HSV kurz vor Verpflichtung von Damion Downs: Chancen, Risiken und Einordnung
der HSV ist drauf und dran, Damien Downs aus Southampton auszuleihen. Laut Florian Plettenberg hat Downs seinen Medizincheck bestanden und es kann sein, dass er kurz nachdem…

Moin zusammen,
der HSV ist drauf und dran, Damien Downs aus Southampton auszuleihen. Laut Florian Plettenberg hat Downs seinen Medizincheck bestanden und es kann sein, dass er kurz nachdem dieser Blog hochgeladen wurde, offiziell verpflichtet wird. Downs wird wahrscheinlich gerade vom Medienteam des HSV abgelichtet und dann folgt zeitnah die Verkündung.
Der HSV leiht Downs aus, hat aber eine Kaufoption, die angeblich 10 Millionen Euro betragen soll. Laut Florian Plettenberg kann diese durch Boni auf 12 Millionen ansteigen.
Damion Downs ist 21 Jahre alt, US-Amerikaner und ist, wie ihr sicherlich alle wisst, vorwiegend Stürmer. Er kann gegebenenfalls aber auch auf den rechten Flügel ausweichen. Für das HSV-System ist das passend, denn in der Offensive rückt der rechte Flügel ja auch mal ganz gerne nach innen, während der Stürmer dann nach rechts schiebt.
Damion Downs passt vom Profil her zum System des HSV. Er ist zügig auf den Beinen und bringt mit 192 cm auch eine gewisse Größe mit. Einen genauen Tempowert habe ich für diese Saison leider nicht aus einer validen Quelle finden können. Laut Kicker lief Downs in der vorletzten Saison im Spiel gegen Augsburg 33,4 km/h. Somit hat der HSV sich hier tendenziell jemanden geholt, der sowohl im Umschaltspiel Tempo machen kann als auch bei Flanken präsent ist. Anders als Glatzel oder Selke ist Downs dabei eher der große, aber dennoch recht bewegliche Stürmer, der mehr über sein Tempo und Dribbling kommt als über ein sehr wuchtiges Kopfballspiel.
Eine große Auswahl gibt es nicht
Ich weiß, viele sehen den Transfer wahrscheinlich kritisch, und das kann ich auch nachvollziehen. Ein Stürmer, der in 11 Liga-Einsätzen 0 Tore gemacht hat, verspricht nicht auf Anhieb, dass er torgefährlich ist. Ich habe aber auch schon mehrfach betont, dass es im Winter für einen Aufsteiger sehr schwierig ist, jemanden zu finden, der Tore garantiert und der für den HSV erschwinglich ist. Einen Stürmer, der in der Hinrunde gut war, würde man wahrscheinlich nur aus der 2. Liga holen können. Da diese Stürmer da aber Stammspieler sind, müsste man sie kaufen und könnte sie nicht leihen. Ich habe auch hin und wieder über Isac Lidberg nachgedacht. Dieser hat allerdings einen Marktwert von 5 Millionen Euro. Das heißt, für ihn müsste man mindestens 4,5 Millionen, wahrscheinlich sogar deutlich mehr, bezahlen. Ähnliches bei Futkeu. Und dabei ist nicht garantiert, dass diese Spieler auch im System des HSV in der Bundesliga funktionieren.
Mmn hat der HSV hier eine vernünftige, erschwingliche Lösung gefunden. Man leiht mit Dows jemanden aus, der die Bundesliga kennt und vom Profil her ins HSV-System passt. Zudem musste man hier keine Transferablöse im Bereich von 4–5 Millionen bezahlen. Die Leihe wird sich sicherlich im Rahmen von ca. 1 Million Euro einpendeln. Sollte Downs nicht funktionieren, läuft die Leihe aus und man schaut im Sommer weiter. Funktioniert Downs, hat der HSV eine Kaufoption von 10-12 Millionen und kann diese ziehen, um entweder auf Downs zu setzen oder ihn teurer weiterzuverkaufen.
Hinzu kommt, dass der HSV mit Glatzel eventuell schon seinen Stürmer für die Rückrunde im Kader hat. Bisher haben wir das Ganze nur 30 Minuten gesehen, aber es funktionierte eben sehr gut. Nichtsdestotrotz musste man aufgrund von möglichen Verletzungen jemanden finden, der Glatzel ersetzen kann, falls dieser verletzt ist. Königsdörffer konnte das in der Hinrunde nicht beweisen.
Ich denke, dass der HSV hier eine gute Lösung in der aktuellen Lage gefunden hat.
Nicht die Lösung, sondern die Vorgeschichte ist das Problem
Das Stürmerproblem wurde im Sommer in den Sand gesetzt, als man Selke nicht verlängerte und Königsdörffer als Stürmer einplante. Die Verletzungen von Poulsen sind unglücklich, wären in meinen Augen nach den letzten Jahren aber vielleicht sogar kalkulierbar gewesen. Nun hat man den Salat und muss nach adäquaten Lösungen schauen, die die aktuelle Lage verbessern.
Downs ist für viele nicht die erste Wahl, wenn man sich die gesamte Saison anschaut. Aber der Transfermarkt gibt im Winter eben nicht das her, was er im Sommer hergibt. Und da liegt das Problem. Man hat es im Sommer versaut und versucht, es jetzt auszubügeln. Da schafft man es eben nicht, eine Lösung zu finden, die den HSV so verbessern würde, wie es im Sommer möglich gewesen wäre.
Downs strotzt sicherlich nicht vor Selbstbewusstsein, aber ich finde, jeder Spieler hat eine faire Chance verdient. Ich möchte hier einmal an die Saison von Königsdörffer erinnern. Nachdem er gleich im ersten Spiel doppelt traf und anschließend eine super Saison spielte. Klar, das ist alles eine Liga tiefer passiert, aber es geht mir hier gar nicht um die Qualität, sondern um das Selbstbewusstsein. Mal angenommen, Downs trifft am Wochenende in der 90. Minute zum 0:1 und der HSV holt 3 Punkte. Dann wäre die Hinrunde im Prinzip schon wieder vergessen, weil Downs in einer anderen Liga direkt mit einem Erfolgserlebnis gestartet ist.
Logischerweise kann das Ganze auch andersrum passieren, aber wir können ja schwer genau vorhersagen, was passiert. Deswegen appelliere ich dazu, Downs eine faire Chance zu geben und erst einmal abzuwarten, was passiert. Wenn er nach 3–4 Spielen 4 100-%ige Torchancen vergeben sollte, können wir immer noch diskutieren und kritisieren. Aber vorerst sollten wir ihm die Chance geben und hoffen, dass er uns am Ende mit zum Klassenerhalt schießt. Ändern können wir als Community die Transfers des HSV sowieso nicht.
Tom
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