HSV muss rund eine Million Euro Corona-Einbußen einplanen - und wir können helfen!
Der FC St. Pauli hat Glück. Das Spiel am Sonnabend gegen den FC Schalke darf noch unter normaler 2G-Regelung gespielt werden. Erst am darauffolgenden Wochenende greifen die…

Der FC St. Pauli hat Glück. Das Spiel am Sonnabend gegen den FC Schalke darf noch unter normaler 2G-Regelung gespielt werden. Erst am darauffolgenden Wochenende greifen die neuen Corona-Bedingungen. Und die sehen vor, dass Fußballstadien maximal 50 Prozent ausgelastet sein dürfen, mit einer Höchstgrenze von nicht mehr als 15.000 Zuschauern. Bitter für den HSV, der bis zum Jahreswechsel zwei Heimspiele hat und beide Male auf ein gut besuchtes Stadion gehofft hatte. Etwas mehr als eingeplante eine Million Euro Einnahmen gehen dem HSV so verloren. Und das, was früher mal einen Anruf in Schindeleggi gekostet hat, ist inzwischen extrem viel Geld für den Zweitligisten HSV, der gerade prüft, ob und wie er im Winter personell noch mal nachlegen muss.
Maximal 15.000 Zuschauer dürfen in die Stadien
Wobei ich die Frage nach dem Bedarf im Winter heute auch im Communitytalk gestellt bekommen habe. Und dort habe ich gesagt, dass ich nur bei schweren Verletzungen und absehbar langen Ausfallzeiten noch mal nachlegen würde. Ansonsten hat der HSV mit Tim Walter einen Trainer, der junge Spieler heranzuführen versteht. Und er hat ein paar vielversprechende Talente, die sich auf Zweitligaebene behaupten können. Siehe David, Suhonen, Alidou, Rohr oder auch Spieler wie Meißner, die zuletzt ein wenig im Hintertreffen waren.
Und sollte Miro Muheim, der gestern abbrach und auch heute im Training fehlte, am Wochenende tatsächlich ausfallen, würde ich darauf hoffen, dass Walter seinem Youngster Bent Andresen eine Chance gibt. Das Gute daran: Der 18-Jährige hat noch einen bis 2024 datierte, langfristigen Vertrag. Sollte er durchstarten, säße der HSV nicht so in der Klemme wie jetzt bei Alidou. Ebenfalls wieder eine Option sein könnte Jan Gyamerah. Der Rechtsverteidiger kehrte heute nach einer Woche Erkältung wieder ins Mannschaftstraining zurück
Und letzteres soll gar nicht ironisch klingen – sondern ist ernst gemeint. Denn ich werde nie verstehen, weshalb man Alidou nach dessen eigenem Vorschlag im Sommer keinen längerfristigen Vertrag hat unterzeichnen lassen. Ich werde nie verstehen, weshalb man den Spieler jahrelang trotz verschiedener Undiszipliniertheiten immer wieder beim HSV gehalten hat, ihm dann aber den Sprung nach oben verwehrte, weil er – Achtung: Überraschung! – nicht ausreichend diszipliniert gewesen sein soll...?! Alles sehr unlogisch wie ich finde. Dilettantisch nennen das andere.
Aber zurück zum Personal: Sebastian Schonlau stand heute ebenso wie Gyamerah wieder auf dem Platz, während die HSV-Youngster fehlten. Aus gutem Grund: Sie müssen heute Abend ab 19 Uhr gegen Weiche Flensburg mit der Regionalliga-Mannschaft antreten. Ein ebenfalls schon heiß diskutiertes Thema im Communitytalk ist die Konkurrenzsituation zwischen Jonas David und dem zuletzt sehr stark auftretenden Mario Vuskovic. Meine Meinung dazu: Walter hat keinen Grund, irgendwas zu ändern. Im Gegenteil: So, wie es sich David zuvor hart erarbeitet hatte, hat es sich jetzt Vuskovic verdient, weiter das Vertrauen zu bekommen.
Ich würde Vuskovic nicht für David rausnehmen
Hätte sich David nicht verletzt, hätte Vuskovic nicht gespielt. Und andersrum: Hätte Vuskovic nicht so gut gespielt, wäre David wieder im Team. Nein, ich würde ein Innenverteidigerduo immer erst dann trennen, wenn es nicht mehr anders geht. Denn ebenso wie auf der Torwartposition ist für mich die Besetzung der Abwehrmitte ein Bereich, bei dem ich besonders auf Konstanz achten würde. Denn hier zählen Eingespieltheit und Abstimmung doppelt.
Von daher würde ich nichts an der Startelf ändern, wenn es ins Spiel bei Hannover 96 geht, deren Interimstrainer Christoph Dabrowski von seiner Mannschaft am Sonntag ein packendes Nordderby gegen den HSV sehen will. „Es ist ein geiles Spiel vor der Brust: der HSV, ein Gegner, der sehr herausfordernd ist. Aber wir sind nicht dazu da, etwas herzuschenken“, sagte der Ex-Profi und U23-Trainer der 96er heute bei seiner Pressekonferenz. Der 43-Jährige war erst gestern zur Übergangslösung für dieses eine Spiel ernannt worden und könne in der Kürze der Zeit nicht alles verändern. „Die Mannschaft wirkt intakt, sie strahlen schon eine Zuversicht aus“, sagte Dabrowski. „Dementsprechend war das Training gestern sehr positiv.“
Unsere Hilfe wird gebraucht!
Alles andere als positiv war indes das, was meinen beiden Freunden von AlphaFilms in den letzte Tagen passiert ist. Sie hatten einen tollen Dreh-Auftrag in Heidelberg, für den sie mit ihrem gerade erworbenen und teuer zusammengesparten, gebrauchten VW-Bus runterdüsten. Persönlich ausgestattet mit einer Menge Enthusiasmus und einem Bus voller Equipment reichte aber nur bis Frankfurt, wo der Turbolader schlappmachte. Da die beiden Jungs mit ihrem jungen Unternehmen noch nicht über die Finanzen verfügen, um sich Rücklagen zu schaffen ein ganz bitteres Schicksal.
Wobei das Schicksal zunächst sogar noch eine positive Wendung für sie parat hatte. Denn sie posteten via Instagram von ihrem Dilemma und erhielten spontan Hilfe von einem Follower, der sie auf der Autobahn noch aufgabelte und mitnahm, während der Bus zur Werkstatt gebracht wurde. Diese Werkstatt hatte am nächsten Tag dann allerdings eine absolute Schock-Nachricht parat: Motorschaden!
Für meine beiden Jungs ist das in ihrer aktuellen Situation ein unüberwindbares Hindernis, da sie einen neuen Motor schlichtweg nicht bezahlen können. Und das, obwohl sie jeden Tag nonstop arbeiten – sehr gut sogar. Aber sie haben noch sehr viel vor, unterstützen uns hier bei unserem MoinVolkspark-Projekt von Beginn an und stecken dafür jeden Cent, den sie verdienen, gleich wieder in die Fa. Oder wie in diesem Fall: In ein Fahrzeug für die Firma.
Die beiden Jungunternehmer unterstützen Moinvolkspark seit Monaten!
Ohne selbiges sind sie jetzt leider komplett aufgeschmissen. Der Wagen steht noch in Frankfurt und soll entweder dort repariert werden oder nach Hamburg geschleppt werden – was erneut Kosten bedeuten würde. Meine große Hoffnung ist daher unsere Community. Vielleicht kennt hier jemand jemanden, der jemanden kennt, der…. Ihr wisst schon, was ich meine! Helfen würde jemand, der solche Reparaturen anbietet und den Jungs helfen kann, ein paar Euro zu sparen. Ich hatte spontan auch daran gedacht, für die Jungs zu sammeln, um sie ein wenig zu unterstützen. Ich selbst werde das natürlich nach Kräften machen. Aber angesichts der hohen Gesamtkosten werde ich nur ein kleiner Anfang sein – und lange nicht genug.
Sollte hier also jemand dabei sein, der mithelfen kann und will – meldet Euch bitte bei mir via Email an [email protected]. Jederlei Hilfe ist willkommen. Und eines ist sicher: Diese beiden Jungs, Onur und Emanuel, sie haben diese Hilfe wirklich verdient. So, wie die beiden mir bislang hier geholfen haben, unsere Videos für Euch möglichst hochwertig zu drehen, sie zu schneiden und zu bearbeiten, würde ich mich freuen, wenn wir etwas zurückgeben können.
In diesem Sinne, im P.S. Habe ich Euch noch die Corona-Regelungen für die Stadien der anderen europäischen Ligen zusammengefasst. Also für alle die, die es interessiert. Ich melde mich dann morgen wieder bei Euch mit dem MorningCall und am Abend mit dem Blog, der dann auch die nächste Pressekonferenz mit Trainer Tim Walter beinhalten wird. Bis morgen!
Scholle
Hier zum Vergleich mal eine Übersicht, wie man dem Corona-Problem in Fußballstadien europaweit begegnet:
England: Hier darf weiter vor vollen Zuschauerrängen gespielt werden. Nach den Regeln der Premier League müssen Stadionbesucher aber einen Impf- oder Genesenenstatus nachweisen oder einen Coronatest vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die Entscheidung darüber, wer ins Stadion darf und wer nicht, liegt letztlich bei den Clubs selbst. Auch für die noch im Dezember beginnende Darts-Weltmeisterschaft in London darf die volle Anzahl von Tickets verkauft werden. Nachdem das Turnier 2020 ohne Publikum stattfinden musste, dürfen damit bis zu 3000 Zuschauer im Alexandra Palace feiern. Dass sich die Fans bei ausgiebigem Bierkonsum Gedanken über Masken oder Sicherheitsabstand machen, scheint unwahrscheinlich.
Italien: Die Stadien dürfen nach Angaben des Fußballverbands FIGC bislang zu 75 Prozent gefüllt sein. Am 6. Dezember treten jedoch weitere Regelungen in Kraft, die die Regierung von Mario Draghi schon Ende November beschlossen hatte. Ab dann gilt für die Fans die 2G-Regel, es darf nur noch rein, wer nachweislich geimpft oder genesen ist. Bezüglich einer Impfpflicht für die Fußball-Profis gab es bislang keine weiteren Vorstöße. Das sei «ein sehr sensibles Thema», sagte ein FIGC-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Verbandspräsident Gabriele Gravina hatte zuvor eine Impfpflicht ins Spiel gebracht. Nach einer Sitzung des Verbandsvorstandes sagte er, diese Option sei im Kampf gegen Corona möglich. Etwa vier bis fünf Prozent der Profis hätten noch keinen gültigen Impfnachweis - auch, weil sie ein nicht in der EU anerkanntes Vakzin erhalten hatten.
Spanien: Trotz steigender Corona-Zahlen gibt es keine spezifischen Einschränkungen für Sportveranstaltungen. Geisterspiele im Fußball sind nicht geplant. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei knapp 120. Der Corona-Pass (3G-Regel) wird jedoch für den Besuch von Restaurants, Nachtlokalen und größeren Veranstaltungen in Innenräumen in immer mehr Regionen des Landes Pflicht. Dies dürfte auch den Hallensport betreffen. Sieben von 17 Gemeinschaften, die in etwa deutschen Bundesländern entsprechen, haben dies bereits beschlossen, nur drei eine solche Maßnahme vorerst ausgeschlossen. Angesichts einer Impfquote von fast 80 Prozent dürfte eine Pflicht zur Vorlage eines Corona-Passes aber keine dramatischen Folgen haben.
Frankreich: Die Ligue 1 blickt mit Sorge auf die steigenden Infektionszahlen. Seit Freitag greift in den Stadien wieder eine Maskenpflicht, eine Diskussion über reduzierte Zuschauerzahlen aber gibt es noch nicht. Wie die Regierung kürzlich erklärte, solle die Bevölkerung vor einer Verbreitung des Virus geschützt werden, Training und Wettkämpfe im Sport aber sollten aufrechterhalten werden. Eine Maskenpflicht gilt auch für Sportlerinnen und Sportler in den Arenen, sobald sie den Sport nicht ausüben.
Schweiz: Bei großen Sportveranstaltungen gilt die 3G-Regel. Die Regierung hat aber eine Verschärfung vorgeschlagen, die schon nächste Woche in Kraft treten könnte: Dann müssten in Innenräumen wie Eishockeyhallen Masken getragen werden. In Fußballstadien gilt die 3G-Regel ab 1000 Zuschauern. Diese Grenze soll auf 300 gesenkt werden. Diese Entscheidung soll Freitag fallen.
Tschechien: Seit der Ausrufung des Corona-Notstands am 26. November dürfen nur noch maximal 1000 Zuschauer und Teilnehmer in Sportstadien sein. Es gilt die 2G-Regel. Nur für die Profis reicht auch ein Test. Für Amateurwettbewerbe gibt es eine Begrenzung auf 100 Menschen im Stadion. Trotz der finanziellen Einbußen haben sich die Profi-Verbände für eine Fortsetzung sowohl der Fußball- als auch der Eishockey-Saison entschieden. An der Entscheidung der Regierung gab es aber auch Kritik. Vikoria-Pilsen-Trainer Pavel Vrba sagte, die Einschränkungen für Geimpfte erschienen ihm „unlogisch“.
Niederlande: Nach der Verhängung eines Teil-Lockdowns hat am 14. November das vorerst letzte Fußballspiel vor Zuschauern stattgefunden. Wettkämpfe dürfen seitdem generell nur ohne Publikum ausgetragen werden. Dies gilt sowohl für den Amateur-, als auch den Profisport. Seit einer Verschärfung der Maßnahmen, die am Sonntag in Kraft trat, müssen alle Sportstätten zwischen 17.00 und 05.00 Uhr geschlossen bleiben - davon ausgenommen sind Training und Wettkämpfe im Profisport. Der niederländische Fußballverband KNVB appellierte an die Regierung, auch im Bereich der Amateure Ausnahmen zu erlauben. Rund 1,2 Millionen Amateure hätten sonst unter der Woche kaum Trainingsmöglichkeiten.
Polen: Seit Juni dürfen auf den Zuschauertribünen der Stadien 50 Prozent der Plätze vergeben werden. Geimpfte werden bei dieser Obergrenze nicht mitgezählt. Da es in Polen jedoch keine rechtliche Grundlage dafür gibt, dass Veranstalter Besucher zum Vorzeigen eines Impfnachweises zwingen können, ist diese Regelung eher Theorie. Für kleinere Sportveranstaltungen gelten seit dem 1. Dezember neue Begrenzungen. Zu Wettkämpfen und Sportereignissen, die außerhalb von Stadien oder anderen Anlagen stattfinden, dürfen maximal 250 Personen zusammenkommen.
Österreich: Die Geisterspiele sind seit Beginn des Lockdowns am 22. November in der Fußball-Bundesliga zurück. Auch andere Veranstaltungen im Spitzensport wie zum Beispiel im Tennis gehen nur noch ohne Zuschauer über die Bühne. Alle Sporthallen sind geschlossen. Ausnahmen gibt es für Spitzensportler und den Behindertensport. Sport im Freien ist möglich, wobei die Ausübung nur mit Personen aus eigenen Haushalt sowie dem Lebenspartner und engsten Angehörigen stattfinden darf. Die Maßnahmen sind zunächst bis zum 12. Dezember befristet. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass es auch danach bei den Geisterspielen bleibt.
Dänemark: Fußballspiele vor ausverkauftem Haus - das ist in Dänemark trotz ähnlich hoher Inzidenz wie derjenigen in Deutschland nach wie vor möglich. Die Dänen setzen bei Außenveranstaltungen mit über 1000 Zuschauern wie auch in ganz vielen anderen Situationen auf das Vorzeigen des Corona-Passes: Damit kann man beim Einlass auf seinem Smartphone nachweisen, dass man geimpft, genesen oder negativ getestet worden ist. Mund-Nasen-Schutz muss man dann auf den Rängen nicht tragen: Eine Maskenpflicht wurde am Montag nur für öffentliche Verkehrsmittel und beim Einkaufen wieder eingeführt. Allerdings herrscht nun erstmal Winterpause in der dänischen Superliga. Weiter geht es erst Mitte Februar - und bis dahin kann die Corona-Situation wieder ganz anders aussehen.
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