Analyse

HSV gegen Werder: Ein Spiel um Stolz, Ehre und die Nummer 1 im Norden

gestern ging es noch um die schwache Leistung gegen Kiel, heute beschäftigen wir uns mit dem nächsten Gegner, auf den der HSV am Sonntag um 15:30 Uhr (DAZN) trifft. Und es geht…

HSV gegen Werder: Ein Spiel um Stolz, Ehre und die Nummer 1 im Norden

Moin zusammen,

gestern ging es noch um die schwache Leistung gegen Kiel, heute beschäftigen wir uns mit dem nächsten Gegner, auf den der HSV am Sonntag um 15:30 Uhr (DAZN) trifft. Und es geht gegen niemand Geringeren als Werder Bremen. Das altehrwürdige Nordderby findet nach 7 Jahren endlich wieder in der Bundesliga statt. Um was es da für den HSV geht, ist logisch. Es zählt nur ein Sieg. Alles andere ist ein zu geringer Anspruch. Und damit will ich keinen Druck ausüben, aber ein Derby musst du gewinnen, egal wie die Vorzeichen stehen. Egal wer auf der anderen Seite im Trikot steht, er muss bezwungen werden. In diesem Spiel geht es um mehr als 3 Punkte. Es geht um die Vorherrschaft im Norden. Klar gibt es auch noch Kiel und Pauli, aber sind wir mal ganz ehrlich: Am Sonntag treffen die zwei größten Clubs des Nordens und mMn 2 der 5 größten Vereine Deutschlands aufeinander. Da geht es nicht nur um Punkte. Es geht darum, zu zeigen, wer der stärkere, der geilere Verein ist. Wobei die zweite Frage eigentlich rhetorisch ist, denn natürlich ist der HSV der geilere Verein. Aber es geht auch darum, sportlich zu zeigen, dass man besser ist. Und für den HSV gilt es, zu zeigen, dass man trotz der Jahre in der 2. Liga weiterhin mit Bremen mithalten kann. Denn sind wir mal ganz ehrlich: In der letzten Zeit hinkte der HSV doch schon etwas hinterher. Während Bremen Jahr um Jahr die internationalen Plätze verspielte, verspielte der HSV den Aufstieg in die Bundesliga. Doch nun ist es endlich wieder so weit und das Nordderby findet unter den Bedingungen statt, unter denen es stattfinden sollte.

Das erwartet den HSV

Nichtsdestotrotz wollen wir uns einmal damit beschäftigen, was da auf den HSV am Sonntag so zukommt.

Bremen steht aktuell mit 16 Punkten auf Platz 9 der Bundesliga. Aus den letzten 5 Spielen verloren sie nur 1 Spiel und holten satte 8 Punkte. Lediglich RB Leipzig musste man sich geschlagen geben. Offensiv steht man aktuell bei 16 Toren, in den 12 Spielen ließ man bis jetzt 21 Tore zu. Bremens Ambitionen sind mittlerweile wieder auf die internationalen Plätze ausgerichtet. Nach dem verpatzten Saisonstart sah es ziemlich schlecht aus. Mittlerweile sind die Bremer wieder in die Spur gekommen. Dennoch gab es letzte Woche einen kleinen Rückschlag, als man gegen Köln, ein Spiel, welches schon als sicherer Sieg galt, in der 90. Minute verschenkte und am Ende mit lediglich einem Punkt dastand. Somit liegt der Rückstand auf Platz 6 nun bei 6 Punkten.

Somit ist Bremen wieder unter Zugzwang und muss am Sonntag am besten 3 Punkte holen. Bei der Ballbesitzstatistik steht man gleich mit dem HSV bei durchschnittlich 49 % pro Spiel. Bei jeglichen Pressing-Statistiken stehen die Bremer im Mittelfeld der Liga. Das heißt, sie pressen weder auffällig hoch, noch stehen sie auffällig tief.

Auch bei den Pässen bis zur defensiven Aktion (PPDA) steht man im Mittelfeld. Im Schnitt lässt Bremen 16 Pässe zu, bis man attackiert. Auch der HSV steht bei 16 Pässen in dieser Statistik. Defensiv ist statistisch gesehen auffällig, dass die Bremer verhältnismäßig viele erwartbare Gegentore haben. Der Wert liegt hier bei 21,83 erwartbaren Toren. Das passt ausnahmsweise mal zur wahren Gegentorstatistik. Bremen hat in der Bundesliga die meisten Schüsse auf das Tor zugelassen, schlechter ist hier nur Heidenheim.

Anders als die meisten Bundesligisten agiert Bremen meist in einem 4-2-3-1 mit 2 klaren 6ern und 3 Spielern hinter der Spitze. Im Tor ist Backhaus gesetzt, davor Pieper und Ex-HSVer Coulibaly. Rechts Sugawara und links wird Friedl auflaufen. Auf der 6 sind Lynen und Stage zu erwarten. Vor allem Stage ist aus dem Mittelfeld heraus immer wieder torgefährlich. Die 3er-Reihe davor besteht wohl aus Schmidt, Puertas und Grüll. Hier könnte aber auch Mbangula wieder in die Startelf rücken, er wäre dann wohl auf den Flügeln zu finden. Im Sturm könnte wieder Keke Topp starten, aber Victor Boniface ist eine Option.

So steht es um den HSV

Jetzt haben wir aber auch genug über den Gegner geredet. Kommen wir zum HSV.

Dieser muss am Sonntag personell auf Robert Glatzel und Warmed Omari verzichten. An alle weiterhin alles Gute und eine schnelle Genesung!

Bezüglich der Aufstellung bin ich sehr gespannt, wie es offensiv aussieht. Ich denke, Heuer Fernandes wird wieder im Tor starten, davor Vuskovic und Capaldo. Neben ihnen erhoffe ich mir das Startelf-Comeback von Elfadli, da er das Aufbauspiel noch mehr ankurbelt als Torunarigha. Links wie gewohnt Muheim, rechts würde ich Gocholeischvili aufstellen. Aufgrund des Pokalspiels kann ich mir auf rechts aber auch Mickelbrencis vorstellen. Im Zentrum müssen für mich wieder Lokonga und Remberg starten. Vorne links Dompe wie Polzin auf rechts und im Zentrum agiert, ist mMn spannend zu beobachten. Man sollte Königsdörffer erwarten, aber ich denke, dass die letzten Wochen auch Polzin gezeigt haben, dass die Idee mit Königsdörffer einfach nicht aufgeht. Polzin hat wenige Alternativen, aber es wäre auch eine Umstellung auf ein anderes System denkbar. Oder vielleicht auch nur ein einfacher Rollentausch von Königdörffer und Philippe.

Egal, wer von den beiden die Herangehensweise mit Philippe oder Königsdörffer im Sturm startet, kann eigentlich nur einen Weg haben. Zielstrebiges und schnelles Angriffsspiel. Ich habe es gestern und Dienstag schon gesagt: Wenn Glatzel nicht im Sturm spielt, muss der HSV zwangsläufig schnell und schnörkellos spielen. Irgendwelche Tricks auf außen helfen da nicht, der Ball muss schnell auf die Stürmer und dann muss der Angriff schnell abgeschlossen werden. Nur so hat man die Möglichkeit, den Stürmer vorne sowohl flach als auch hoch anzuspielen und in Szene zu setzen.

Defensiv muss bestenfalls die 0 stehen, solche Fehler im Aufbau wie gegen Kiel dürfen nicht passieren. Denn anders als Kiel wird Bremen diese Fehler ausnutzen.Der HSV muss im Prinzip genau das Gegenteil vom Pokalspiel machen und dann hat man wahrscheinlich ganz gute Chancen, Punkte zu holen.

Wichtig für den HSV wird es sein, das Stadion gleich anzuzünden und mitzunehmen. Der HSV hat in diesem Spiel den Heimvorteil und den muss man auch so nutzen. Wenn die Jungs alles raushauen, wird das Volksparkstadion zu einem Hexenkessel und dann machen die 7000 Bremer im Auswärtsblock auch keinen Unterschied. Aber der HSV muss eben auch im Spiel dafür sorgen, dass der Funke überspringt. Dabei geht es nicht zwangsläufig darum, alle 2 Minuten eine Torchance zu haben. Die Fans müssen merken, dass die Spieler alles auf dem Platz lassen und alles geben, um das Spiel zu gewinnen. Jeder Zweikampf, jeder Einwurf und jeder Torschuss müssen mit kompletter Überzeugung ausgeführt werden. In so einem Spiel gibt es keinen Platz für Angst oder Respekt für den Gegner. Das ist ein Spiel, wo du den Gegner in Grund und Boden zwingen musst. Du, wenn es sein muss, mähst du den Gegenspieler halt mal um. Das gehört in so einem Spiel dazu. Natürlich fair und mit Rücksicht, aber vor einer Grätsche zum Ball machst du in so einem Spiel keinen Halt. In diesem Spiel brauchst du eigentlich 11-mal Remberg auf dem Platz. Der strahlt nämlich genau das aus. Und ich hoffe, dass er das auch all seinen Mitspielern mitgibt.

Keine Ausreden- Es zählt nur der Derbysieg!

Ich weiß, wir sind nach dem Spiel gegen Kiel alle enttäuscht und auf dem Platz läuft in dieser Saison nicht alles richtig. Es wurden Fehler gemacht von allen Seiten und auch wir hier im Blog sind sicherlich nicht fehlerfrei. Aber am Sonntag geht es um viel mehr als die Mannschaft, den Vorstand oder sonst was auch immer. Es geht darum, dass unser HSV, der Verein, den wir alle lieben, den Bremern zeigt, wer die Nummer 1 im Norden ist. Da ist kein Platz für Zweifel oder Kritik. Damit können wir uns im Nachgang des Spiels befassen. Das gehört auch dazu. Aber ihr wisst alle, in so einem Spiel ist die Vorgeschichte völlig egal. Am Sonntag werden die Karten neu gemischt und in den 90 Minuten geht es um alles. Unabhängig davon, was davor war oder danach kommt. Am Sonntag geht es darum, zu beweisen, wer die Nummer eins im Norden ist.

Ich habe ehrlicherweise genug von den ganzen Derbyniederlagen und Schmähgesängen von den ganzen anderen Vereinen.

Also falls das hier jemand von den Verantwortlichen auf oder neben dem Platz hört: Strengt euch an, zeigt der Welt, dass der HSV der geilste Verein ist, und holt diesen Scheiß Derbysieg!

In diesem Sinne

Nur der HSV.

Tom

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