Spielbericht

HSV siegt mit viel Dusel und ist (vorerst) Tabellenführer

Was für ein Spiel. Da muss der wackelige HSV gegen offensive Kieler schon höher zurückliegen – und führt plötzlich 3:0. Bis zur letzten Spielminute. Und trotzdem wird es noch…

HSV siegt mit viel Dusel und ist (vorerst) Tabellenführer

Was für ein Spiel. Da muss der wackelige HSV gegen offensive Kieler schon höher zurückliegen – und führt plötzlich 3:0. Bis zur letzten Spielminute. Und trotzdem wird es noch mal spannend. Oder anders formuliert: Der HSV spielte nicht gut du gewann am Ende glücklich mit 3:2 in Kiel. Der erste Zweitligasieg in Kiel. Aber: Souverän geht anders…

Das Gute: Der HSV hat seine Negativserie gegen Holstein Kiel in der 2. Bundesliga beendet. Im neunten Versuch seit dem Abstieg 2018 gelang dem HSV am Freitag mit dem 3:2 (1:0) der erste Sieg gegen den Nord-Nachbarn. Zum Auftakt des achten Spieltages sicherten Robert Glatzel (39.) mit seinem fünften Saisontor, Moritz Heyer (69.) und Ludovit Reis (85.) dem HSV den vierten Erfolg im vierten Auswärtsspiel. Das Eigentor durch Heyer (90.+2) und der Treffer von Fin Bartels eine Minute später kamen zu spät für Holstein. Trainer Tim Walter und Co. übernahmen bis mindestens Samstag die Tabellenführung.

Die Einzelkritik: 

Daniel Heuer Fernandes: Von Beginn an gefordert – und von Beginn hellwach. Und vor allem mal wieder der Garant, warum es nach 30 Minuten trotz einer unfassbar wackeligen Abwehr und zehn (!!) durchaus guten Kieler Torschüssen noch 0:0 stand und der HSV so überhaupt in Führung gehen konnte. Auch danach mit weitem Abstand bester HSVer, der erst durch einen eigenen Mann geschlagen werden konnte. Trotzdem bekommt er die Note 1

Moritz Heyer: Hatte mit Fabian Reese einen starken Gegenspieler – und durchgehend Probleme. Dass er sich offensiv quasi überhaupt nicht einbringen konnte, lag vor allem daran, dass er defensiv zu sehr gefordert wurde. Und dann traf er doch per Kopf zum 2:0  nach einem Standard – und zum 3:1 ins eigene Netz. Note: 4

Sebastian Schonlau: Er bekam seine Defensive nicht in den Griff, verteidigte dafür selbst ordentlich und war im Aufbauspiel der aktivste HSVer aus der Viererkette heraus. Note: 4

Mario Vuskovic: Das war nicht sein bestes Spiel. Er wackelte zu Beginn mit, fing sich aber. Hatte heute das Glück des Tüchtigen. Note: 4

Miro Muheim (bis 88.): Brauchte eine Halbzeit, um ins Spiel zu finden. Für fünf Minuten. Danach war er gleich weder raus. Die Außenbahnen beim HSV waren heute eh die Schwachstellen. Auch wenn er in der 79. Minute einen Schuss gut (und mit Glück) blockte – das war insgesamt echt schwach. Note: 5

Tim Leibold (ab 89.): Pennte beim 2:3 außen, weil er zu lange brauchte, um wieder aufzustehen. In so kurzer Zeit so viel Anteil am Gegentor zu haben ist hart genug, finde ich. Daher erspare ich ihm eine Note….

Jonas Meffert: Bei seinem ehemaligen Arbeitgeber war ungewohnt nervös am Ball, oft zu langsam. Und auch er hatte seinen Anteil daran, dass der HSV von den Kielern zu oft in Bedrängnis geriet. Auffällig heute: Das Mittelfeldzentrum des HSV war defensiv zu oft unbesetzt. Note: 4

Ludovit Reis: Der Antreiber war wieder fleißigster Mann im Team. Er wird immer wichtiger.  Sein Tor zum 3:0 war sensationell gut gemacht. Aber: auf Dauer braucht er einfach mehr Unterstützung von Kittel/Benes und Co. Note: 2
Sonny Kittel (bis 65.): Ich weiß nicht, was mit dem Techniker los ist. Er wirkt nicht so, als wolle er nicht. Und es ist auch klar, dass er die Fähigkeiten zum überragenden Mann auf dem Platz hat. Fakt ist aber: Er zeigt es seit Wochen nicht und muss nicht erst jetzt fest damit rechnen, seinen Stammplatz zu verlieren. Und das sicher nicht, weil Laszlo Benes so gut spielt.  Note:5

Laszlo Benes (ab 65.): Er war keine fünf Minuten auf dem Platz, da hatte er seinen ersten Assist (Ecke zum 2:0 durch Heyer). ch finde noch immer, dass er zu wenig aus dem macht, was er offensichtlich kann und wofür er geholt wurde. Aber heute hat er Bunte gesammelt Note: 3

Bakery Jatta (bis 58.): Ich hätte ihn nicht von Beginn an aufgestellt, sondern Ransford Königsdörffer. Und ich fühle mich in dieser Meinung bestätigt. Was mir besonders auffällt: Er ist nicht nur offensiv unglücklich – sondern defensiv auch lange nicht mehr so fleißig wie früher. Note: 5

Ransford Königsdörffer (ab 58.): Unauffällig. Aber allein das war schon besser als Jatta heute. Note: 4

Robert Glatzel (bis 88.): Sensationelle Haltung beim ersten Treffer, der dem HSV in einer ganz schwierigen Phase sehr guttat. Note: 3

Jonas David (ab 89.): Sollte stabilisieren, legte den Kielern stattdessen das 2:3 auf. Bitterer Kurzauftritt, dem ich nicht auch noch eine Note hinzufügen will. David ist bestraft genug.

Jean-Luc Dompé (bis 88.): Er wurde in der Anfangsphase gesucht, gefunden – und er bereitete das 1:0 von Robert Glatzel mustergültig vor. Er war fleißiger und auffälliger als Jatta und Königsdörffer auf der andere Seite zusammen. Aber selbst das war mir noch zu wenig. Note: 3

Filip Bilbija (89.): Darf sich über die Siegprämie freuen. 

DIE DATEN ZUM SPIEL: 

Holstein Kiel: Dähne - Becker, Wahl, Erras, Kirkeskov (72. Wriedt) - Schulz (62. Porath), Sander (79. Ignjovski), Reese, Mühling (72. Bartels) - Arp (79. Obuz), Skrzybski, 

HSV: Heuer Fernandes - Heyer, Vuskovic, Schonlau, Muheim (88. Liebold) - Reis, Meffert, Kittel (65. Benes) - Jatta (58. Königsdörffer), Glatzel (88. David), Dompé (88. Bilbija)

Tore: 0:1 Glatzel (39.), 0:2 Heyer (69.), 0:3 Reis (85.), 1:3 Heyer (90.+2., ET), 2:3 Bartels (90.+3.)

Zuschauer: 15.034 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)

Gelbe Karten: - / Schonlau, Muheim

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