Analyse

HSV-Auftrag Nummer eins der Doppelmission: Geld verdienen

Der HSV steht vor einer Doppelmission. Erstens einen Sieg im Pokalviertelfinale über den Karlsruher SC am Mittwoch (18.30 Uhr, Volksparkstadion) feiern, zweitens Zuversicht für…

HSV-Auftrag Nummer eins der Doppelmission: Geld verdienen

Der HSV steht vor einer Doppelmission. Erstens einen Sieg im Pokalviertelfinale über den Karlsruher SC am Mittwoch (18.30 Uhr, Volksparkstadion) feiern, zweitens Zuversicht für den Aufstiegskampf in der Liga tanken. Nach der 2:3-Niederlage gegen Neu-Tabellenführer Werder Bremen am Sonntag wollen Kapitän Sebastian Schonlau und Co. keine Verunsicherung aufkommen lassen. „Das Schönste ist, wenn man drei Tage nach so einer Niederlage wieder spielen kann“, sagte HSV-Vorstand Jonas Boldt. Seine Hoffnung: Ein schneller Erfolg vertreibt jegliche Negativstimmung. Boldt ist nicht bange vor der Partie am Mittwochabend vor wieder erlaubten 25 000 Zuschauern. „Es macht mich optimistisch, wie wir spielen“, betonte Boldt. Das Ende der Heimserie von 15 Partien ohne Niederlage ändert nichts an seiner grundsätzlichen Einschätzung: „Wir können sehr gut einordnen, dass wir uns mit einer sehr jungen Mannschaft in einer Entwicklungsphase befinden.“

Das Spiel um den Pokal-Halbfinaleinzug bietet nicht nur ein Zubrot von 2,008 Millionen Euro, es kann dem HSV auch den Weg zu einem Erfolg ebnen, den es letztmals vor 35 Jahren gab. So lange liegt der letzte Pokalgewinn der Hamburger zurück. In dieser Saison scheint die Eroberung der Trophäe möglicher denn je. Schließlich fehlen die Topteams wie Bayern München (20 Pokalgewinne) und Borussia Dortmund (5), die in den jüngsten zehn Jahren acht Mal den Cup holten. Boldt erteilte Trainer Tim Walter dafür den Auftrag, „an den richtigen Stellschrauben zu drehen“, damit die Profis die dominante Spielführung „in Zukunft wieder konstanter und über 90 Minuten hinbekommen“.

Die zwei Millionen Euro, die sich in einer leer gefegten Pandemie-Kasse gut machen würden, sieht der Sportvorstand aber nicht als vorrangigen Reiz. „Natürlich spielt auch der wirtschaftliche Faktor eine Rolle, in erster Linie spielen wir Fußball aber aus sportlicher Perspektive“, versicherte er, während seine Vorgänger heute den großen Medientag hatte. Zum einen Ex-Sportchef Jens Todt im Abendblatt, zum anderen Oliver Kreuzer in der BILD. Letztgenannter ist heute Geschäftsführer beim KSC und hat Vorschusslorbeeren für seinen Exklub. „Die beiden stärksten Mannschaften in der Liga sind Bremen und der HSV. Sie werden am Ende auch aufsteigen – wenn sie es nervlich hinbekommen.“

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Aber auch Kreuzers Karlsruher kommen formstark mit zwei Siegen und einem Unentschieden aus den letzten drei Partien nach Hamburg. „Das ist ein 50:50-Spiel“, meinte KSC-Trainer Christian Eichner und versprach: „Wir werden uns nicht verstecken.“ Die jüngsten Duelle mit den Hamburgern in Liga zwei konnte kein Team gewinnen (zweimal 1:1). Deshalb bemühen die Badener gern die gemeinsame Pokal-Historie: In fünf Spielen siegten sie vier Mal. „Uns muss keiner darauf hinweisen, was für eine Riesenchance das ist“, so der 39-Jährige. Des Weiteren verriet Eichner, dass er seiner Mannschaft am Sonntag mitgeteilt habe, dass „wahrscheinlich keiner mehr so eine Chance in seinem Leben bekommen wird. Das sind ja meistens die Spiele, über die man in einigen Jahren sprechen wird.“

Das dürfte allerdings nicht nur für die Gäste gelten, sondern auch für die allermeisten HSV-Profis, die sich allesamt gesund meldeten, abgesehen von Stephan Ambrosius und Bent Andresen, die heute kürzertraten und natürlich dem Langzeitverletzten Tim Leibold. Ansonsten kann HSV-Trainer Tim Walter aus dem Vollen schöpfen und ich könnte mir vorstellen, dass er bis auf Faride Alidou (für ihn könnten Chakvetadze oder Wintzheimer beginnen) das Team unverändert lässt. Möglich bzw. sicherlich auch sinnvoll wäre noch, dass Josha Vagnoman hinten rechts den am Sonnabend eh gesperrten Moritz Heyer ersetzt, um so ein wenig Spielpraxis zu sammeln. Aber einen Heyer draußen lassen? Würde ich dann auch wieder nicht…

Es sei denn, Heyer täte die Pause einmal gut. Das wiederum müssten die Trainer mit dem Spieler zusammen am besten abschätzen können. Ebenso bei Faride Alidou, der schon seit Wochen nicht mehr an sein Leistungslimit rankommt. Oder auch Ludovit Reis, der nach einer bislang bärenstarken Saison zuletzt zweimal nicht so stattfand wie sonst. Für ihn könnte man den zuletzt besser werdenden David Kinsombi spielen lassen. Wobei das taktisch aus meiner Sicht eine offensivere Auslegung des Mittelfedles wäre als mit Reis. Ich bin auf jeden fall gespannt, wie Walter aufstellt.

Wie würdet Ihr aufstellen?

Egal wie, es wird wieder ein sehr spannendes Spiel gegen einen erneut starken Gegner. Und ich freue mich, live vor Ort dabei sein zu dürfen und werde Euch von vor Ort berichten. 

Bis morgen!

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