HSV: Gute Laune im Volkspark
Die finanziellen Voraussetzungen für die Sanierung des Volksparkstadions haben sich nach Aussage von Thomas Wüstefeld gebessert. Der HSV hat für die Arena, in der Spiele der EM…

Die finanziellen Voraussetzungen für die Sanierung des Volksparkstadions haben sich nach Aussage von Thomas Wüstefeld gebessert. Der HSV hat für die Arena, in der Spiele der EM 2024 stattfinden sollen, die Fremdfinanzierung verringert und der Eigenanteil erhöht werden. „Wir werden die mögliche Fremdfinanzierung reduzieren, weil wir einen eigenen Anteil von 10 Millionen Euro für die Modernisierung des Volksparks investieren werden“, sagte HSV-Vorstand Wüstefeld der BILD. Einer der Gründe sei, dass der Zuschauerschnitt des HSV in den bisherigen vier Heimspielen weit über der Kalkulation liegt. Wie aus diesen Mehreinnahmen zehn Millionen Euro werden sollen, erläutert Wüstefeld nicht näher.
Und so schön das klingt, befürchte ich eher, dass diese Verlautbarung dafür dient, um erstmal Zeit zu gewinnen. Denn den entscheidenden Schritt hat Wüstefeld wider eigene Ankündigungen nicht machen können. Bislang hieß es, Hauptsponsor HanseMerkur habe einen Kredit von 23 Millionen Euro zur Sanierung zugesagt. Vorausgesetzt, der HSV bringt dafür Bürgen. Das sollte vor einigen Wochen bereits final gesichert werden, hatte uns Wüstefeld in einer großen, von ihm einberufenen Gesprächsrunde ungefragt angekündigt. Bislang ist das aber noch nicht geschehen.
Wüstefeld verkündet Großes - Bürgen fehlen weiter
Auch die Stadt Hamburg hatte bislang keine Bereitschaft signalisiert, für die Summe einzustehen. Dennoch will Wüstefeld weiter an der Stadt baggern. „Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir nun einen Eigenanteil erwirtschaftet haben“ soll das machbar sein, glaubt der HSV-Vorstand. Zudem würde er auch Gespräche mit anderen potenziellen Bürgen führen und habe bislang ausschließlich positive Signale erhalten, sagte Wüstefeld heute. Aber das sagte er vor einigen Wochen genauso schon einmal.
Einen bestimmten, Grund, heute so laut zu werden, gibt es nicht. Intern wartet alles auf das bevorstehende, als klärend erhoffte Gespräch mit Klaus Michael Kühne und die Mannschaft gewinnt. Warum Wüstefeld trotzdem nicht auf vermeldbare Abschlüsse wartet, sondern seinerseits wieder in die Offensive geht, weiß nur er: „Bisher war ich zurückhaltend, aber jetzt können wir sagen: Die EM findet im Volkspark statt!“ Und damit gibt es die nächste Ankündigung, die es erst noch zu erfüllen gilt.
Erste Sanierungsarbeiten am Stadion sollen nach Aussage von Wüstefeld in der WM- und Winterpause von Mitte November an beginnen. Dann werde eine Verkabelung verlegt und die Beschallungs- und die Flutlichtanlage erneuert, sagte er. An der Dachmembran solle vom dritten Quartal 2023 an gearbeitet werden. Trotz dieser zunächst einmal sehr positiv klingenden Ankündigungen gilt Wüstefeld weiter als umstritten. Vor allem sein Verhältnis zu Sportvorstand Jonas Boldt ist unverändert angespannt. Ob Wüstefeld seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag verlängert? Er betont, den Job sehr gern auszuüben. Aber: „Ich sitze aber nicht mit Klebstoff auf dem Stuhl. Am Ende geht es immer um die beste Entscheidung für den HSV.“ Und sicherlich auch darum, inwieweit Wüstefeld seinen Ankündigungen Taten folgen lassen kann.
Taten erwartet auch Trainer Tim Walter, der seine Mannschaft heute nach zwei freien Tagen wieder zum Training bat. Und bis auf die Verletzten Omar Megeed und Ogechika Heil waren alle wieder dabei. Auch Valon Zumberi durfte heute wieder bei den Profis mittrainieren, nachdem der Innenverteidiger zuletzt wegen einer Handverletzung fünf Wochen ausgefallen war. Mit anderen Worten: Walter stehen für das Topspiel am kommenden Sonnabend gegen Ex-HSV-Trainer Daniel Thioune wieder fast alle Mann zur Verfügung – und somit kann es auch Härtefälle geben.
Einer, mit dem einige rechnen, ist die Verbannung von Sonny Kittel auf die Bank für Laszlo Benes. Eine sportlich nachvollziehbare Maßnahme, wie ich finde. Und eine, mit der man bei der Verpflichtung von Benes spekuliert haben muss. Allerdings glaube ich noch nicht daran. Ich glaube einfach nicht, dass Walter einen seiner absoluten Lieblinge draußen lässt, solange die Mannschaft Erfolg hat. Aber hier werden Jonathan und ich in den nächsten Tagen ja mal genauer hinsehen.
Apropos Jonathan: Für alle, die ihn im Zuge unserer „Auswärtscouch light“ via Instagram am vergangenen Freitag noch nicht gesehen haben, werde ich am Donnerstag ein kurzes, gemeinsames Video aufnehmen, in dem ich ihn bzw. er sich vor allem auch selbst bei Euch vorstellt. Das nur, weil es gestern hier im Blog gefragt wurde.
In diesem Sinne, bis morgen.
Scholle und Jonathan
P.S.: The same procedure as last time – der HSV testet in der Länderspielpause am 22. September gegen den dänischen Erstligisten FC Nordsjælland.
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