HSV in Bestbesetzung ins Duell der Aufsteiger – Polzin-Team will in Köln nachlegen
Es ist angerichtet für das nächste große Spiel in dieser Bundesliga-Saison: Der HSV reist am Sonntag (15.30 Uhr, DAZN) in Bestbesetzung zum 1. FC Köln – und hat nach dem…

Es ist angerichtet für das nächste große Spiel in dieser Bundesliga-Saison: Der HSV reist am Sonntag (15.30 Uhr, DAZN) in Bestbesetzung zum 1. FC Köln – und hat nach dem Pokalerfolg in Heidenheim jede Menge Rückenwind im Gepäck. Auf dem Trainingsplatz im Volkspark war in dieser Woche kaum Platz – fast der gesamte Kader steht Trainer Merlin Polzin zur Verfügung. Lediglich Warmed Omari fehlt weiterhin mit einem Außenbandriss. Dafür kehren Nicolás Capaldo, der zuletzt mit Wadenproblemen geschont wurde, und Jean-Luc Dompé nach seiner Pause im DFB-Pokal zurück.
Für Polzin sind das Luxusprobleme – und die wünscht sich jeder Trainer. Im Mittelfeld hat der Coach die Qual der Wahl: Sambi Lokonga und Fabio Vieira, beide Neuzugänge aus London, lieferten zuletzt überzeugende Auftritte. Lokonga durfte gegen Wolfsburg ran, Vieira glänzte im Pokal – beide provozierten jeweils einen Elfmeter. „Dass wir solche Qualitäten haben, ist kein Luxusproblem, sondern eine unfassbare Möglichkeit“, sagte Polzin gegenüber der BILD. Gut möglich, dass Lokonga in Köln wieder den Vorzug erhält. In der Defensive wird Capaldo wohl zurückkehren, und auf den Flügeln sind alle Optionen offen – auch weil Dompé wieder topfit ist.
Der Franzose, der in Köln sein 100. Pflichtspiel für den HSV bestreitet, bringt jene offensive Wucht zurück, die zuletzt etwas fehlte. „Die Fans lieben mich, meine Mitspieler mögen mich, ich habe das Vertrauen des Trainers“, sagte Dompé im Abendblatt. Mit ihm ist das Hamburger Offensivspiel variabler, unberechenbarer – gerade im Zusammenspiel mit Königsdörffer oder Glatzel, der nach seinem Joker-Tor in Heidenheim ebenfalls wieder ein Kandidat für die Startelf ist.
Köln hingegen hat andere Sorgen. Zwar spielen die Rheinländer unter Lukas Kwasniok bislang eine starke Saison, müssen aber erneut auf mehrere Stammkräfte verzichten – darunter Hübers, Thielmann und van den Berg (Quelle: BILD). Dafür sorgt ein anderer Name für Furore: Said El Mala, der 19-jährige Flügelflitzer, ist der Shootingstar der Liga. Drei Tore, eine Vorlage in 317 Minuten – El Mala spielt frech, furchtlos, spektakulär.
Was kaum jemand weiß: Der HSV kannte El Mala längst – und hätte ihn haben können. Intern wurde der gebürtige Kölner bereits vor über einem Jahr angeboten – für kleines Geld. Doch der HSV winkte ab. Man hielt den Spieler für „noch nicht weit genug“. Heute sorgt der Youngster in Köln für Begeisterung – und ist ein Paradebeispiel dafür, wie der HSV in den vergangenen Jahren immer wieder große Talente und damit große Einnahmen liegen ließ. Dass man sich nun dafür feiert, „auch mal einen Spieler zu holen, den man entwickeln will“, ist, mit Verlaub, schwer nachvollziehbar. Zumal man für andere Talente teils aberwitzige Summen bezahlt hat - siehe das zweifellos große Talent Alexander Røssing-Lelesiit, der den Verein allerdings auch die stattliche Summe von fast drei Millionen Euro kostete, und der bisher noch auf seinen Durchbruch wartet.
Kölns Toptalent El Mala wurde dem HSV angeboten - und abgelehnt...
Trotz dieser berechtigten Kritik bleibt der Blick nach vorn. Denn sportlich stimmt die Richtung endlich wieder. Der HSV wirkt stabil, geschlossen, erwachsener. In der Defensive hat sich die Dreierkette um Youngster Luka Vuskovic gefunden, im Mittelfeld sorgt Polzin für Balance, und vorne herrscht echter Konkurrenzkampf. Die Mannschaft ist dabei, sich – ähnlich wie Köln – dauerhaft in der Liga zu etablieren.
Ein Sieg beim FC wäre dafür Gold wert. Nicht nur tabellarisch, sondern auch psychologisch. Polzin weiß, was auf sein Team zukommt: „Wir müssen die Wucht, die im Stadion entstehen kann, im Keim ersticken und es dann zu einem guten Nachmittag für uns machen“, sagte der Coach in der BILD. Klar ist: Mit dieser Besetzung, diesem Spirit und der wiedergewonnenen Qualität im Angriff kann der HSV jeden Gegner schlagen – auch in Köln. Und genau das ist die größte Veränderung dieser Saison: Der HSV fährt nicht mehr als Außenseiter zum Mitaufsteiger, sondern als Team mit Erstliga-Format und Ambition.
Ein Traditionsduell als echtes Prüfspiel – und vielleicht der nächste große Schritt auf dem Weg zurück in die Bundesliga-Normalität. Der HSV scheint bereit - eben so der 1. FC Köln. Zwei Klubs, die der Bundesliga in dieser Form gut zu Gesicht stehen. Ich jedenfalls freue mich tierisch darauf! Wie siehts bei Euch aus?
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