Analyse

HSV beim 1. FC Köln: Traditionsduell mit Erstliga-Feeling - und einer klaren Mission

Endlich wieder Auswärtsspiel, endlich wieder Bundesliga-Feeling pur – und was für eins! Wenn der HSV am Sonntag (15.30 Uhr, DAZN) beim 1. FC Köln antritt, dann ist das kein…

HSV beim 1. FC Köln: Traditionsduell mit Erstliga-Feeling - und einer klaren Mission

Endlich wieder Auswärtsspiel, endlich wieder Bundesliga-Feeling pur – und was für eins! Wenn der HSV am Sonntag (15.30 Uhr, DAZN) beim 1. FC Köln antritt, dann ist das kein normales Aufsteigerduell. Es ist das Treffen zweier Traditionsklubs mit Erstliga-Anspruch, die beide den festen Willen haben, sich dauerhaft im Oberhaus zu etablieren. Das spürt man auf dem Rasen, auf den Rängen und in der ganzen Stimmung rund um dieses Spiel. zu dem gefühlt jeder will und die allermeisten aus meinem Umfeld auch fahren. Geile Nummer - hoffentlich wird das Spiel auch so...

Die Voraussetzungen dafür sind gut. Beide Vereine überraschen die Liga aktuell – jeweils auf ihre Weise. Der FC mit Ruhe und Stabilität in einem sonst so unruhigen Umfeld, der HSV mit einer beeindruckenden Entwicklung nach dem schwachen Start. Nach drei sieglosen Spielen und null Toren hat sich die Mannschaft von Merlin Polzin gefangen, wirkt mittlerweile strukturell gefestigt und taktisch gereift. Gerade defensiv hat das Team sein Modell gefunden: die Dreier-/Fünferkette steht, das Mittelfeld arbeitet geschlossen, und nach vorne hat der HSV alle Optionen, das Spiel immer wieder auf di Bedürfnisse anzupassen.

Dompé zurück, Glatzel trifft wieder – HSV mit breiter Brust nach Köln

Besonders erfreulich in diesem Zusammenhang: Jean-Luc Dompé ist nach seiner Achillessehnenpause wieder fit und zurück im Team. Der Franzose steht vor seinem 100. Pflichtspiel im HSV-Trikot – und genau seine Kreativität und sein Tempo haben zuletzt beim Pokalerfolg in Heidenheim noch gefehlt. Mit ihm bekommt das Hamburger Offensivspiel wieder jene Unberechenbarkeit, die den HSV so stark macht. Dass er vor einem Jahr ausgerechnet beim Spiel in Köln den Siegtreffer vorbereitete, passt da perfekt.

In unserem Analyse-Talk mit Ex-Profi und HSV-Experte Stefan Schnoor haben wir übrigens einen etwas anderen Lösungsansatz diskutiert – wie der HSV seine Offensivkraft künftig noch gezielter einsetzen kann. Schnoor sieht besonders in der Verbindung zwischen Flügeln und zentraler Offensive noch ungenutztes Potenzial. Und genau das könnte gegen Köln entscheidend werden: Dort, wo der FC gerne aggressiv presst, kann der HSV mit seiner neuen Flexibilität zuschlagen.

Apropos vorne: Da ist natürlich Robert Glatzel, der Pokalheld von Heidenheim. Erst aussortiert, dann eingewechselt – und schließlich zum Sieg getroffen. Glatzel ist wieder da! Und auch wenn er am Sonntag wohl zunächst auf der Bank sitzen wird, zeigt sein Beispiel, wie breit und vielseitig der HSV inzwischen aufgestellt ist. Denn neben Glatzel drängen Spieler wie Königsdörffer, Rössing-Lelesiit oder wie von unserem Experten Stefan Schnoor ins Spiel gebracht, auch Rayan Philippe nach vorn. Es ist dieser Konkurrenzkampf, der den Klub stärker macht – und der dafür sorgt, dass die Mannschaft heute stabiler, geschlossener und fokussierter wirkt als noch zu Saisonbeginn.

Köln selbst? Ebenfalls stark gestartet, diszipliniert und taktisch klug – aber verletzungsgeplagt. Hübers, Thielmann und van den Berg fehlen, und doch hat sich das Team von Lukas Kwasniok in der Bundesliga Respekt erarbeitet. Es ist also angerichtet für ein Spiel, das alles hat, was man sich wünschen kann: Tradition, Leidenschaft, sportliche Qualität – und zwei Klubs, die sich gegenseitig nichts schenken werden.

Das wird ein Spiel, das nicht nur nach Fußball riecht, sondern nach Erstliga-Zukunft

Und der HSV? Der fährt mit Selbstvertrauen, mit klarer Struktur – und mit Vorfreude. Die Mannschaft wirkt gefestigt, der Teamspirit ist da, die Fans stehen wie eine Wand dahinter. Köln mag Karneval können – Hamburg kann Emotion, Zusammenhalt und Leidenschaft. Das wird ein Spiel, das nicht nur nach Fußball riecht, sondern nach Erstliga-Zukunft. Umso wichtiger sind diese Punkte für beide Teams. Also: Daumen drücken, mitfiebern, anfeuern!

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