HSV künftig mit französischer Flügelzange? Philippe würde es gefallen
Rayan Philippe ist 24 Jahre alt und wurde in Nizza geboren. Er kommt aus der Jugend von Dijon. Über Hesperingen in Luxemburg, ging es nach Braunschweig, ehe Philippe in diesem…

Moin zusammen,
Rayan Philippe - gesprochen übrigens Rajong Philip - ist 24 Jahre alt und wurde in Nizza geboren. Er kommt aus der Jugend von Dijon. Über Hesperingen in Luxemburg, ging es nach Braunschweig, ehe Philippe in diesem Sommer für knappe 3 Millionen Euro zum HSV wechselte. In Frankreich bestritt Philippe 15 Spiele in der Ligue 2 und 5 Spiele in der Ligue 1. In diesen Spielen konnte er kein Tor erzielen. Das änderte sich jedoch in Luxemburg, wo er in 45 Spielen 39 mal das Tor traf. Zur Saison 23/24 wechselte der Franzose dann nach Braunschweig, wo er in 59 Spielen 21 mal einnetzte und 11 mal auflegte. Dabei spielte Philippe vorwiegend im Sturmzentrum. Selten lief er auf den Flügelpositionen auf.
Wer den Blog aktiv liest, der weiß, dass Scholle Philippe schon gerne letzten Sommer beim HSV gesehen hätte. Laut Philippe gingen die Gespräche aber erst nach dem Aufstieg des HSV los.
Zuletzt HSV-Schreck - jetzt HSV-Glücksfall?
Philippe ist ebenso wie Torunarigha Linksfuß und kommt vor allem über seine Schnelligkeit. Mit 36 km/h war Philippe letztes Jahr der 4. schnellste Stürmer der 2. Liga. Für ein Team wie Braunschweig, welches vermehrt auf Umschaltsituationen und Konter setzt, natürlich ein absoluter Gewinn. Und wer das Auswärtsspiel des HSV bei Eintracht Braunschweig in der letzten Saison gesehen hat, der hat Philippes Tempo und seinen Abschluss fast am eigenen Leibe miterlebt. Damals schulte Philippe die komplette HSV-Abwehr ein.
Heute steht er beim HSV unter Vertrag und wird, anders als bei Braunschweig, eher auf dem rechten Flügel eingesetzt. Auf meine Frage, welche Position seine liebste ist, antwortete er: „Ich spiele am liebsten auf dem Flügel, aber auch gerne im Sturm. Ich spiele da, wo der Trainer mich braucht.“
Im Testspiel gegen Elsdorf wurde er das erste Mal auf dem Flügel eingesetzt und stach dort auch direkt heraus. 3 direkte Torbeteiligungen konnte er verbuchen. Beim 4. Tor war seine Flanke maßgeblich dafür verantwortlich, dass Sahiti am Ende abstauben konnte. In dem Spiel machte Philippe genau das, was ich bei den anderen Jungs auf dem rechten Flügel häufiger vermisse. Mit Tempo auf den Gegenspieler zugehen und dann vorbeiziehen. Entweder mit links in die Mitte zum Abschluss oder mit rechts über die Außen und dann flanken. Philippe zeigte in diesem Spiel seine Zielstrebigkeit und war sich nicht zu schade, auch mal mit rechts zu flanken. Oder auch mit dem Außenrist.
Linker Fuß noch wichtiger als sein Top-Speed - Philippe will rechts ran
Diese Technik würde ich Philippe aber in Pflichtspielen nicht empfehlen, denn die Außenristflanken ließen zu wünschen übrig. Die Flanken über rechts waren aber tatsächlich relativ ordentlich. Definitiv noch Luft nach oben, aber eine solide Grundlage. Seine größte Stärke ist laut Philippe sein linker Fuß. Wir waren alle sehr verwundert, dass er nicht sein Tempo als größte Stärke nannte, aber als Linksfuß hat man auf dem rechten Flügel eben auch etwas, was vielleicht nicht jede Mannschaft hat.
Seine größte Schwäche ist laut ihm selbst sein Kopfballspiel. Trotz seiner Größe von 182 cm hat er dort noch Entwicklungspotenzial. Er sagte selbst, dass er das Kopfballspiel selten trainiert hat. Philippe sollte also sicherlich noch 1–2 Stunden ins Individualtraining mit Robert Glatzel, oder ans Kopfballpendel gehen. Denn die Flanken von Dompe segeln ja auch mal auf den zweiten Pfosten.
Dompé links, Philippe rechts? Das hätte Tempo...
Wenn Philippe auf seiner Wunschposition spielt, werden wir in der nächsten Saison dann eine französische Flügelzange haben. Eine Flügelzange, die sowohl nach innen ziehen kann als auch über die Außen kommt. Und vor allem eine Flügelzange, die Tempo hat. Und das würde sicher nicht nur Philippe sehr gut gefallen.
Sollte es Mangel im Sturm geben, kann Philippe auch dort aushelfen. Im Moment denke ich aber, dass er auf dem Flügel eingesetzt wird. Das zeigen nicht nur das Spiel in Elsdorf und sein Wunsch, sondern auch die Trainingseinheiten. Dort kommt Philippe auch häufig über den Flügel. Er klebt ähnlich wie Dompe an der Seitenlinie und macht das Spiel breit. Durch die kleinen Spielformen wird Philippe ehrlicherweise seltener in Szene gesetzt. Dies gilt aber für alle Flügel. Sofern er an den Ball kommt, hat er aber seine Aktionen. Er beweist im Training einen guten Abschluss, geht mir persönlich aber noch ein wenig zu selten über seinen rechten Fuß. So ist er auf dem Flügel ausrechenbar. Er hat in Elsdorf bewiesen, dass er es auch mit rechts kann. Zugegebenermaßen ein Bezirksligist, aber ob der ausgedribbelte Spieler jetzt in der Bundesliga oder Bezirksliga spielt, macht zum Zeitpunkt der freien Flanke keinen Unterschied.
Alles in allem finde ich, dass der HSV auch bei Philippe einen guten Transfer gemacht hat. Zum einen bringt er Qualität auf der rechten Außenbahn, zum anderen entlastet er durch seine Aktionen aber auch Dompe auf links. So ist es deutlich leichter, durch eine Ballverlagerung Dompe ins 1-gegen-1 zu bekommen. Denn dann ist Dompe bekanntlich am stärksten. Mit seinem Tempo und seinem Zug zum Tor bringt Philippe damit eine Qualität auf den rechten Flügel, die beim HSV in letzter Zeit etwas zu kurz kam. Ich würde mir wünschen, dass er noch mehr Fokus auf seinen rechten Fuß legt, um vielseitiger zu werden. Philippe wird sicherlich Anwärter auf einen Stammplatz sein und vielleicht erleben wir dann ja wirklich eine französische Flügelzange.
Kurzes Update - unabhängig von Philippe:
Matheo Raab wurde heute für Gespräche mit anderen Vereinen freigestellt. Aktuellstes Gerücht soll wohl Union Berlin sein.
Jetzt seid aber wieder ihr dran. Wie findet ihr den Philippe-Transfer? Seht ihr ihn eher auf dem Flügel oder doch im Sturmzentrum? Übrigens: Ich lese eigentlich fast jeden Kommentar. Also diskutiert gerne fleißig weiter, dann habe ich viel zu lesen - und zu beantworten...
Bis dahin wünsche ich euch einen schönen Abend.
Euer Tom
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