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HSV schnappt sich zwei „spannende“ Youngster

Es wurde keine Zeit verloren. Am Montagabend um 19.20 war Mario Vuskovic erst aus Wien in Hamburg Fuhlsbüttel gelandet. Zu diesem Zeitpunkt noch ohne Vertrag aber mit dem…

HSV schnappt sich zwei „spannende“ Youngster

Es wurde keine Zeit verloren. Am Montagabend um 19.20 war Mario Vuskovic erst aus Wien in Hamburg Fuhlsbüttel gelandet. Zu diesem Zeitpunkt noch ohne Vertrag aber mit dem festen Vorhaben, die nächsten drei Jahre in Hamburg zu verbringen. Und so kam es dann auch. Medizincheck im UKE, Vertragsunterschrift und schon stand der 19 Jahre junge HSV-Zugang am Nachmittag beim HSV auf dem Trainingsplatz. Vertraglich geregelt sind zwei Jahre auf Leihbasis, für die der HSV rund eine Million Euro zahlen soll. Zudem besitzt der Klub eine Kaufoption, die im Falle des Aufstieges eine Kaufverpflichtung wird. Zusammen mit seiner Freundin, die für die ersten Tage mit in Hamburg weilt,  wohnt er zunächst im Hotel. „Ich bin stolz und glücklich, fortan ein Teil dieses Clubs zu sein. Der HSV ist ein großer Club in Deutschland, dessen Historie mir bewusst ist. Ich bin sehr gespannt darauf, meine Teamkollegen kennenzulernen und das erste Mal mit ihnen auf dem Platz zu stehen“, sagt der junge Innenverteidiger auf der Vereinshomepage im typischen Vorstellungs-Sprech.

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Viel gesehen haben kann er eh noch nicht. Flughafen – Hotel – UKE- Stadion – Trainingsplatz und wieder Hotel. Und morgen würde er sicher schon das erste Mal mit seinen neuen Kollegen auf dem Platz stehen wollen, wenn es zum Testspiel (unter Ausschluss der Öffentlichkeit) gegen den niederländischen Erstligisten FC Groningen geht. Die Partie wird kostenlos im HSV-TV und bei Youtube übertragen. Groningen nimmt derzeit Rang zehn in der Tabelle der niederländischen Eredivisie ein. Aber Trainer Tim Walter schob einem Einsatz des Kroaten einen Riegel vor. Der 19-Jährige soll erst einmal auf seine Einsetzbarkeit geprüft werden und ein paar Tage mittrainieren.

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„Mario ist ein junger Spieler, der für die Position des Innenverteidigers viele Fähigkeiten mitbringt. Er ist ruhig und abgezockt am und gegen den Ball und überzeugt neben seiner Größe auch mit einem guten Zweikampfverhalten sowie einer besonderen Antizipationsgabe. Alles Attribute, die man im modernen Fußball benötigt“, lobt Sportdirektor Michael Mutzel den Neuzugang – und damit natürlich auch die eigene Arbeit. Wie nahe aber diese Euphorie und bittere Ernüchterung nebeneinanderliegen, zeigte allein der heutige Tag, an dem sich Vuskovic und Leistner im UKE sogar fast noch über den Weg gelaufen wären.

Leistner löst Vertrag auf, Vuskovic ersetzt ihn

Der Kroate fand sich im Klinikum ein, um sich für den HSV-Vertrag checken zu lassen, während Leistner seinen Auflösungsvertrag vom HSV bereits in der Tasche hatte und einen neuen Klub vor sich. Zwischenzeitlich hieß es, es würde der VfL Wolfsburg. Bestätigt hat sich das noch nicht. „Toni ist ein Innenverteidiger mit großer Zweitliga-, aber auch Erstligaerfahrung. Er ist sehr zweikampfstark und verfügt über eine tolle Persönlichkeit“, hatte Mutzel heute vor einem Jahr gejubelt, um nur ein Jahr später eine Trennung verkünden zu müssen, deren Ursache auch charakterliche Gründe hat. Schon deshalb werde ich heute nicht anfangen und Vuskovic loben, bevor er sich in Hamburg nicht eine ganze Weile präsentieren konnte.

Das Attribut „spannend“ aber darf sehr wohl benutzt werden, da der 19-Jährige schon über 42 Erstligapartien sowie über U21-Länderspiele für Kroatien verfügt. Er ist mit 1,89 Metern groß, schnell, beidfüßig und technisch versiert. „Mario hat durch sein Alter aber eben auch noch sehr viel Potential. Wir freuen uns, mit ihm einen sehr spannenden Spieler für den HSV verpflichtet zu haben“, so Mutzel. Die große Frage wird aber auch hier sein, wie sich das „Kroaten-Juwel“ (BILD-Titel heute) in Hamburg zurechtfindet.

Knapp zwei Wochen hat er jetzt erst einmal bis zum nächsten Punktspiel des HSV gegen den SV Sandhausen, um seine neuen Kameraden kennenzulernen. Sportlich sollte das ausreichend Zeit sein, um sich zu gewöhnen. Ob es allerdings auch schon reichen wird, sich eine Stammplatz zu erspielen? Offen. Zuletzt hatten der weiterhin gesetzte Sebastian Schonlau und Jonas David ihre Plätze unter Trainer Tim Walter sicher. Gerade David wurde dabei immer wieder von Trainer gegen Kritik von außen verteidigt und sogar gelobt. 

Walter hat eine sehr junge Innenverteidigung

Ab sofort steht Walter also vor der Wahl zwischen dem 19-jährigen Vuskovic sowie dessen 21-jährigem Konkurrenten David. Im Winter kommt dann (hoffentlich) ein wieder genesener Stephan Ambrosius (22) dazu. „Wir haben zuletzt mit vielen jungen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs die Verträge langfristig verlängert“, erklärt Sportvorstand Jonas Boldt den Weg des HSV. „Zudem haben wir weitere junge, entwicklungsfähige Spieler mit Potenzial verpflichtet. Diesen Weg werden wir aus Überzeugung und mit Geduld weitergehen. Die Verpflichtung von Mario ist dafür ein weiteres Signal. Mario ist extrem motiviert, will beim HSV den nächsten Schritt gehen und brennt für diese Aufgabe.“ Und Trainer Tim Walter stimmte ein: „Vuskovic ist sehr, sehr jung. Aber das ist unser Weg. Der ist gut, mir macht es Spaß.“ Allein in Sachen Fitnesszustand müsse man abwarten, wie sich der bei dem jungen Neuzugang darstellt. Walter: „Wir müssen geduldig sein.“

Das sind wir. Oder genauer gesagt: Ich bin es. Defensiv klingt das tatsächlich alles gut – und es kann auch alles gut werden. Zumindest ist man defensiv schon mal besser aufgestellt als gestern noch. Allein offensiv musste man beim HSV heute noch lange warten. Passiert noch was? Kommen die Stuttgarter Nikolas Nartey und/oder Erik Thommy? Ist was dran an dem Gerücht, dass der HSV den isländischen Außenbahnspieler Mikael Anderson vom FC Midtjylland unter Vertrag nimmt? Am Ende wurde es keiner der zuvor gehandelten Spieler, sondern der noch unbekannte englische U21-Nationalspieler Thomas Doyle von Manchester City. Ohne Kaufoption für ein Jahr.

Aktuell stand Doyle zweimal im Profikader (ohne Einsatz) und spielt ansonsten im zentralen  Mittelfeld für die U23. Insgesamt verfügt der 19-Jährige über sieben Profi-Spiele (insgesamt 290 Minuten) für seinen Heimatklub ManCity. „Tommy ist ein sehr interessanter Box-to-Box-Player, den wir schon lange und intensiv beobachten. Er besitzt eine gute Übersicht, ein exzellentes Passspiel und ist trotz seiner jungen Jahre ein Spieler, der auf dem Platz vorangeht. Wir freuen uns daher sehr, dass wir Einigkeit über die Leihe erzielen konnten“, erklärt HSV-Sportdirektor Michael Mutzel. Auch Doyle freut sich: „Es fühlt sich großartig an. Ich bin froh, dass der Wechsel über die Bühne gegangen ist. Ich kann es kaum erwarten, in diesem schönen Stadion zu spielen und mit diesem Team durchzustarten.“ 

Dass man keinen „Heilsbringer“ verpflichten werde, wie Jonas Boldt es zuletzt im Sport1-Interview angekündigt hatte, hat sich also nominell schon einmal bewahrheitet. Aber das muss für die Saison nichts bedeuten. Letztes Jahr holte man „Säulenspieler“ - heute heißt es, man habe „spannende Neuzugänge“ gefunden. Und spannend ist es allemal, wie sich die zwei Youngster präsentieren.

In diesem Sinne, bis morgen. Da melde ich mich um 7.30 Uhr pünktlich mit dem MorningCall bei Euch. Bis dahin!

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