HSV torlos gegen taktisch und fußballerisch starken SV Elversberg
Es war wie erwartet: Ein richtig schweres Spiel für den HSV gegen einen Aufsteiger, der taktisch die aus meiner Sicht best eingestellte Mannschaft dieser Liga ist. Die SV…

Es war wie erwartet: Ein richtig schweres Spiel für den HSV gegen Gäste, der die taktisch die aus meiner Sicht best eingestellte Mannschaft dieser Liga sind. Die SV Elversberg war zumindest der bisher stärkste Gegner im Volksparkstadion und das Unentschieden war vermeidbar - aber es ist nicht ungerecht. Denn auch die Elversberger hatten gute Szenen und hätten ihrerseits treffen können. „Es ist eine sehr spielstarke Mannschaft auf uns zu gekommen. Es war unter meiner Regie die bis dato schwierigste Aufgabe, die wir hier daheim zu lösen hatten", befand auch HSV-Trainer Merlin Polzin nach Spielschluss. „Wir haben es trotzdem geschafft, im Laufe der Partie immer wieder für Torchancen zu sorgen. Wir haben auch durch unsere Wechsel nochmal extrem Schwung rein bekommen und uns zum Ende des Spiels weitere Torchancen erarbeitet, auch wenn uns das nötige Quäntchen Glück im Abschluss gefehlt hat. Mir ist es wichtig, dass es extrem schwer ist, uns zu schlagen. Wir sind klar auf unserem Weg und wissen zugleich, dass uns jedes Spiel in der 2. Liga alles abverlangen wird. Das hat man heute gesehen. Deshalb arbeiten wir inhaltlich weiter und machen damit morgen weiter.“
DIE EINZELKRITIK:
Daniel Heuer-Fernandes: Er war dafür verantwortlich, dass der HSV die Null hielt. Immer auf der Höhe, einfach gut! Note: 2
William Mikelbrencis: Er lässt einfach noch zu viele Flanken über seine Seite zu, weil er im Eins-gegen-eins fast immer zu weit weg ist vom Mann. Diese Schwäche legt er einfach nicht ab. Dass er Tempo hat, um abzusichern – Check! Dass er sich offensiv einbringt, ist gut. Hier hat er Stärken. Aber was nützt das alles, wenn seine Seite immer wieder Lücken für die Gegner lässt? Er ist einfach kein „Verteidiger“, kein Zweikämpfer. Er ist ein Kompromiss, weil der HSV hier personell zu schwache Alternativen hat. Und das wissen die guten Gegner zu nutzen. Note: 4
Dennis Hadzikadunic (bis 69.): Er macht es wieder sehr ordentlich. Unaufgeregt, unauffällig – aber sehr solide. Man muss hoffen, dass seine Verletzung nicht so schwerwiegend ist, wie es aussah. Note: 3
Sebastian Schonlau (ab 70.): War sofort gefordert – und sofort drin. Leider hat er bei jedem Ballkontakt diese eine Sekunde zu lang, um auch von hinten ein wenig anzuschieben. Aber defensiv war das in Ordnung. Note: 3
Daniel Elfadli: Er hat die Dynamik in seinen Ballbesitzphasen, die ihn zum besseren Schonlau machen. Auch heute wieder sehr stark in der Defensive und immer mit dem Blick für den Spielaufbau bzw. die Lücke, um auch mal selbst mitzumachen. Es bleibt dabei: Der beste Einkauf des HSV. Note: 3
Miro Muheim: Er hat den feinsten Fuß im Team. Und den braucht der HSV. Gerade bei Standards. Er brachte mit seinem ersten Standard auch gleich das erste Mal Torgefahr gegen die defensiv extrem gut gestaffelten Elversberger. Als er in der zweiten Halbzeit in ein kleines Loch fiel, zog er sich selbst über seinen unermüdlichen Willen wieder heraus und gab richtig Gas. So etwas gefällt sicher nicht nur mir. Note: 3
Jonas Meffert: Es wird hier einen großen Aufschrei geben, weil er selten spektakuläre Szenen hat. Aber Meffert machte heute alles richtig und war auf HSV-Seite heute der beste Feldspieler – vor Selke. Er stopfte Löcher, gewann Bälle, sortierte die Defensive auch in schwierigen Phasen zusammen mit Elfadli. Note: 2
Ludovit Reis (bis 70.): Defensiv war das wieder gut, aber ihm fehlte anfänglich das Tempo, wenn es mit Ball nach vorn ging. Das hätte der HSV gegen die zentral sehr massiert spielenden Elversberger aber gebraucht, um Lücken zu reißen und Räume zu öffnen. Vergab in der 33. Minute eine Riesenchance per Kopf, das 1:0 zu erzielen. Dass er rausgenommen wurde, war für mich absolut nicht nachvollziehbar. Note: 3
Marco Richter (ab 70.): Ich habe seine Einwechslung nicht verstanden, aber er rechtfertigte sie. Er war sofort drin, brachte Schwung und gewann Zweikämpfe. Note: 3
Adam Karabec (bis 61.): Es bleibt dabei: Er könnte offensichtlich eine ganze Menge, er ruft es aber einfach nicht ab. Note: 4
Ransford Yeboah Königsdörffer (ab 62.): Wurde mit großem Jubel bei seiner Einwechslung begrüßt, weil alle hofften, dass der überragende Mann aus dem Magdeburg-Spiel noch mal zündet. Trainer Polzin sah auch in ihm „neuen Schwung“, leider alles ohne Wirkung. Note: 3
Jean-Luc Dompé: Hatte es schwer, Tempo in die Dribblings zu bekommen, weil er immer wieder gedoppelt wurde und sein direkter Gegenspieler immer eng an ihm dran war. Aber: Er machte immer weiter und fand auch hin und wieder die Lücken. Oder anders formuliert: Er war gut – seine Gegenspieler aber leider auch. Note: 3
Emir Sahiti (bis 69.): Mutig – was gut ist. Leider aber nicht so effektiv, wie es noch werden kann. Denn er deutete mehr als einmal mit seinen Dribblings an, wie wertvoll er gerade gegen so defensiv starke Gegner werden kann. Er muss aber schneller entscheiden – beim Pass ebenso wie beim Abschluss (siehe 48. Minute!), der ihn heute zum Sieggaranten hätte machen können – aber er zögerte. Note: 3
Adedire Mebude (ab 70.): Wenn man hier einfach nichts schreiben würde, wäre es für ihn das Beste. Denn das war bodenlos. Unfassbar, wie er jede Aktion kaputt gemacht und am Ende bei seinem Torabschluss noch mal alles reingelegt hat, was er heute eingebracht hat: nämlich nichts. Aber er ist noch jung, hat noch nicht allzu viel Spielzeit bekommen und verdient es nicht, hier runtergemacht zu werden. Deshalb verzichte ich lieber auf eine Note.
Davie Selke (bis 82.): Suchte jeden Abschluss. Wahrscheinlich, weil er wusste, dass das gegen die SVE rar werden könnte. Er war sehr gut im Spiel, obgleich es die Elversberger auch gegen ihn gut machten, kam er zu Chancen. Genau wie bei Reis – nein, hier sogar noch mehr – war seine Auswechslung schwer nachvollziehbar. Note: 2,5
Robert Glatzel (ab 82.): Sammelte weitere Spielminuten auf dem Weg zurück. Leider heute für den Mann, der hier dem Treffer mit Abstand am nächsten war.
Trainer Merlin Polzin: Er weiß, wie man ein Spiel mit Einwechslungen verändert – aber heute hat er falsche Entscheidungen getroffen. Selke rauszunehmen in einer Phase, in der der HSV nach der SVE-Druckphase gerade gefährlich wurde – eben durch Selke! – war falsch. So gern ich Glatzel sehe, aber Selke war von allen HSVern am nächsten dran, hier zu treffen. Dazu noch die Einwechslung von Mebude in einer Phase, wo die SVE hinten alles eng machte und Sahitis Dribblings gefragt waren – sehr unglücklich! Dass der Trainer selbst das anders sah, okay. Insgesamt war es alles andere als ein schlechtes Spiel. Es war ein Spiel von zwei guten Mannschaften, die beide gut spielten und beide hätten gewinnen können. Note: 4
DIE STIMMEN ZUM SPIEL:
Daniel Heuer Fernandes: „Wir haben das Spiel angenommen, haben alles versucht, sind auf das entscheidende Tor gegangen und wollten es am Ende unbedingt erzwingen. Aber heute war auch Pech dabei: Zweimal Latte und einige Chancen, die wir nicht nutzen konnten. Aber es war auch kein absolutes Topspiel von uns, das müssen wir uns eingestehen. Wir haben aber auf der anderen Seite auch kompakt gestanden und alles wegverteidigt. So ist es sehr schwer, gegen uns zu gewinnen. Wir bleiben positiv und machen weiter.“
Jonas Meffert: „Aus meiner Sicht haben wir zwei Punkte verloren. Es war stark, dass wir hinten wieder zu null gespielt haben, aber vorn wollte der Ball einfach nicht über die Linie. Elversberg hat es sehr gut gemacht, sie haben seine spielstarke Mannschaft, trotzdem finde ich, dass wir besser waren und den Sieg verdient gehabt hätten. Auch für die Fans, die uns wieder überragend unterstützt haben, hätten wir den Dreier gern geholt. Aber der letzte Tick hat heute leider gefehlt, auch was das Glück im Abschluss angeht. Trotzdem gab es viel Positives und wir machen weiter.“
Marco Richter: „Wir wussten, was heute auf uns zukommt, aber am Ende war heute nicht mehr drin. Obwohl uns die Abendspiele unter Flutlicht ja eigentlich sehr liegen. Man muss aber auch sagen, dass Elversberg eine sehr gute Mannschaft hat und es auch heute wieder wirklich gut gemacht hat. Dennoch hätten wir meiner Meinung nach den Sieg verdient gehabt, aber ich habe in dieser Saison großes Pech mit meinen Aluminiumtreffern, ansonsten wäre es heute wohl der Dreier geworden. Aber ich versuche es weiter und wir bleiben positiv.“
Daniel Elfadli: „Erste Halbzeit hatten wir schon einige hochkarätige Chancen. In anderen Spielen sind die schon reingegangen. Grundsätzlich haben wir hinten gut verteidigt. Vorne hat uns ein bisschen das Tor-Glück gefehlt. Elversberg hat gute Abläufe und sie spielen sehr diszipliniert mit und gegen den Ball. Sie haben uns das Leben nicht leicht gemacht.“
Davie Selke: „Das Spiel heute ist schwer zu beschreiben. Defensiv haben wir es gut wegverteidigt. Es war kein schlechter, aber auch kein richtig guter Auftritt. Wir haben Druck erzeugt und hatten offensiv unsere Aktionen, aber nicht in der absoluten Klarheit wie sonst. Das hängt aber auch damit zusammen, dass es Elversberg gut verteidigt hat. Bis zum Schluss haben wir auf den Lucky-Punch gehofft, es war auch zwei, dreimal richtig knapp, aber so spielen wir unentschieden. Es gibt Tage, da kommt der Ball immer genau auf den Kopf und Tage, da fehlt immer ein Millimeter.“
Ludovit Reis: „Wir haben unsere Chancen heute leider nicht genutzt, die wir gehabt haben. Elversberg hat auch einen guten Job gemacht. Wir haben alles versucht. Die Chancen, die Davie hatte, der Schuss von Marco oder auch mein Kopfball - es sollte heute einfach nicht sein. Es war vielleicht nicht unsere beste Leistung, aber wir haben auch nicht verloren, sondern unentschieden gespielt.“
Horst Steffen (Trainer SV Elversberg): „Wir haben ein intensives Spiel gesehen, in dem beide Mannschaften immer wieder versucht waren, Angriffe nach vorn zu tragen und Chancen zu kreieren. Es war lange Zeit ausgeglichen, auch wenn wir dann sehr glücklich aus der Schlussphase rausgekommen sind. Wir waren stehend k.o. und waren ab der 80. Minute und inklusive der Nachspielzeit klar unterlegen. Wir haben irgendwie versucht, noch zu verteidigen. Ich bin stolz auf die Leistung der Jungs, die echt gefightet haben. Es war höchst anspruchsvoll, was uns der HSV abverlangt hat. Ein Kompliment für die Leistung.“
DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
HSV: Heuer Fernandes - Mikelbrencis, Hadzikadunic (70. Schonlau), Elfadli, Muheim - Meffert, Karabec (62. Königsdörffer), Reis (70. Richter) - Sahiti (70. Mebude), Selke (83. Glatzel), Dompe
SV Elversberg: Kristof - Baum, Pinckert, Rohr, Neubauer - Petkov, Fellhauer, Sahin (85. Sickinger), Damar (62. Zimmerschied) - Asllani, Schnellbacher (75. Schmahl)
Tore: -
Zuschauer: 56.328
Schiedsrichter: Felix Prigan (Deizisau)
Gelbe Karten: Polzin / Damar, Petkov, Baum
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden