HSV gegen Dortmund im Check: Personal, System und Spielplan
heute war mal wieder viel los um den HSV. Bevor wir auf den Gegner eingehen, beginnen wir ein weiteres Mal mit dem Thema Robert Glatzel. Logischerweise wurde Trainer Merlin…

Moin zusammen,
heute war mal wieder viel los um den HSV. Bevor wir auf den Gegner eingehen, beginnen wir ein weiteres Mal mit dem Thema Robert Glatzel. Logischerweise wurde Trainer Merlin Polzin in der Pressekonferenz auf das Interview von Glatzel angesprochen und sagte dazu, dass es jedem Spieler zustehe, dass ein Spieler eine Perspektive auf das Geschehen habe wie Glatzel. Allerdings sei der Vorgang, so wie das Interview stattfand, nicht im Einklang mit den internen Regeln gewesen. Polzin sagte weiter, dass die Sache intern mit klaren Worten geklärt wurde. Bezüglich des Kaders hörte es sich zunächst so an, dass es darauf weniger Einfluss habe. Ob das wirklich so ist, werden wir in den kommenden Wochen sehen. Glatzel wird laut der BILD für dieses Interview eine Geldstrafe bekommen, da er sowohl Ablauf als auch Inhalt nicht mit dem Verein kommuniziert hat. Soweit ich weiß, sind das normale Auflagen. Glatzel konnte damit also wohl rechnen. Wie hoch die Strafe ist, ist noch nicht bekannt.
Borussia Dortmund
Kommen wir nun zum Gegner. Am Wochenende steht für den HSV wieder eine Auswärtsfahrt an. Dieses Mal geht es ins Westfalenstadion (mittlerweile Signal-Iduna-Park). Mit Borussia Dortmund trifft der HSV auf die beste Mannschaft der Rückrunde. Generell spielen die Dortmunder eine gute Saison, vor allem punktetechnisch. In der Liga verlor man nur 2-mal und das gegen den FC Bayern, der in dieser Saison übermächtig scheint. Aus den letzten 5 Spielen holten die Borussen 10 Punkte. Zuletzt gewann man zu Hause gegen Augsburg mit 2:0. Das Spiel zwischen dem HSV und Dortmund endete in der Hinrunde mit 1:1. Das Spiel war über lange Strecken offen, der BVB hatte mehr Spielanteile, konnte die kompakte Defensive des HSV aber schwer überwinden. Erst durch einen Volley von Chukuwuemeka ging der BVB in Führung, Ransford Königsdörffer konnte in letzter Sekunde per Kopf ausgleichen. Der BVB kam dort vermehrt über das Zentrum, aber der HSV machte dieses gut zu, war hartnäckig in den Zweikämpfen und machte es dem BVB schwer, zum Tor zu kommen.
Die voraussichtliche Aufstellung des BVB liest sich wie folgt:
Kobel – Reggiani – Anton – Schlotterbeck – Ryerson – Nmecha – Bellingham – Svensson – Adeyemi – Beier – Guirassy.
Die Dortmunder kommen natürlich mit ordentlich Qualität. Es gäbe auch noch weitere Spieler wie Brandt, Bensebaini oder Chukuwuemeka, die potentiell in die Startelf rücken könnten. Die Dortmunder spielen in dieser Saison nicht immer überzeugenden Fußball, aber sie ziehen die Spiele am Ende häufig. Im Schnitt holen die Dortmunder 2,22 Punkte pro Spiel. Hochgerechnet würde das am Ende zu 75–76 Punkten führen. Richtig gut ist vor allem die Defensive der Dortmunder. Mit 26 Gegentoren hat man nach Bayern (25 Gegentore) die wenigsten der Liga kassiert. Mit Kobel hat man auf der Linie einen richtig guten Rückhalt. Man hat aber auch in einigen Spielen wie z. B. gegen Heidenheim gesehen, dass Dortmund trotzdem verwundbar ist.
Personallage des HSV
Beim HSV sieht die Personallage folgendermaßen aus:
Alexander Roessing-Lelesiit, Bakery Jatta, Yussuf Poulsen und Nicolas Capaldo sind nicht dabei, der Rest ist fit für den Kader.
Auf einzelne Positionen ging Polzin auf der Pressekonferenz wenig ein. Ich stelle mir die Aufstellung folgendermaßen vor:
Im Tor wie immer. Heuer Fernandes
Davor, Torunarigha, Vuskovic und Omari.
Im Zentrum Remberg und Lokonga.
Links Muheim, rechts Mickelbrencis.
Vorne Otele, Königsdörffer und Vieira.
Ich denke, die Defensive ergibt sich aus dem letzten Spiel, da funktionierte das ganz gut. Auch das Zentrum ist klar, ebenso wie Vieira für die Offensive.
Fraglich ist dann nur, wie Polzin vorne plant. Ich denke, Otele wird spielen, da er mehr nach hinten arbeitet. Neben ihm dann Königsdörffer. Natürlich besteht auch immer die Chance, dass Downs spielt, aber ich denke, dass Otele nach seiner Krankheit wieder startet, und zwischen Downs und Königsdörffer würde ich in diesem Falle im Moment immer mit Königsdörffer gehen. So hat man, wie bereits Dienstag erwähnt, auch die Möglichkeit, zwischen 3-4-3 und 3-5-2 zu wechseln, je nachdem, ob Dortmund den Fokus ihres Offensivspiels auf das Zentrum oder die Außen legt. Zudem sind Otele und Königsdörffer m. M. n. die beiden, die da vorne am ehesten die Tiefe bespielen können. Glatzel ist nach dem Vorfall und den Aussagen von Polzin wohl kein Kandidat für die Startelf und auch bei meiner Nachfrage nach Philippe hörte es sich eher danach an, dass dieser nicht startet. Somit gibt es für vorne nur noch Dompe, Downs, Königsdörffer und Otele. Aufgrund der defensiven Ausrichtung macht für mich nur Otele Sinn und daneben Königsdörffer, da Downs bis jetzt, sagen wir mal, sehr wenig gezeigt hat.
Auf den spielerischen Ansatz bin ich ja Dienstag schon eingegangen. Kurz gesagt: Der HSV muss versuchen, schnell in die Tiefe zu kommen. Das ist gegen Dortmund, die mit der letzten Kette teilweise bis 5 Meter vor die Mittellinie aufrücken, möglich, vor allem, wenn man es schafft, im Zentrum den Ball zu gewinnen. Dann muss es aber auch sehr schnell gehen. Ich denke, lange Ballbesitzphasen führen in diesem Spiel nicht zum Erfolg. Dafür ist die Dortmunder Defensive einfach zu gut und zu stabil. Wenn man das Spiel lange offen hält, sorgt man für Beunruhigung im Stadion und beim Gegner. Das sollte ähnlich wie im Hinspiel das Ziel sein, damit man entweder schon mitten im Spiel oder ganz am Ende entscheidend zuschlagen kann.
Fazit
Das Spiel in Dortmund wird eines der schwierigsten in der restlichen Saison. Und ich habe schon viele gehört, die sich nur darum streiten, wie hoch das Spiel am Ende ausgeht. Ich persönlich denke, es macht keinen Sinn, ein Spiel vorher abzuschreiben. Wenn man mit der Einstellung reingeht, kann die Mannschaft auch gleich zu Hause bleiben und die Geldstrafe plus Niederlage hinnehmen.
Auch wenn die Qualität der Dortmunder deutlich höher ist als die des HSV, ist das Spiel dadurch noch nicht verloren. Man sollte dort mit einem guten Plan und Überzeugung in das eigene Spiel hinfahren und alles versuchen.
Mit dabei sind auch wieder mal mindestens 8.000 HSV-Fans, die die Mannschaft unterstützen werden, und dass man gegen Dortmund Punkte holen kann, haben wir ja im Hinspiel gesehen. Ich freue mich jedenfalls auf das Spiel und wünsche allen, die mit nach Dortmund fahren, eine gute Reise. Schreit unsere Jungs nach vorne.
Tom
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