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HSV im Trainingslager - Ex-St.-Pauli-Coach im Anflug

Der HSV ist wieder da. Etwas später als die direkte Konkurrenz, aber dafür etwas luxuriöser untergebracht. Zum dritten Mal reiste man heute nach Sotogrande, um sich dort bis…

HSV im Trainingslager - Ex-St.-Pauli-Coach im Anflug

Der HSV ist wieder da. Etwas später als die direkte Konkurrenz, aber dafür etwas luxuriöser untergebracht. Zum dritten Mal reiste man heute nach Sotogrande, um sich dort bis zum 12. Januar für die Rückrunde vorzubereiten. Und auch sonst setzt man beim HSV auf Konstanz.  Um sich auf das große Ziel Wiederaufstieg einzuspielen, tritt der HSV am 7. Januar gegen den niederländischen Topklub PSV Eindhoven (trifft im Achtelfinale der Champions League im Februar auf Borussia Dortmund) sowie am 11. Januar (13.30 Uhr) gegen den Schweizer Erstligisten FC Zürich an. Heute und gestern standen zudem Leistungstests an. Und während der sportliche Feinschliff im spanischen Sotogrande auch unter dem Zeichen der taktischen Nachjustierungen steht, die die sportliche Leitung vom HSV-Trainer eingefordert und von diesem zugesagt bekommen haben soll. Mit dem Trainingsstart sollen einhergehend verschiedene Maßnahmen greifen. Alltagsabläufe sollen beispielsweise „leistungsfördernder“ gestaltet werden, hieß es in der Mitteilung vor dem jahreswechsle, in der die sportliche Führung Trainer Tim Walter das Vertrauen aussprach.

Zu diesen leistungsfördernden Maßnahmen würde für mich auch zählen, dass man den Spielern klarmacht, dass sie wichtig sind – aber nicht unersetzlich. Wie ich zuletzt schon zum Thema Bakery Jatta schrieb, würde ich auch dem Gambier verdeutlichen, dass ich seine Leistung anerkenne und wertschätze – daher die Gehaltssteigerung. Auf der anderen Seite kann diese Gehaltssteigerung aber auch wiederum nur so groß sein, wie es die eigene Kasse hergibt. In diesen Verhandlungen ist es auch alles andere als ehrrührig, dem Spieler klarzumachen, dass man ansonsten auch Alternativen hat. Wichtiger als die moralische Seite ist aber, dass der HSV alles optimiert auf die Rückrunde ausrichtet. Dazu gehört eine personelle Klarheit, die man beim Spieler einfordern darf – oder besser gesagt: muss. Denn es nicht gibt viele unnötigere Stolpersteine als derart selbst produzierte.

Von daher ist mein Mitgefühl trotz aller Wertschätzung für Jatta überschaubar. Er ist ein Spieler mit mentaler Qualität, einem unglaublichen Tempo und einem Teamdenken, das ich gern weiter beim HSV sehen wollte. So, wie es offensichtlich auch die sportliche Leitung sieht, die Jatta ein um rund 50 Prozent angehobenes Jahresgehalt (bislang 300.000 Euro plus Prämien) bietet. Dass Jattas Seite und er selbst mehr verlangen ist absolut legitim. Diesem aber nicht zu entsprechen ist das Recht der HSV-Verantwortlichen. Sie müssen nur dafür sorgen, gleichwertigen oder besseren Ersatz zu finden. Und zwar so frühzeitig, dass man wählen kann. Sagt Jatta ab – kommt der Nächste. Bleibt Jatta, sagt man dem Kandidaten ab.

Schwierig ist für mich nur, beim HSV aktuell die Verantwortlichen, die die nähere Zukunft planen sollen, selbst stark in der Diskussion stehen. Angesichts der wackeligen Situation von Trainer Tim Walter ist es wenig verwunderlich, dass bereits vor dem ersten Training neue Namen auf der Trainerposition gespielt werden. Ob das alles förderlich ist? Eher nicht. Aber es ist jetzt so, der HSV hat es so für sich in Kauf genommen.

Ich bin nicht mit ins Trainingslager geflogen, was diesmal echt schade ist. Denn hautnah mitzuerleben, ob sich was bzw. was sich im Training und drumherum beim HSV verändert, ist schon sehr spannend. Und so sehr es mich wundern würde, wenn Walter sein System und seine n Umgang derart umstellt, so sehr freut es mich, dass Ludovit Reis wieder voll mittrainiert. Also fast zumindest. Denn nach seiner Schulter-Operation vermied der Niederländer noch direkte Zweikämpfe. Aber auch so ist sein Gesundheitsstatus zu diesem unerwartet frühen Zeitpunkt schon mehr als erfreulich und lässt hoffen! Weniger erfreulich endete indes das erste Training in Sotogrande für Mikelbrencis, der nach einem Tritt von Andras Nemeth mit bandagiertem Sprunggelenk das Training ebbrechen musste.

Der ehemalige Co-Trainer des FC St. Pauli sowie zuletzt beim FC Basel, Loic Favé , soll den HSV-Nachwuchs neu strukturieren Foto: Witters

Ebenfalls erfreulich ist für mich, dass der HSV für den Nachwuchs nachrüstet. Zumindest scheint der ehemalige Cotrainer des FC St. Pauli, Loic Favé, in den Startlöchern zu stehen. Der Vollzug dieser Verpflichtung könnte schon am Freitag verkündet werden. Der ehemalige Cotrainer von Timo Schultz (zuletzt FC Basel – ab sofort Cheftrainer beim 1. FC Köln) und einstige Fußballchef des erfolgreichsten Hamburger Amateurclubs Eimsbütteler TV hatte zuletzt Anfragen aus der Bundesliga als Cotrainer (auch Schultz versuchte ihn für Köln zu begeistern) vorliegen, entschied sich aber dem Vernehmen nach für den HSV, wo er die neuen Strukturen im Nachwuchsbereich mitgestalten soll. Eine sehr gute Wahl für den HSV - da bin ich mir sicher.

In diesem Sinne, Euch allen eine gute Nacht!

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