoß mal mit, würde Leibold absichern können. Alle fünf kennen es, in der Abwehrkette zu spielen, niemand müsste sich groß umgewöhnen – es würde aus meiner Sicht einfach passen. Und ich sage das, obwohl ich glaube, dass Thioune die zuletzt gespielte Viererkette lieber nicht aufbrechen möchte. Davor wäre für mich klar, dass Amadou Onana auf der Sechs beginnt. Der junge Belgier hat das Tempo und die Zweikampfqualität, um als einziger Sechser das Mittelfeld in den Griff zu bekommen. Zumindest mit Dreier-/Fünferkette hinter sich.
Zudem hätte der HSV hinten aus meiner Sicht die richtige Mischung aus Aufbauspiel, Tempo und Absicherung. Geht ein Gyamerah mal mit Tempo nach vorn, lässt sich ein Vagnoman in die Abwehr fallen. Gehen ein Heyer oder Ambrosius bei einem schnellen Gegenstoß mal mit, würde Leibold absichern können. Alle fünf kennen es, in der Abwehrkette zu spielen, niemand müsste sich groß umgewöhnen – es würde aus meiner Sicht einfach passen. Und ich sage das, obwohl ich glaube, dass Thioune die zuletzt gespielte Viererkette lieber nicht aufbrechen möchte. Davor wäre für mich klar, dass Amadou Onana auf der Sechs beginnt. Der junge Belgier hat das Tempo und die Zweikampfqualität, um als einziger Sechser das Mittelfeld in den Griff zu bekommen. Zumindest mit Dreier-/Fünferkette hinter sich.
Offensiv wäre für mich klar, dass Manuel Wintzheimer in der Spitze beginnt. Bobby Wood ist und bleibt für mich der Ersatz vom Ersatz – und das meine ich diesem Fall zu 100 Prozent hierarchisch, nicht despektierlich. Denn der US-Amerikaner ist hinter Terodde und Wintzheimer anzusiedeln, behaupte ich. Auf den Außenbahnen würde ich nichts verändern und weiter mit dem schnellen Jatta über rechts kommen, während Sonny Kittel auf der linken Seite durch die defensive Absicherung der fünf nominell defensiven Spieler mehr Freiheiten als zuletzt hätte. Und dass diese ihm guttun, ist wohl unbestritten. Zudem würde man in dieser Konstellation auch einem Tim Leibold, dessen Kernqualität aus meiner Sicht die schnellen Vorstöße sind, nicht die Defensiv-Zweikämpfe, mehr Möglichkeiten einräumen, wieder als Torvorbereiter und Flankengeber zu agieren. Ach ja, und hinten drin steht noch Sven Ulreich, dessen Einsatz fraglos ist...
So würde ich spielen lassen – wie seht Ihr das?
Stephan Ambrosius jedenfalls warnt schon einmal: „Wie stark Heidenheim ist, haben wir im Hinspiel gesehen. Sie werden wieder 100 Prozent geben. Da müssen wir gegen ankämpfen und standhaft bleiben“, forderte der Innenverteidiger, auf den zusammen mit Nebenmann Heyer FCH-Torjäger Christian Kühlwetter (13 Saisontreffer) zukommt. Der sowie der im Winter zurückgekehrte Tim Kleindienst (7 Tore in 5 Spielen). Und: Heidenheim hat in den letzten sechs Zweitligapartien jeweils doppelt getroffen – Vereinsrekord. Ambrosius hofft trotzdem, dass der erfolgreiche Auftritt in Bochum ihm und seinen Kollegen Rückenwind geben wird. „Darauf können wir aufbauen und es gibt uns positive Energie für das Heidenheim-Spiel“, glaubt der 22-Jährige, der wie Rechtsverteidiger Josha Vagnoman in der Länderspielpause mit der deutschen U21-Nationalmannschaft an der ersten Phase der U21-EM teilnimmt. Aber das ist ein Thema für sich – und nächste Woche dran. Für heute will ich mich verabschieden.
Bis morgen! Da melde ich mich dann im Anschluss an das Spiel aus dem Stadion und hoffe, dass der HSV zumindest vorübergehend am VfL Bochum vorbeigezogen ist. In diesem Sinne, bis dahin!
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