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HSV-Legende mahnt: „Bundesliga ist für uns ein Neuanfang“

Mitten rein in der Erstliga-Rückkehr-Euphorie mahnt eine der größten Vereinslegenden zur Vorsicht: Horst Hrubesch. Der ehemalige Nationalspieler, Ex-Kapitän und aktuelle…

HSV-Legende mahnt: „Bundesliga ist für uns ein Neuanfang“

Mitten rein in der Erstliga-Rückkehr-Euphorie mahnt eine der größten Vereinslegenden zur Vorsicht: Horst Hrubesch. Der ehemalige Nationalspieler, Ex-Kapitän und aktuelle Nachwuchschef des HSV warnt im Kicker-Interview vor allzu großen Erwartungen. „Wir kennen die Sprüche: Dass wir in die Bundesliga gehören. Dass wir eine Marke sind, die weltweit bekannt ist. Aber wer sechs, sieben Jahre weg war, der muss sich neu sortieren“, sagt der 74-Jährige. Für Hrubesch ist klar: Die Bundesliga ist kein Selbstläufer – sie ist ein Neuanfang. Und dieser muss durchdacht, strukturiert und mutig geplant sein. Vor allem beim Kader.

Und während beim HSV weiterhin unklar ist, ob Hrubeschs auslaufender Vertrag verlängert wird, basteln Sportvorstand Stefan Kuntz und Trainer Merlin Polzin basteln im Hintergrund mit Hochdruck an einem Bundesliga-tauglichen Team. Der HSV will nicht nur aufsteigen – der HSV will bleiben. Und dafür braucht es Substanz.

HSV trifft sich mit Berater von Philippe in Hamburg

Einer, der diese liefern könnte, ist Rayan Philippe, französischer Stürmer von Eintracht Braunschweig. Eigentlich war der 24-Jährige schon mit Mainz 05 einig, doch der Klassenerhalt der Niedersachsen machte den Wechsel durch eine automatische Vertragsverlängerung plötzlich teuer – zu teuer für Mainz. Nun buhlen gleich mehrere Bundesliga-Klubs um den treffsicheren Angreifer: Hamburg, Köln, Bremen, sogar Heidenheim und Klubs aus dem Ausland sollen interessiert sein. 13 Tore und ein wichtiger Treffer in der Relegation zeigen, dass Philippe liefern kann.

Wie MoinVolkspark weiß, hat sich der HSV heute in Hamburg mit seinem Berater getroffen - allerdings soll das Hamburger Angebot aktuell auch noch das schwächste aller Interessenten sein. Wenn man ihn wirklich will, wird man wohl noch mal nachlegen müssen.

Dem Vernehmen nach denken die Verantwortlichen offensiv auch an eine Verpflichtung von Matija Frigan. Der kroatische Torjäger vom KVC Westerlo steht laut „Daily Record“ ganz oben auf der Wunschliste. Soweit, so gut. Allerdings heißt es in dem bericht auch, der HSV sei bereit, rund 10 Millionen Euro zu zahlen. Die Glasgow Rangers sind angeblich schon ausgestiegen, weil sie Frigan für zu teuer halten. Hamburg soll noch im Rennen sein – wobei diese Summe für den HSV ohne jede Frage utopisch ist.

Doch das neue Selbstbewusstsein kommt nicht nur von den Personalien – es kommt auch aus dem Inneren des Klubs. Teampsychologin Chiara Behrens de Luna sprach jetzt im Podcast „SeitenweKKsel“ über einen der wahren Erfolgsfaktoren: Mut zur Ehrlichkeit. „Wir haben im März offen über Ängste gesprochen – Ängste zu versagen, den Aufstieg wieder zu verspielen“, sagt sie. Eine mutige Maßnahme, die offenbar den entscheidenden Knoten löste. Eine Leadership-Gruppe um Spieler wie Schonlau, Glatzel, Selke oder Heuer Fernandes traf sich wöchentlich - ohne Trainer, aber mit Vertrauen. Trainer Merlin Polzin schenkte seinem Team Raum zur Entwicklung - das zahlt sich nun aus.

Die Fans honorieren diese Entwicklung auf ihre Weise: 96,5 Prozent aller Dauerkartenbesitzer haben bereits verlängert, die restlichen Karten werden über eine geschlossene Warteliste vergeben. Ein öffentlicher Verkauf? Nicht vorgesehen. Der HSV ist und bleibt gefragt.

Doch bei all dem Enthusiasmus bleibt Hrubeschs Mahnung hängen. Euphorie ist gut, Struktur ist besser. Wer jetzt mit Bedacht plant, wer den Kader klug aufstellt und die eigene Identität behält, der kann sich nicht nur in der Bundesliga halten – sondern dort wieder eine Rolle spielen.

In diesem Sinne, Euch allen eine gute Nacht!
Scholle

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