HSV-Torjäger Glatzel meldet sich zurück – aber bleibt Königsdörffer die Nummer eins?
der HSV ist im Achtelfinale des DFB-Pokals und hat auf ein neues zu-null gespielt. Die Defensive macht nach wie vor Schritte nach vorne, das Spiel des HSV war wieder sehr…

Moin zusammen,
der HSV ist im Achtelfinale des DFB-Pokals und hat auf ein neues zu-null gespielt. Die Defensive macht nach wie vor Schritte nach vorne, das Spiel des HSV war wieder sehr souverän. Bis zum Strafraum sieht das alles schon ganz vernünftig aus. Allerdings hakt es nach wie vor beim Abschluss der Angriffe. Es gab ja schon länger die Diskussion um Königsdörfer und Glatzel. Diese wurde nach dem Spiel in Heidenheim und dem Tor von Glatzel natürlich nochmal angeheizt. Und ich kann den Grundsatz verstehen, schließlich kam Glatzel rein, nahm sich den Elfmeter und verwandelte ihn eiskalt. Eine schöne Geste und es freut mich für Glatzel, dass er nach seiner Nicht-Nominierung am Samstag nun auf den Platz kommt und auch gleich trifft. Allerdings sehe ich Glatzel am Wochenende nicht in der Startelf, vielleicht auch wieder ohne Einsatzzeit.
Das System hat sich geändert
Glatzel erzielte für den HSV in der 2. Liga 73 Tore. Und auch letztes Jahr war Glatzel bis zu seiner Verletzung drauf und dran, sich die Torjäger-Kanonen zu sichern. Doch anders als jetzt war das Spielsystem in der 2. Liga auf Glatzel und sein Spielerprofil ausgelegt. Nicht ohne Grund konnte Selke Glatzel in der letzten Saison quasi 1 zu 1 ersetzen. Doch nun hat sich das Spielsystem geändert. Der HSV setzt vermehrt auf die Defensive und auf Umschaltsituationen. In der Offensive geht es darum, schnell umzuschalten und die Räume richtig zu besetzen. Es geht dabei vor allem um Tempo und Laufwege. Dies ist auch der Grund, warum Königsdörffer in dieser Saison meistens von Anfang an startet. Der HSV muss in den meisten Spielen davon ausgehen, eher defensiv zu stehen und dann über Umschaltmomente zu Chancen zu kommen. Nicht ohne Grund versuchte man im Sommer, offensiv vor allem im Aspekt des Tempos nachzurüsten.
Die Diskussion um Königsdörffer ist nach den ersten 8 Spielen in Bezug auf seine Ausbeute verständlich. Man muss dieses Thema aber differenziert betrachten. Königsdörffer macht viel fürs Spiel und ist häufig auch der Grund, warum seine Mitspieler zu Torchancen kommen. Gegen Mainz beim 2:0 macht Königsdörffer den Ball außen fest, schlägt die Flanke und leitet das Tor ein. Nur der Kontakt von Hanche-Olsen verhindert hier bereits Königsdörffers erste Vorlage.
Der Elfmeter gegen Wolfsburg entsteht nur, weil Königsdörffer mit seinem Lauf den letzten Verteidiger von Lokonga wegzieht. Am Ende muss Zehnter mithelfen und foult Lokonga. Das sind alles Dinge, die Königsdörffer mit seinen Läufen provoziert. Und ich denke, das ist auch der Grund, warum Königsdörffer in den nächsten Spielen wieder von Anfang an spielen wird.
Glatzel und Poulsen sind sicher Spieler, die auf ihre Spielzeit kommen werden. Vor allem wenn der HSV zu Hause gegen Augsburg oder Gladbach spielt, wird Glatzel auf eine Spielzeit kommen. Aber ich denke, vor allem in den Spielen in Köln und gegen Dortmund wird wieder Königsdörffer spielen. Das HSV-Spiel wird sich in diesen Spielen wieder auf die Umschalt-Momente fokussieren und nicht über 60–70 Minuten den Ball dominieren und auf Flanken setzen. Dieses Spiel ist das, wo es einen Poulsen oder Glatzel braucht, aber nicht in den Spielen gegen Dortmund und Köln.
Mehr Variabilität
Der HSV hat sich bewusst dazu entschieden, mehrere Stürmer-Typen im Kader zu haben. Für die Heimspiele, in denen man davon ausgehen kann, dass man den Ball dominiert, kann ich mir gut vorstellen, dass man auf Glatzel setzt. Vor allem, weil Glatzel am Dienstag gezeigt hat, dass er auf den Punkt da ist. Im Normalfall sammelt Glatzel in dem Spiel nämlich noch einen Assist. Sicherlich wird er auf seine Einsatzzeiten kommen, vor allem wenn der HSV zum Ende eines Spiels noch einmal Druck aufbauen muss. Er hat jetzt Selbstvertrauen gesammelt und er wird dem HSV weiterhelfen, aber momentan nicht von Anfang an. Denn darauf ist das Spielsystem nicht ausgelegt.
Eigentlich ist diese Diskussion etwas Positives für den HSV. Denn man hat 3 Stürmer-Profile, mit denen man sich dem Gegner anpassen kann. Bei tiefstehenden Gegnern kann man auf Glatzel setzen, wenn es ums Anlaufen geht, hat man Poulsen, und für Umschaltmomente hat man Königsdörffer. Allen drei fehlt noch ein Tor in dieser Bundesliga-Saison, aber ich bin mir sicher, dass alle ihre Leistungen bringen, wenn sie mal ihr erstes Tor geschossen haben.
Tom
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