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HSV kassiert 3,8 Millionen - Vagnoman wechselt zum VfB Stuttgart

Jetzt ist er weg. Wobei, noch nicht ganz. Erst am Freitag reist Josha Vagnoman zusammen mit seinem Berater nach Stuttgart, wo er zuerst seinen Vertrag bis 2026 unterschreiben…

HSV kassiert 3,8 Millionen - Vagnoman wechselt zum VfB Stuttgart

Jetzt ist er weg. Wobei, noch nicht ganz. Erst am Freitag reist Josha Vagnoman zusammen mit seinem Berater nach Stuttgart, wo er zuerst seinen Vertrag bis 2026 unterschreiben und dann am Sonnabend gleich mit ins Trainingslager des VfB reisen wird. 3,8 Millionen Euro bekommt der HSV zuzüglich möglicher Leistungsprämien, die den Gesamtbetrag auf bis zu 4,5 Millionen Euro steigern könnten. Zudem soll der HSV mit 10 Prozent an einem möglichen Weiterverkauf beteiligt sein. Ein Deal, der nicht wirklich gut ist, behaupte ich. Aber auch ein Deal, der aktuell nicht sehr viel besser zu realisieren gewesen ist. Denn zum einen gibt der aktuelle Markt (das hatte ich nach Rücksprache mit verschiedenen Branchenkennern schon vor Wochen geschrieben) aktuell in der Bundesliga nicht sehr viel mehr her. Zum anderen hatten sich Spieler und VfB bereits auf eine Zusammenarbeit geeinigt und Vagnoman selbst hatte zuletzt noch einmal sehr deutlich gemacht, dass er die Chance auf die Erste Liga bei den Schwaben sehr gern wahrnehmen wolle.

Dafür haben seine Berater (FTC) auf ihre Provisionen verzichtet. Dazu muss man wissen, dass der Agentur-Inhaber ein Freund der Familie Vagnoman ist und um dessen Wechselwunsch wusste. Glück also für Vagnoman – aber auch Glück für den HSV? Der muss das erst noch beweisen, behaupte ich. Denn mit dem umfunktionierten Rechtsverteidiger Moritz Heyer allein ist man auf der rechten Verteidigerseite zu dünn aufgestellt. Dementsprechend muss man neben seinen aktuellen Baustellen auf den Außenbahnen (hier soll noch mindestens ein neuer kommen) dringend noch einen Rechtsverteidiger holen. Dass man hierbei jemanden findet, der so defensivstark ist wie Vagnoman, bezweifle ich. Aber vielleicht hat die Scoutingabteilung des HSV ja einen guten Job gemacht und für eine vergleichbar kleine Summe einen Spieler auf dem Zettel, der Vagnoman ersetzen kann. 

Der HSV verliert Millionen - weil er Zweitligist ist

Und obgleich ich bei der Ablösevereinbarung nicht von einem besonders guten Deal für den HSV sprechen würde, ist es das Los des HSV, mit solchen Transfers leben zu müssen. Wie bei Onana, der immerhin sieben Millionen Euro in die Kassen gespült hat, gehen alle Verantwortlichen auch bei Vagnoman davon, dass er seinen Marktwert schnell auf einen guten zweistelligen Millionenbetrag steigern kann. Allerdings würde er das nur bedingt in der zweiten Liga schaffen können, während einige gute Spiele in der Ersten Liga schon ausreichen könnten. Problem hierbei: Der HSV ist eben kein Erstligist. Zumindest noch nicht. Und daher kann er eben auch nicht die Forderungen stellen, die ein Erstligist für seine Spieler stellen kann.

Und wenn ich schon beim Wunsch nach dann noch ein Wort zu einem der vielleicht honorigsten HSVer der letzten Jahrzehnte: Udo Bandow. Der inzwischen 90 Jahre alte ehemalige Aufsichtsratsboss des HSV hat sich nach langer Zeit mal wieder geäußert. Und entgegen seiner sonst immer sehr zurückhaltenden, diplomatischen Ausdrucksweise hat er diesmal sehr deutliche Worte gefunden. Der HSV mache ihm „aktuell wenig Freude und Hoffnung“, sagte der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende (1996 bis 2007) der BILD.  „Die Situation ist traurig. Der Verein ist finanziell am Boden, das Stadion marode. Man spielt ein fünftes Jahr in Liga 2. Das macht keinen Spaß“, klagte der 90-Jährige, unter dem der HSV seinerzeit acht Jahre in Serie im Europokal gespielt hat.

Ex-Aufsichtsratsboss Udo Bandow schlägt Alarm

Als besonders bitter empfindet der langjährige HSV-Funktionär die atmosphärischen Störungen zwischen den Vorständen Jonas Boldt (Sport) und Thomas Wüstefeld (Finanzen). „Das hätte es zu meiner Zeit als Aufsichtsratschef nicht gegeben. Ich hätte die zwei Vorstände zu mir gebeten, sie aufgefordert, sich zusammenzuraufen. Wenn nicht, hätte ich schon eine Lösung gefunden“, erklärte Bandow und nahm in diesem Zusammenhang auch seinen Nach-Nachfolger Marcell Jansen in die Kritik. „So eine Situation darf ein starker Aufsichtsratschef einfach nicht zulassen. Sie schadet auf Dauer dem ganzen HSV.“

Ich weiß, dass jetzt einige wieder die BILD für dieses Gespräch kritisieren. Aber all denen sei gesagt: Ich kenne Udo Bandow jetzt mehr als zwei Jahrzehnte. Ich habe mich bis zuletzt immer wieder immer sehr gern ausgetauscht zum Thema HSV, weil Bandow eine sehr weitsichtige, konstruktive Sicht auf den HSV hat und frei von dem Verdacht ist, hier eigene Interessen zu verfolgen. Ihm geht es nur um den HSV. Deshalb war und ist es für mich alternativlos, seine Worte auch zu zitieren.

Vor allem, weil ich glaube, dass der mit weitem Abstand souveränste Aufsichtsratsboss der letzten 30 Jahre alles gesagt hat, was es aktuell zu seinem HSV zu sagen gibt. Anders als zum Thema Bakery Jatta. Bei dem Gambier gibt es aus meiner Sicht nur eine relevante Nachricht für den Moment, und die ist positiv. Denn nach seiner langen Verletzungspause befindet sich Jatta wieder im Lauftraining.

In diesem Sinne, bis morgen.

Scholle 

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