Analyse

HSV in München: Kampf, Wille und 8.000 Fans gegen den Rekordmeister

morgen ist es also so weit. Der HSV spielt nach 7 Jahren mal wieder ein Auswärtsspiel in München. Um 18:30 Uhr wird das Spiel in der Allianz Arena angepfiffen. Das Stadion ist…

HSV in München: Kampf, Wille und 8.000 Fans gegen den Rekordmeister

Moin zusammen,

morgen ist es also so weit. Der HSV spielt nach 7 Jahren mal wieder ein Auswärtsspiel in München. Um 18:30 Uhr wird das Spiel in der Allianz Arena angepfiffen. Das Stadion ist wie zu erwarten mit 75000 Menschen ausverkauft. Offiziell werden 8000 HSV-Fans erwartet. Wie wir den HSV kennen, wird diese Zahl inoffiziell wahrscheinlich noch auf 10 000–12 000 Auswärtsfahrer ansteigen.

Maximale Ausbeute und dennoch Unruhe in München

Die Ausgangslage ist eindeutig. Die Bayern sind Tabellenführer und haben aus den ersten beiden Spielen die maximale Punkteausbeute erzielt. Dabei hat man 9 Tore erzielt und 2 kassiert. Gegen RB Leipzig gewannen die Münchener ihr Auftaktspiel äußerst souverän mit 6:0. Ein klares Ausrufezeichen direkt am Anfang. Jedoch gewann man anschließend in Augsburg nur knapp mit 2:3. Und auch im Pokal in Wiesbaden konnten die Bayern nicht überzeugen. Nach einer 0:2-Führung stand es plötzlich 2:2. Erst in der 90. Minute erlöste Harry Kane die Bayern mit dem Treffer zum 2:3, welcher zugleich der Endstand der Partie beim Drittligisten in Wiesbaden war. Auch auf der Führungsebene gab es in letzter Zeit Unruhe. Man ist in München zwar zufrieden mit dem Transferfenster, jedoch gab es einige Absagen von gewünschten Spielern wie Nico Williams und Florian Wirtz. Auch bei Woltemade hat man es probiert, jedoch war das finanzielle Angebot zu niedrig. Hinzu kommt, dass es immer wieder Meinungsverschiedenheiten zwischen Ulli Hoeneß und Max Eberl gibt. Vor allem dass so viele Transferdetails in die Öffentlichkeit gerieten, sorgte in München für Unruhe.

Nichtsdestotrotz konnten sich die Bayern im Sommer mit Luis Díaz von Liverpool, Tom Bischof von Hoffenheim und Jonathan Tah von Leverkusen verstärken. Am Deadline-Day holte man dann noch Nicolas Jackson vom FC Chelsea per Leihe. Der Kader der Bayern ist etwas dünner besetzt. Das sei angeblich so gewollt, weil man dann mehr auf die Jugend setzen könne.

Voraussichtliche Startelf und Herangehensweise der Bayern

Die Startaufstellung der Bayern wird am Samstag voraussichtlich folgendermaßen aussehen:

Manuel Neuer startet im Tor.

Davor besteht die Viererkette aus Laimer, Tah, Upamecano und Stanisic. Die Außenverteidiger könnten sich noch ändern, Optionen sind hier Boey und Guerreiro.

Die Doppel-6 wird dann aus Leon Goretzka und Joshua Kimmich bestehen.

Auf den Flügeln starten links Díaz und rechts Olise. Auf der 10 wird voraussichtlich Gnabry beginnen. Hier könnte es aufgrund des Wechsels von Nicolas Jackson noch eine Änderung geben.

Im Sturmzentrum wird Kane starten.

Die Qualität der Bayern liest sich. Vor allem mit Olise und Kane hat man wohl die beiden besten Spieler der Liga in einem Kader. Auch Joshua Kimmich und Luis Díaz gehören zu den besten auf ihrer Position.

Die Bayern stehen traditionell für hohes Pressing und Ballbesitzfußball. Man versucht, sich nach vorne zu kombinieren, um dann Harry Kane in Szene zu bekommen. Aber auch die Flügel in Person von Olise und Díaz setzen häufig Aktionen, indem sie in die Mitte ziehen und dann abschließen oder einen gezielten Pass in die entscheidenden Zonen spielen. Die Bayern werden vor allem in Person von Kimmich immer wieder versuchen, den Ball schnell zu verlagern, um Diaz und Olise in 1-gegen-1-Situationen zu bringen. Hier muss der HSV so kompakt wie möglich verschieben und die Flügel bestmöglich doppeln.

Der HSV muss kompakt stehen

Der HSV wird überwiegend darauf bedacht sein, defensiv kompakt zu stehen. Man sollte versuchen, die Bälle auf den Außen bestmöglich auf die Außenverteidiger der Bayern zu drängen. Sicherlich sind Stanisic und Laimer überdurchschnittliche Bundesligaspieler, aber ein Ball am Fuß von Stanisic ist immer noch besser als ein Ball am Fuß von Luis Diaz. Man darf dennoch nicht die Mitte vernachlässigen. Der HSV muss ein Mittel finden, die Außen zu verteidigen, ohne die Kompaktheit im Zentrum aufzulösen. Das heißt, hier könnte es hin und wieder der Fall sein, dass z. B. Torunarigha als linker Innenverteidiger Muheim auf der linken Seite unterstützt.

Das A und O wird die Kompaktheit sein. Harry Kane ist gerne mal einer, der sich fallen lässt, um dann selbst die Räume zu bespielen. Hier muss man natürlich Kane an den Zuspielen hindern. Weiterhin darf sich die Innenverteidigung aber nicht zu sehr aus der Reserve locken lassen, wenn Kane mal tief fällt. Hier könnte natürlich der zentrale Spieler in der Dreierkette eine wichtige Rolle spielen, denn dieser wird sicherlich hier und da mal rausrücken, um Kane zu stören, wenn dieser sich fallen lässt.

Eine offensive Möglichkeit für den HSV bietet sich durch die hohe Abwehrkette der Bayern. Upamecano und Tah werden an der Mittellinie die einzige Absicherung der Bayern sein. Hinter der Mittellinie ist also viel Raum, den man bespielen kann. Der HSV muss offensiv versuchen, genau diese Räume zu bespielen und mit schnellen Gegenstößen die Abwehrkette unter Druck zu setzen. Wenn ich das Polzins Aussagen richtig interpretiere, wird der HSV ab und zu auch mal Pressingphasen einbauen. Das heißt, man versucht, die Bayern sofort zu attackieren, um Ballverluste oder lange Bälle zu provozieren. Das kann sicherlich ein gutes Mittel sein. Hier müssen dann aber alle mit voller Konzentration pressen. Denn wenn auch nur einer einen Schritt weniger geht, ist die Qualität der Bayern einfach so hoch, dass so etwas direkt bestraft wird.

Zusammenhalt ist entscheidend

Generell steht der Zusammenhalt morgen im Vordergrund. Von der Qualität her wird der HSV dieses Spiel nicht gewinnen. Aber mit Kampf und Wille ist m. M. n. sehr viel möglich. Die Jungs müssen 90, 100 Minuten alles reinwerfen und jeder muss 1887 % auf den Rasen bringen. Weitere Motivation wird von den, sagen wir mal, 8000–10000 HSV-Fans auf den Rängen kommen. Der HSV muss morgen als eine Gemeinschaft auftreten. Das Team zusammen mit dem Staff und den Fans. Nur so kann man dort morgen etwas erreichen.

Ich habe viele Bayern-Fans gesehen, die im Internet Videos machen und sagen „Es geht nur darum, wie hoch“. Dass diese Sprüche nach den letzten Ergebnissen in München kommen, ist klar, aber das ist eben auch schon 7 Jahre her. Morgen wird das Spiel um 18:30 Uhr bei 0:0 angepfiffen und dann wird 90 Minuten lang Fußball gespielt.

Ich persönlich gehe auch nicht mit allzu hohen Erwartungen rein, aber noch ist nichts entschieden. Noch ist kein Tor gefallen und noch wurde kein einziger Pass gespielt. Deswegen fahre ich morgen nach München, freue mich, dass wir zum Punktspiel gegen die Bayern antreten, und schaue, was passiert. Wer weiß, vielleicht passiert am Ende etwas völlig Unvorhersehbares. Deshalb sehe ich keinen Grund, vor diesem Spiel alles schlechtzureden, was noch gar nicht passiert ist.

In diesem Sinne bleiben wir einfach mal gelassen und schauen, was morgen auf dem Platz passiert.

Nur der HSV

Tom  

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