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HSV legt mit Torunarigha nach – Defensive bleibt im Fokus

Der HSV steht unmittelbar vor der Verpflichtung seines nächsten Sommer-Neuzugangs – und es ist ein echter Wunschspieler: Jordan Torunarigha. Der 27-jährige Innenverteidiger…

HSV legt mit Torunarigha nach – Defensive bleibt im Fokus

Der HSV steht unmittelbar vor der Verpflichtung seines nächsten Sommer-Neuzugangs – und es ist ein echter Wunschspieler: Jordan Torunarigha. Der 27-jährige Innenverteidiger wechselt ablösefrei vom belgischen Erstligisten KAA Gent an die Elbe. Zuerst hatte ein User via „X“ davon berichtet, anschließend sprangen „Bild“ und Sky auf und sprachen von einer „heißen Spur“ zum HSV. Heute Morgen folgte dann die konkrete Bestätigung: Der Medizincheck in Hamburg ist für Mittwoch geplant, die Vertragsunterschrift soll zeitnah erfolgen. Aber, wer genau ist dieser Jordan Torunarigha?

Torunarigha, 1997 in Chemnitz geboren, bringt mit seinen 1,91 Metern Körpergröße die nötige Physis für das Abwehrzentrum mit. Der Linksfuß ist zweikampfstark, kopfballstark und verfügt über eine solide Spieleröffnung – Qualitäten, die der HSV für die kommende Bundesliga-Saison dringend benötigt. Nach dem ausgelaufenen Leihvertrag von Dennis Hadzikadunic und der unklaren Rolle von Aboubaka Soumahoro, der nach schwerer Verletzung noch nicht eingesetzt wurde, soll Torunarigha die ersehnte Verstärkung in der Innenverteidigung werden. Fakt ist: Der Kader braucht auf dieser Position dringend Verlässlichkeit und mehr Qualität als in der abgelaufenen Saison.

Torunarigha war in Gent Führungsspieler - und entschied sich für neue Herausforderung

Sportlich hat Torunarigha zumindest statistisch schon einiges vorzuweisen: Ausgebildet wurde er bei Hertha BSC, wo er insgesamt 73 Bundesliga-Spiele absolvierte. Anfang 2022 wechselte er zunächst per Leihe, später fest zu KAA Gent. In der vergangenen Saison stand er dort in 30 Ligaspielen auf dem Platz, dazu kamen sechs Einsätze in der UEFA Conference League. Er war bei Gent gesetzt, galt als defensiver Fixpunkt – dennoch entschied er sich frühzeitig gegen eine Vertragsverlängerung und für eine neue Herausforderung.

Ein Faktor für seinen Wechsel scheint HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz. Der kennt Torunarigha aus gemeinsamen Zeiten bei der deutschen U21-Nationalmannschaft, für die der Innenverteidiger vier Spiele machte und auch Teil des Olympia-Kaders 2021 in Tokio war. 2023 entschied sich Torunarigha dann, für die A-Nationalmannschaft Nigerias zu spielen, für die er bislang einen Einsatz absolvierte. Nicht vergessen dürfte er dabei Kuntz’ deutliche Unterstützung, als er 2020 nach rassistischen Beleidigungen bei einem Spiel auf Schalke unter Tränen den Platz verließ – Kuntz stellte sich damals klar vor den Spieler, verurteilte die Vorfälle deutlich. 

Mit dem Wechsel nach Hamburg schlägt der Verteidiger nun ein neues Kapitel auf. Der HSV bekommt nicht nur einen erfahrenen Profi, sondern auch eine Persönlichkeit, die sich weiterentwickeln will. So zumindest beschreiben ihn die Kollegen, die ihn persönlich und auf dem Platz kennen. Torunarigha passt demnach gut in das Anforderungsprofil von Merlin Polzin und Co., die mit dem HSV schon früh in der Sommerpause die Grundlagen für eine konkurrenzfähige Bundesliga-Mannschaft legen wollen. Nach Nicolai Remberg ist er der zweite Neuzugang – und einer, der die Defensive der Rothosen stabilisieren soll. Während Trainer Merlin Polzin noch im Urlaub ist, arbeiten Kuntz und Sportdirektor Claus Costa daran, den Kader bis zum Trainingsstart am 2. Juli zu finalisieren.

Transferverhalten mit dem richtigen Fokus auf Defensive

Was der HSV bislang auf dem Transfermarkt zeigt, wirkt durchdacht und ist zumindest - ganz unabhängig von der künftigen Leistung auf dem Rasen, die jetzt noch nicht abschätzbar ist -, ein erster Fingerzeig, wohin die Reise in der Bundesliga gehen soll. Mit Nicolai Remberg und Jordan Torunarigha holt der Verein zwei Spieler, die vor allem eines mitbringen: defensive Stabilität. Und genau darum wird es in der neuen Saison gehen.

Der HSV hat in den vergangenen Jahren offensiv immer wieder überzeugt, mit viel Ballbesitz, dominanten Phasen und durchaus ansehnlichem Fußball. Doch die Achillesferse war immer wieder die Defensive – mal instabil, mal zu fehleranfällig, mal einfach nicht bundesligatauglich. Wer oben mithalten will, muss hinten sicher stehen. Das ist nicht neu, wurde beim HSV aber oft genug bei den Kaderplanungen ignoriert. Nun scheint die sportliche Leitung unter Stefan Kuntz das korrigieren zu wollen. Und das ist notwendig.

Jordan Torunarigha ist ein erfahrener Innenverteidiger mit Bundesliga-Vergangenheit, internationaler Reife und einem Profil, das dem HSV zuletzt schlicht fehlte. Im Gegensatz zu Kapitän Sebastian Schonlau bringt er Physis, Tempo und ein besseres Aufbauspiel mit – Attribute, die auf höchstem Niveau zählen. Dass Schonlau nach seiner langen Verletzung und dem Verlust des Stammplatzes sportlich keine große Rolle mehr spielen wird, zeichnet sich deutlich ab. Eine Trennung scheint realistisch – und auch sinnvoll. Für beide Seiten.

Kuntz demonstriert Stärke - zum Wohle des HSV

Natürlich wird ein Spieler wie Schonlau nicht mit einer hohen Ablöse den Verein verlassen. Dafür ist seine Rolle im Team zu klar geschwächt, sein Marktwert zu bekannt. Doch in der 2. Liga dürfte er für viele Klubs ein hochinteressanter Verteidiger sein – sofern sich eine Lösung findet, die auch wirtschaftlich passt. Und hier zeigt sich derzeit: Stefan Kuntz agiert mit der nötigen Resilienz. Der Fall Ludovit Reis ist ein gutes Beispiel.

Als der FC Brügge ein aus HSV-Sicht indiskutables Angebot unterbreitete, ließ sich Kuntz nicht weichkochen. Stattdessen setzte er ein Zeichen: Wer gehen will, muss einen angemessenen Preis mitbringen – oder bleibt. Eine klare Haltung, die dem HSV in der Vergangenheit oft gefehlt hat. Ergebnis: Brügge soll inzwischen bereit sein, rund sechs Millionen Euro zu zahlen. Geld, mit dem Reis sportlich zu ersetzen sein sollte, so schade sein Abgang auch ist.

Stabilität vor Spektakel - HSV kennt seinen Weg

Diese neue Stärke, die der HSV hier nach außen trägt, ist essenziell. Denn nur mit einer klaren Linie, mit einem durchdachten Plan und dem nötigen Verhandlungsgeschick wird es dem HSV gelingen, Spieler nicht immer günstiger abzugeben als einzukaufen – sondern umgekehrt. Nur so kann man in der Bundesliga ankommen.

Noch ist der Kader nicht komplett, aber der Kurs ist klar: Stabilität geht vor Spektakel. Und das ist - Stand heute - genau der richtige Weg, wie ich finde.

In diesem Sinne, bis morgen!
Scholle


Golz zieht Kandidatur zurück und kritisiert HSV-Gremium

Der ehemalige HSV-Profi Richard Golz steht für das Präsidium des HSV nicht mehr zur Wahl. Er habe sich entschlossen, seine "Kandidatur zurückzuziehen, da die zusammen mit Felix Magath formulierte Richtung für den HSV e.V. nicht umzusetzen ist", schrieb der 57-Jährige auf seinem Linkedin-Profil.

Der ehemalige Torhüter der HSV-Profis wollte sich bei der Mitgliederversammlung am 21. Juni als Vizepräsident im Team von Felix Magath zur Wahl stellen. Nachdem der Beirat des Clubs die Kandidatur des ehemaligen Spielers, Managers und Trainers nicht zugelassen hatte, war Golz zunächst als Einzelkandidat verblieben.

Golz beklagt "intransparente Entscheidung"

"Inzwischen scheint klar, dass es bei der intransparenten Entscheidung des Beirats bleibt. Ich bin persönlich enttäuscht darüber", sagte Golz über die Bemühungen, Magath eventuell doch noch zur Wahl zuzulassen. Deshalb habe er sich für den Rückzug entschieden.

Für das Amt des Präsidenten bewerben sich Kai Esselsgroth, Henrik Köncke und Frank Ockens, als Vize bewerben sich Laura Ludwig und Anna Stöcken sowie als Schatzmeister Ralph Hartmann und Michael Papenfuß.

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