Aktuell

HSV-Fans protestieren und gründen Initiative

Als ich heute morgen aufgewacht bin, hatte ich eine Nachricht von einer Bekannten auf dem Handy. Sie hatte gerade zum ersten Mal von meinem neuen Projekt „MoinVolkspark“…

HSV-Fans protestieren und gründen Initiative

Als ich heute morgen aufgewacht bin, hatte ich eine Nachricht von einer Bekannten auf dem Handy. Sie hatte gerade zum ersten Mal von meinem neuen Projekt „MoinVolkspark“ mitbekommen und sich alles angeschaut. Sie selbst ist so meine Art Influencerin auf Ebene alleinerziehender Mütter und an sich nicht so Fußball-affin. Aber sie schreib mir, dass sie meine neue Seite sehr spannend fände. Vor allem die Spieltagssongs von Elvis hätten es ihr angetan.  Ob sie meinen neuen HSV-Blog gelesen hätte? Klar. Aber ehrlich gesagt nicht so aufmerksam. So ehrlich war sie dann doch. Und das war für mich absolut nachvollziehbar. Viele ihrer Posts hatte ich auch noch nicht gelesen. Aber dieses Gespräch machte mir noch einmal deutlich, dass wir hier auf einem sehr guten, richtigen Weg sind.

Okay, dass der zweigeteilte, sensationell gute Spieltagssong von Elvis zum 3:3 in Aue rein von den Zahlen her noch nicht so gut geklickt wurde bei youtube – es wird Elvis stören. Klicks werden gern als Währung gewertet. Mich stört das allerdings absolut noch nicht, weil ich weiß, dass manche Dinge einfach etwas dauern, bis die Leute verstehen, wie gut sie sind. Und Elvis‘  Spieltagssongs sind außergewöhnlich gut. Etliche Zeilen darin haben Kultpotenzial. „Über Hamburg geht der Sonny auf“ hat sich bei mir schon sowas von eingebrannt. Ich weiß nicht, ob diese Musik bis zur Mannschaft durchdringt. Aber die Wahrscheinlichkeit ist angesichts der sozialen Netzwerke und der rasanten Verbreitung sehr hoch – womit ich gleich zum zweiten Punkt für heute komme, denn die sozialen Netzwerke werden aktuell zum Austragungsort von HSV-Vereinspolitik.

HSV-e.V.-Vizepräsdident Moritz Schäfer hatte sich vor einiger Zeit bereits einmal via Facebook an die HSV-Mitglieder gewendet, nachdem der Streit auf Präsidiumsebene medial (vom Hamburger Abendblatt) öffentlich geworden war. Damals deutete er an, worauf es ihm ankäme. Und das setzte er am Sonnabend noch einmal fort. Dort schrieb Schaefer: 

„Ich möchte Veränderungen, ich möchte Transparenz im gesamten HSV, ich möchte ein loyales Miteinander und einen modernen HSV, der endlich bereit dazu ist, sich zukunftsorientiert aufzustellen…Wir müssen alte Strukturen auflösen, die sich diesen positiven Zukunftsperspektiven versperren. Mein Antrieb ist, mich für Veränderung einzusetzen und dabei lasse ich mich nicht vereinnahmen von ehemaligen oder aktuellen Verantwortungsträgern.“

Moritz Schaefer via Facebook

Namen werden dabei nicht genannt. Zumindest nicht öffentlich. Intern dagegen sehr wohl. Dort hatte sich das Präsidium in den letzten Wochen damit befasst, Kandidatinnen und Kandidaten für den Aufsichtsrat aufzustellen. Währenddessen wurde zudem bekannt, dass die HSV-Gremien gegen Schäfers (und zugleich Marcell Jansens) Präsidiumskollegen Thomas Schulz einen Misstrauensantrag stellen, weil man befürchtet, dass insbesondere Schulz sein Amt für seine persönliche Agenda zu missbrauchen. Der Umstand, dass Schulz und Schäfer inhaltlich auf einer Wellenlänge liegen, brachte Schaefer zuletzt intern ebenso wie Schulz in die Kritik der Gremien.

Vermutet wird, dass beide versuchen würden, im Aufsichtsrat die Kontrolleure zu entfernen, die gegen Bernd Hoffmann gestimmt hatten bei dessen Entlassung als Vorstandsvorsitzender im März vergangenen Jahres. Stattdessen sollten Hoffmann-nahe Räte wie beispielsweise Max Köttgen nachrücken, um den Weg für ein weiteres Comeback Hoffmanns beim HSV zu ebnen. Für den vakanten Posten des Vorstandsvorsitzenden hatte Schaefer Hoffmanns langjährige Vertraute und Vorstandskollegin Katja Kraus ins Spiel gebracht, was den Verdacht weiter erhärten dürfte. 

Ich kenne Schäfer, Schulz, Jansen und Co. inzwischen seit vielen Jahren. Den einen besser als den anderen, zugegeben. Aber das darf mich in diesem Fall nicht in meiner Berichterstattung beeinflussen. Ebenso wenig wie noch so klar erscheinende Indizien. Würde ich meine klare Vermutung hier aufschreiben, würde ich dem beweis dessen vorgreifen. Denn es wird bislang sehr viel vermutet. Wissen tun es dabei maximal die handelnden Personen selbst. Fakt ist indes, die Gremien werden auf der einzuberufenden außerordentlichen Mitgliederversammlung ihre Vorwürfe mit Fakten untermauern müssen.

Bis dahin wird es ein voraussichtlich extrem anstrengendes, nerviges, von Vorwürfen und Verdächtigungen geprägtes Versteck-Spiel bleiben, aus dem alle nur versuchen können, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Fakt ist aber auch, dass sich in diese ganze Thematik inzwischen auch die erste Faninitiative eingeschaltet hat. Seit heute gibt es unter www.fuerdenhsv.de eine Website, auf der für Kontinuität geworben wird. Tendenziell steuert der Initiator Frank Ockens, den ich ebenso wie Schäfer schon seit vielen Jahren persönlich kenne, hier klar gegen die beiden Vizepräsidenten bzw. gegen deren kolportiertes Vorhaben. Er sei genervt davon, dass man beim HSV schon wieder den eingeschlagenen Weg durch interne Querelen gefährde, sagt mir Ockens, der in seinem Statement formuliert:

„So traurig der Anlass an sich auch sein mag, wir sollten diese außerordentliche Mitgliederversammlung nutzen, um endlich auch dem Letzten zu verdeutlichen, dass wir den jüngst eingeschlagenen Weg der Diversität in den Gremien wollen. So, wie er vom Vorstand bis in die Abteilungsleitungen aktuell gelebt wird: gemeinsam für den HSV. Wer hier trotzdem seine eigene Agenda verfolgt und sich und seine alten Freunde wichtiger als den neuen HSV nimmt, der darf beim HSV keinen Platz mehr haben. Diese Zeiten müssen endlich abgeschlossen werden. Und wenn dafür so eine außerordentliche Mitgliederversammlung vonnöten ist, dann ist das eben so.“

"www.fuerdenhsv.de"-Initiator Frank Ockens

Ziel dieser Initiative soll sein, einen Ort zu schaffen, auf dem Meinungen ausgetauscht werden können. Was grundsätzlich schon einmal sehr gut ist, wie ich finde. „Ich habe mich dazu bereit erklärt, diese Initiative zu starten und zu beginnen, spreche hier aber für ein breite Masse an Fans, die nicht immer alles nur schwarz oder weiß sehen und dementsprechend sich auch selten zu Wort melden. Es ist jetzt aber der Zeitpunkt aufzustehen und aus der breiten, starken Fangemeinschaft den Herrschaften zu sagen, dass es so nicht weiter geht. Diese Möglichkeit geben wir den HSV Fans auf der Seite http://www.fuerdenhsv.de. Es darf in Zukunft grundsätzlich immer nur um den HSV gehen und die persönlichen Eitelkeiten müssen zurückstehen. Wer das nicht kann, hat bei unserem HSV nichts zu suchen!“, schreibt Ockens in seiner Erklärung, warum er diese Plattform gegründet hat.

Dass das wiederum zu dem Ziel führen wird, beim HSV Ruhe herzustellen, ist für diese Causa auszuschließen. Leider. Denn zurückstecken wird niemand. Zurücktreten schon gar niemand. Alle werden stattdessen weiter proklamieren, sie meinten es ausschließlich gut mit ihren jeweiligen Vorhaben. Und wir werden weiter nur Indizien sammeln, vermuten und deuten, wohin beide Parteien (traurig, das so formulieren zu müssen!) steuern. So traurig das Ganze auch wieder ist, man kann nur hoffen, dass sich dieses Theater nicht über die Führungsetagen hinaus negativ für den HSV auswirkt.

Zumal der HSV  – und damit komme ich zu dem kurzen, sportliche Teil dieses Blogs – heute zwei schlechte Nachrichten vermeldete. Zum einen wird Trainer Daniel Thioune länger als vermutet auf Toni Leistner verzichten müssen. Bei dem Innenverteidiger, der sich einen Muskelbündelriss zugezogen hatte, wurde offenbar eine Sehne in Mitleidenschaft gezogen. Sechs Wochen Pause dürften fast sicher sein, was bitter wäre für den HSV wäre, der zudem auf Jeremy Dudziak verzichten muss. Bei dem Mittelfeldspieler wurde eine Zerrung diagnostiziert. Und ich hoffe, das es dabei bleibt, denn so könnte der Linksfuß vielleicht in zwei bis drei Wochen wieder dabei sein.

In diesem Sinne, bis morgen. 

Scholle

Anzeige · Partner

Zeig deine Farben

Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.

Alle Hamburg-Motive bei HANDS OF GOD

Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Meinung HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem Ein Tag nach der Pleite sitzt der Frust tief. Neben taktischen Mängeln fehlte vor allem eins: die Bewegung und der Wille, den Ball zu fordern. Das Problem war viel tiefer als die reine Herangehensweise Weiterlesen