HSV im Umbruch: Heuer Fernandes spricht über Konkurrenz, Transfers und Teamchemie
nachdem neulich Daniel Peretz zum Interview kam, war heute sein Konkurrent auf der Torwart-Position, Daniel Heuer Fernandes, zu Gast. Zum aktuellen Zeitpunkt steht ja noch…

Moin zusammen,
nachdem neulich Daniel Peretz zum Interview kam, war heute sein Konkurrent auf der Torwart-Position, Daniel Heuer Fernandes, zu Gast. Zum aktuellen Zeitpunkt steht ja noch nicht fest, wer im Tor spielt. Es bestünde ja auch die Option eines Pokaltorwarts, aber auch das ist noch nicht geklärt.
Heuer Fernandes selbst spielt seit 2019 beim HSV. Heuer Fernandes ist seitdem häufig einem Konkurrenzkampf ausgesetzt worden. Zunächst war es Julian Pollersbeck, dann Sven Ulreich. Letzte Saison war es dann Matheo Raab. Auffällig ist dabei, dass Heuer Fernandes eigentlich immer als Sieger aus der Situation herauskam. Heuer Fernandes zeigte über die Jahre überwiegend gute Leistungen und wurde mehr und mehr zum Fanliebling.
Der Elfer zum Aufstieg
Eine Aktion, die für alle HSV-Fans unvergessen bleibt: sein gehaltener Elfmeter im Aufstiegsspiel gegen Ulm. Beim Stand von
1 : 1 parierte Heuer Fernandes einen Elfmeter und wenn ihr mich fragt, war das der ausschlaggebende Wendepunkt in diesem Spiel. Dieser Moment … Ein Stadion, das nach einem gehaltenen Elfmeter lauter schreit als bei einem Tor. Weil ab dort alle wussten: Dieser Abend wird magisch. Denn dieser Moment hat so ein Feuer entfacht, dass alle Spieler auf dem Feld merkten: „Heute gewinnt hier der HSV und steigt auf.“ Schaut euch in der Wiederholung mal das Gesicht des Elfmeterschützen an. Ich kann keine Gedanken lesen, aber ich würde behaupten, auch er wusste: Jetzt gibt’s hier nichts mehr zu holen.
Als Heuer Fernandes dann Sekunden vor dem Halbzeitpfiff einen langen Ball vor dem anlaufenden Stürmer ins Aus ballerte, gab es im Stadion kaum noch halten. Diesen Halbzeitpfiff werde ich persönlich nie vergessen. Ein komplettes Stadion voller Euphorie brüllt ihre Spieler nach vorne. Keiner der mehr sitzt. Alle stehen, alle singen und schreien. Einfach ein schöner Moment.
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Der Konkurrenzkampf
Aber kommen wir zur aktuellen Lage. Nachdem der Abgang von Matheo Raab offiziell wurde, war klar, dass der HSV noch einen Keeper holt. Dass dieser dann ausgerechnet aus München an die Elbe wechselt, hätte man vor der Sommerpause wohl nicht gedacht. Seither ist der Kampf um die Nummer 1 im Tor offen. Wie die letzten Jahre auch.
Heuer Fernandes geht damit allerdings gelassen um: „Den Konkurrenzkampf hatte ich die letzten Jahre und dieses Jahr auch. Das gehört im Profifußball dazu.“ Er fügt hinzu: „Ich bleibe da ganz bei mir und bin entspannt.“
Klar, jetzt unruhig werden würde die Sache nicht vereinfachen. Zudem wird Heuer Fernandes mit einem guten Selbstbewusstsein in diesen Konkurrenzkampf gehen. Immerhin ging er in den bisherigen Konkurrenzkämpfen beim HSV meistens als Sieger hervor.
Allerdings möchte sich Heuer Fernandes nicht auf den gezeigten Leistungen ausruhen: „Natürlich musst du dich immer verbessern. Mein Anspruch ist nicht, mit dem Applaus der letzten Jahre zu Ende. Ich will den nächsten Schritt machen und mich weiter verbessern.“ Diese Ambitionen sind im Training zu sehen. Alle Jungs aus dem Torwartteam geben tagtäglich ihr Bestes und versuchen, von Einheit zu Einheit einen Schritt nach vorne zu machen. Dabei werden sie immer wieder von Torwarttrainer Sven Höh unterstützt, der die Keeper bei jeder misslungenen Aktion wieder aufbaut und ihnen genau aufzeigt, was sie verändern müssen, damit so eine Aktion nicht mehr passiert.
Ich persönlich finde es immer wieder faszinierend, was die Jungs für eine Sprungkraft draufhaben. Hier empfehle ich euch, sich beim Training mal einen eigenen Eindruck davon zu verschaffen.
Daniel Peretz berichtete ja in der letzten Medienrunde, dass er viel Wert auf eine gute Chemie im Torwartteam lege. Laut Heuer Fernandes scheint die Stimmung im Team gut zu sein. Laut ihm herrsche seit Jahren eine gute Chemie im Torwartteam und das wäre auch dieses Jahr wieder so.
Natürlich wurde auch die Frage gestellt, ob er sich selber im Duell mit Daniel Peretz vorne sieht. Heuer Fernandes antwortete: „Am Ende muss das der Trainer entscheiden. {…} Ich will meine Leistung bringen, so wie ich es die letzten Jahre getan habe. Das ist mein Anspruch.“
Bezüglich der Frage, was passieren würde, wenn Peretz die Nummer 1 werden würde, blieb Heuer Fernandes gelassen und antwortete, dass das momentan nicht in seinen Gedanken sei.
Bezüglich der Leistung des Teams gegen Lyon sagte „Ferro“: „Das ist ein Prozess. Natürlich wird die in solchen Spielen aufgezeigt, wo wir noch dran arbeiten müssen.“ Das ist schon was, wo wir draus lernen können. Ich glaube, das ist schon besser, wenn wir das in der Vorbereitung haben, um zu sehen, wo wir ansetzen können. Das Trainerteam geht sehr detailliert in die Analyse rein und darum geht’s.“
Der HSV steckt in der Phase eines Umbruchs, das ist klar. 4 Wochen vor dem Start greift dann eventuell noch nicht jedes Rad in das andere. Heuer Fernandes sagt aber: „Wir wollen da hinkommen, dass wir über die 90 Minuten die Intensität fahren können.“
Auf die Frage, ob Heuer Fernandes mit dem Vorgehen des Vereins auf dem Transfermarkt zufrieden sei, antwortete er: „Ich bin einfach überzeugt davon. Das Trainerteam hat es so vorgestellt und da steckt ein klarer Plan dahinter.“
Einige sehen in dem Kaderumbruch eine Gefahr, da einige Säulenspieler der letzten Jahre eventuell nicht mehr Teil der Startelf sein könnten. Heuer Fernades entgegnet, dass hinter dem Umbruch eine Überzeugung stehe und man diese Überzeugung als Team voll mitgehen wolle. Zudem seien laut ihm auch immer noch viele Säulen aus den letzten Jahren im Kader, die den Anspruch haben, voranzugehen. Er beendete den Satz folgendermaßen: „Ich glaube schon, dass wir gut aufgestellt sind, um zu bestehen.“
Überzeugung ist wichtig
Ich persönlich habe das Gefühl, dass im Kader und im gesamten Verein eine Überzeugung vom eingeschlagenen Weg besteht. Das ist m. M. n. schonmal ein guter Ansatz. Denn ein System direkt über den Haufen zu werfen, macht keinen Sinn. Und dass zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alles zu 100 % klappt, ist auch sicher. Dass man ein System hat, welches man verfolgt und an dem man arbeitet, zeugt zumindest von einer gemeinsamen Überzeugung. Und ich habe hier ja schon öfter gesagt, dass es auch um den Zusammenhalt geht, wenn man gegen den Abstieg spielt. Diese Überzeugung ist bezogen auf den Punkt „Zusammenhalt“ also schon mal ein gutes Vorzeichen.
Ob das System dann am Ende funktioniert, das können wir alle nicht vorhersagen. Klar, es zeigen sich sicherlich immer Tendenzen, aber wie ein System in der Bundesliga wirkt, zeigt sich erst, wenn der HSV seine ersten Spiele in der Bundesliga bestritten hat.
Ein wichtiger Grundstein für ein funktionierendes System ist m. M. n. auf jeden Fall der Torwart. Um diese Position streiten sich nun 2 Männer, die wahrscheinlich gut miteinander umgehen können, aber auch von sich selbst überzeugt sind. Leistungstechnisch kann ich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bewerten, wer klar besser ist. Glücklicherweise müssen wir das nicht entscheiden.
Was sagt ihr zu den Aussagen? Und was haltet ihr von der Überzeugung?
Ich werde mich nach diesem Beitrag übrigens auch erstmal in den Urlaub verabschieden. Wir bei MoinVolkspark wollen vor dem Saisonstart nochmal die Akkus aufladen, damit wir zur neuen Saison mit voller Energie reinstarten können.
Wir sind die nächsten Tage also erstmal etwas weniger aktiv, sind aber natürlich zum
Saisonstart wieder für euch da.
Wir hören uns
Euer Tom
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