HSV-Analyse zum St.-Pauli-Derby: Warum dieses 0:0 wie eine Warnsirene klingt
Ich sitze hier nach diesem Derby und merke: Das Einzige, was wirklich heiß war an diesem Abend, war die Erwartungshaltung. Das Kribbeln vorher. Dieses typische „Heute…

Ich sitze hier nach diesem Derby und merke: Das Einzige, was wirklich heiß war an diesem Abend, war die Erwartungshaltung. Das Kribbeln vorher. Dieses typische „Heute zählt’s“-Gefühl, wenn du weißt, dass es nicht einfach nur um drei Punkte geht, sondern um Hamburg, um Stolz, um eine Stadt, die sich für 90 Minuten in zwei Farben aufteilt.
Und dann bekommst du - DAS...
0:0 am Millerntor. Kein Drama, keine Geschichte, kein Moment, der hängen bleibt – außer der bitteren Erkenntnis, dass wir gerade ein Stadtderby gesehen haben, das sportlich zu den schwächsten gehört, an die ich mich überhaupt erinnern kann. Und das sage ich nicht, weil ich HSV-Fan bin und mir ein Sieg lieber gewesen wäre. Das sage ich, weil dieser Abend fußballerisch erschreckend war. Weil beide Offensivreihen gespielt haben, als würde ihnen im letzten Drittel plötzlich das WLAN abbrechen. Keine Klarheit, keine Präzision, keine Kälte vor dem Tor. Nicht ligatauglich. Auf beiden Seiten.
Das war weniger Derby, mehr… Abstiegskrampf mit Bengalos.
Viel Ball, wenig Idee – und noch weniger Punch
Wir hatten den Ball. Wir hatten Phasen, in denen wir reifer wirkten, strukturierter, erwachsener in der Anlage. St. Pauli stand tief, lauerte, spielte viel auf Sicherheit und auf den Moment – aber dieser Moment kam eben auch nicht, weil vorne bei ihnen einfach nichts Zwingendes passierte. Und bei uns? Bei uns war das Problem sogar noch frustrierender, weil wir grundsätzlich besser im Spiel waren, aber es nicht geschafft haben, daraus irgendwas wirklich Gefährliches zu machen.
Es gab diese kleinen Ansätze: ein Laufweg hier, ein möglicher Konter da, eine Situation, wo du denkst „Jetzt! Jetzt bitte einmal sauber ausspielen!“ – und dann kommt wieder ein Abseits, eine viel zu scharfe Hereingabe, ein falscher Passwinkel, ein Kontakt zu viel, ein Abschluss ohne Überzeugung. Als hätte man sich kollektiv darauf geeinigt, im Strafraum bitte nicht zu mutig zu sein.
Das ist der Moment, wo du als Fan auf der Couch sitzt – oder im Block stehst – und du merkst, wie aus Leidenschaft langsam Ärger wird. Weil du genau weißt: Diese Spiele sind die, die du gewinnen musst, wenn du in dieser Liga bleiben willst. Diese Spiele sind die, in denen Qualität entscheidet. Und Qualität, meine Freunde… war an diesem Abend Mangelware.
Polzin wirft alles rein – aber vorne bleibt es erschreckend dünn
Merlin Polzin hat reagiert. Und das kann man ihm nicht vorwerfen. Der Mann hat wirklich alles probiert. Der hat im Laufe des Spiels gefühlt einmal die komplette Offensive durchgetauscht, als würde er an einem kaputten Spielautomaten alle Knöpfe gleichzeitig drücken, in der Hoffnung, dass irgendwann doch mal ein Gewinn-Sound kommt.
Dompé rein. Glatzel rein. Philippe rein. Und ja, natürlich hatte man in dem Moment wieder Hoffnung. Weil du dich an das erinnerst, was möglich wäre: Dompé, wenn er fit ist, als Chaosstifter. Glatzel als Zielspieler, der aus einer halben Chance ein Tor machen kann. Philippe als frische Beine.
Aber die harte Wahrheit war: Selbst dieser große Wechsel hat aus diesem Spiel keinen Derby-Moment gemacht. Es blieb das gleiche Bild. Viel Aufwand, wenig Wirkung. Und irgendwann schleicht sich diese eklige Erkenntnis rein: Vielleicht fehlt uns nicht nur die Form. Vielleicht fehlt uns Qualität. Und zwar ganz konkret: Qualität in der Offensive.
Heuer Fernandes: alles gehalten, was zu halten war
Über Daniel Heuer Fernandes müssen wir gar nicht diskutieren. Der hat das gemacht, was ein Torhüter in so einem Spiel machen muss: da sein, wenn’s brennt – und sonst Ruhe ausstrahlen. Es gab diese Phase in der Schlussviertelstunde, in der St. Pauli plötzlich doch mal Druck aufgebaut hat, zwei, drei ordentliche Abschlüsse hatte und du merkst, wie so ein Spiel kippen kann.
Und Heuer-Fernandes? Bleibt cool. Hält, was er halten kann. Keine Patzer, kein Flattern, keine Unsicherheit. Und genau deshalb ist es auch komplett daneben, ihm irgendwas anzukreiden. Wenn man hinten die Null hält, ist das die Grundlage. Aber du gewinnst damit eben nur dann, wenn vorne auch einer trifft.
Und genau da liegt unser Kernproblem.
Vuskovic: Chef, Ruhepol – und am Ende gefährlichster Mann auf dem Platz
Luka Vuskovic ist 18. Achtzehn! Und spielt dieses Derby, als wäre er seit zehn Jahren im Volkspark gesetzt. Er hatte alles im Griff, wurde kaum wirklich gefordert - und das ist fast schon der Punkt: Weil St. Pauli ihn praktisch nie ernsthaft in Stress bringen konnte, hatte er immer wieder die Zeit, sich nach vorne einzuschalten, anzukurbeln, mitzugehen, Räume zu überbrücken.
Und jetzt kommt der Satz, der diesen Abend perfekt zusammenfasst:
Dass Luka Vuskovic am Ende die gefährlichste Torraumszene von allen hatte, spricht Bände.Ein Innenverteidiger. Unser Teenager-Abwehrchef. Der gefährlichste Mann im Derby. Wenn das kein Alarmzeichen ist, dann weiß ich auch nicht.
Und ja: Nach dem Spiel hat er Haltung gezeigt. Und zwar richtig. Ich will hier nicht alles auseinandernehmen, aber wer glaubt, dass es in Ordnung ist, einen 18-Jährigen über seine Familie und seinen Bruder anzugehen, nur um ein bisschen „Derby“ zu spielen, der hat nicht verstanden, worum es in dieser Stadt eigentlich gehen sollte. Luka hat sich nicht versteckt. Luka hat klar gesagt, was Sache ist. Respekt dafür.
Torunarigha wird stabiler – das sieht man von Woche zu Woche
Jordan Torunarigha macht Schritte nach vorne. Das sieht man. Der findet besser rein, wirkt eingespielter, versteht sich besser mit seinen Nebenleuten. Und auch wenn er an diesem Abend nicht wirklich dauerhaft gefordert wurde – er hat eine vernünftige, solide Partie gespielt. Weniger Wackler, mehr Sicherheit, bessere Abläufe. Das ist positiv. Wirklich. Das Omari nach seiner langen Verletztenzeit zurückkommt und in der Form der ersten Spiele eine absolute Verstärkung sein würde – auch das bringt am Ende genau gar nichts, wenn du vorne weiter den Ball behandelst wie eine heiße Kartoffel.
Und dann kommt diese Szene… die mich immer noch fassungslos macht
Es gibt Spiele, da hast du Pech. Da fehlt ein Zentimeter, da steht einer im Abseits, da geht der Ball an den Pfosten. Kann passieren. Und dann gibt es Spiele, da nimmst du dir den Sieg einfach selbst weg.
Diese Drei-gegen-eins-Situation war der Moment, in dem du als HSV-Fan kurz aufspringst, weil du weißt: Das ist es jetzt. Das ist der Derby-Sieg. Du spielst das sauber aus, du siehst, wie ein schneller Spieler sein Tempo und seine fußballerischen Fähigkeiten nutzt, richtig einsetzt und du gewinnst 1:0! Anschließend fährst du als König vom Kiez und bejibelst die taktische Disziplin der Mannschaft.
Und was passiert?
Rayan Philippe spielt diesen Außenristpass. Außenrist! In einem Moment, in dem du einfach nur einen klaren, einfachen Ball brauchst. Wo du noch 20 Meter mit dem Ball nach innen ziehen und Dein hohes Tempo nutzen kanns. Und er verstolpert es so schlampig, so unfassbar fahrlässig, dass es wehtut. Nicht weil es „misslungen“ ist, sondern weil es eine Entscheidung war, die du auf diesem Niveau einfach nicht triffst, wenn du ernsthaft drei Punkte holen willst.
Ich sag’s, wie ich’s denke: So eine Leistung ist eine bodenlose Frechheit.
Und ja: Wenn ich Trainer wäre, würde ich ihn erstmal aus dem Kader streichen. Nicht aus Trotz, sondern als Signal. Weil du nicht mit dem Zauberfuß spielen musst, wenn du einfach nur gewinnen musst. Dieser Außenristpass hat uns zwei unfassbar wichtige Punkte geklaut. Zwei. Nicht einen. Zwei.
Und es bleibt nicht mal bei dieser Szene: Philippe ist für mich bislang eine der größten Enttäuschungen dieser Saison. Weil er sehr vuiel mehr Potenzial hat, als er abruft. Und das Schlimmste ist dieser Gedanke, der sich danach festsetzt:
Hoffentlich rächt sich genau sowas am Saisonende nicht.
Glatzel: Noch warten wir auf den Knipser – aber so wird das nichts
Bei Robert Glatzel bleibe ich vorsichtig, weil ich weiß, was er eigentlich kann. Aber wir müssen trotzdem die Realität ansprechen: Gegen St. Pauli kam er überhaupt nicht zum Zug. Nicht, weil er nicht wollte – sondern weil das Spiel ihn gar nicht in die Situationen gebracht hat, in denen ein Stürmer gefährlich sein kann.
Teilweise agiert er 10, 15, 20 Meter in der eigenen Hälfte. Und vorne im Strafraum? Kaum präsent. Kaum Bälle. Kaum Szenen.
Und dann brauchst du dich auch nicht wundern, dass du keine Durchschlagskraft entwickelst. Ein Knipser lebt von Situationen. Von Flanken, von zweiten Bällen, von Präsenz. Wenn das nicht passiert, kannst du vorne auch einen Torjäger aus Gold hinstellen – es bleibt stumpf.
Dieses Derby war kein Fußball-Fest. Es war eine laute Warnung.
Ganz ehrlich: Das war eines dieser Derbys, bei denen du nach Abpfiff nicht „Schade“ sagst, sondern „Gott sei Dank ist es vorbei“. Es war kalt, es war zäh, es war ideenlos – und es war sinnbildlich für zwei Teams, die gerade nicht aus der Kraft heraus spielen, sondern aus dem Überlebensmodus.
Und ja, der Punkt hilft uns tabellarisch mehr als St. Pauli. Aber sportlich ist es trotzdem ein Warnsignal. Ein großes. Ein rotes. Eines, das du nicht weglächeln kannst.
Denn wenn du so spielst und vorne so wenig zustande bringst, dann wirst du irgendwann nicht mehr 0:0 spielen. Dann verlierst du 0:1. Durch eine Standardsituation, einen Konter, einen abgefälschten Ball. Und dann stehst du da und fragst dich, warum du wieder in der gefährlichen Zone hängst.
Transferphase: HSV MUSS offensiv nachlegen – alles andere ist fahrlässig
Und damit sind wir beim wichtigsten Punkt:
Der HSV muss in dieser letzten Woche der Transferphase ZWINGEND noch offensiv nachlegen. Nicht vielleicht. Nicht „wäre schön“. Nicht „wenn sich was ergibt“.
ZWINGEND.
Alles andere wäre fahrlässig.
Du kannst nicht ernsthaft in der Bundesliga bleiben wollen, wenn du im Stadtderby sieben Angreifer auf den Platz wirfst und am Ende bleibt als Ergebnis: zwei harmlose Torschüsse, null Tore, null Kaltschnäuzigkeit. Du kannst nicht ernsthaft erwarten, dass das „von allein“ besser wird, wenn dir in Umschaltsituationen die falschen Entscheidungen um die Ohren fliegen und du selbst die klaren Momente wegwirfst.
Du brauchst Qualität. Sofort. Du brauchst einen, der im Strafraum einen Plan hat. Einen, der eklig ist. Einen, der nicht „nochmal ablegt“, sondern schießt. Einen, der aus Halbchancen Tore macht. Einen, der diesem Team das gibt, was es gerade nicht hat: Durchschlagskraft. Weil du sonst am Ende immer wieder sagen wirst: „Wir waren besser. Wir hatten mehr Ball. Wir waren reifer.“
Und trotzdem stehst du da – mit einem Punkt. Oder gar keinem. Dieses Derby war ein Spiegel. Und der Spiegel sagt: Hinten stabil - ja. Aber vorne?? Vorne fehlt etwas! Etwas ganz Entscheidendes.
Und wenn der HSV das jetzt nicht erkennt und nicht handelt, dann spielen wir am Saisonende wieder diese Spiele, in denen du rechnest, hoffst, betest, statt einfach Fußball zu spielen und die eigene Entwicklung erkennbar voranzutreiben. Ich will das nicht nochmal.
Also: Bitte. Legt nach. Offensiv. Mit Qualität. Jetzt. Sonst wird es richtig hässlich.
DIE EINZELKRITIK:
Daniel Heuer Fernandes (33): Schon in der ersten Halbzeit versuchten die St.-Pauli-Ränge, ihn mit allem zu bearbeiten, was ein Derby so hergibt – doch der HSV-Keeper blieb komplett bei sich. Er wirkte ruhig, stabil und ließ sich weder von der Kulisse noch von Provokationen aus dem Konzept bringen. In der Schlussphase war er dann auch zur Stelle, als es wirklich mal brenzlig wurde. Und ganz ehrlich: Das, was er halten konnte, hat er auch gehalten – ihm kann man in diesem Spiel absolut nichts vorwerfen. Note: 3
Nicolas Capaldo (27): Capaldo spielte das Derby so, wie man es von einem Südamerikaner erwartet: giftig, aggressiv, mit dem richtigen Maß an Härte – aber ohne kopflos zu werden. Er gewann extrem viele direkte Duelle, räumte wichtige Situationen ab und unterband mehrere gefährliche Aktionen der Gastgeber, bevor sie überhaupt richtig heiß werden konnten. Ein echter Derby-Spieler. Note: 3
Luka Vuskovic (18): Der Junge hat nicht nur gespielt wie ein Abwehrchef – er hat sich auch nicht beirren lassen, obwohl die Stimmung gegen ihn teilweise richtig ekelhaft war. Und weil St. Pauli offensiv über weite Strecken kaum durchkam, hatte Vuskovic immer wieder Zeit, sich einzuschalten, nach vorne zu tragen und Aktionen anzuschieben. Dass er am Ende sogar die gefährlichste Torraumszene des gesamten Spiels hatte, spricht Bände. Und auch nach Abpfiff zeigte er Haltung - genau so muss man im Derby auftreten. Note: 2
Jordan Torunarigha (28): Torunarigha findet immer besser rein. Man merkt, dass die Abläufe mit seinen Nebenleuten zunehmend stimmen und er sich in der neuen Rolle wohler fühlt. Ja, gefordert wurde er insgesamt nicht besonders oft. Trotzdem war das eine absolut vernünftige Partie, mit solidem Aufbau und deutlich weniger Wacklern als noch in anderen Spielen. Das wirkt alles zunehmend stabiler. Mote: 3
Bakery Jatta (27): Jatta wurde häufig mit langen Bällen gesucht und probierte viel, aber es blieb oft beim Bemühen. Einzelne Aktionen waren okay, wirklich gefährlich oder konsequent wurde es aber zu selten. Da war zu viel dabei, was im Ansatz hängen blieb. Note: 4
Nicolai Remberg (25): Remberg musste früh mit einer Gelben Karte leben, die man auch anders hätte bewerten können – hat sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Er blieb sauber im Spiel, hielt die Balance und war im Passspiel sehr verlässlich. Wenn man einen sucht, der für diese fehlenden Punkte verantwortlich ist: Er gehört definitiv nicht dazu. Note: 3
Fabio Vieira (25, bis 88.): Wenn es beim HSV jemanden gibt, der technisch sichtbar auf einem anderen Level spielt, dann ist es Vieira. Am Ball ist das richtig stark – nur verzweifelt er auch regelmäßig daran, dass seine Laufwege nicht gesehen werden oder seine guten Ideen im letzten Moment verpuffen. Dazu arbeitete er auch gegen den Ball ordentlich mit und gewann viele direkte Duelle. Note: 3
Miro Muheim (27): Muheim zeigte eine solide Leistung, schaltete sich mehrfach ein und brachte zumindest noch Struktur in die Aktionen nach vorne. Er war aktiv, setzte Impulse und hatte auch ein paar gute Szenen im Spielaufbau. Unauffällig – aber im positiven Sinn. Note: 4
Ransford Königsdörffer (24, bis 68.): Er fand überhaupt keinen Zugriff auf das Spiel. Kaum Einfluss, kaum Aktionen, kaum Präsenz – und wenn er beteiligt war, ging zu viel schief. Sein erster Ballkontakt ist Kreisliga – der Rest war leider nicht viel mehr. Für ein Derby war das allemal viel zu wenig. Note: 6
Damion Downs (21, bis 68.): Downs war praktisch nicht im Spiel. Wenig Ballkontakte, wenig Einbindung, kaum Wirkung. Und das Bittere: Wenn sich mal eine Umschaltsituation ergab, traf er immer die falschen Entscheidungen und ließ damit Chancen liegen, die man in so einem engen Spiel einfach nutzen muss. Antizipation? NULL! Ein gespür für gefährliche Situationen? Minus 100. Das ist wirklich gar nichts bislang. Wie er einen Marktwert von 10 Millionen Euro erlangen konnte, weiß er komplett zu verstecken. Note: 6
Alexander Røssing-Lelesiit (19, bis 14.): Bitterer Start: Er durfte beginnen, war aber nach dem Foul selbst früh raus und konnte sich gar nicht zeigen.
Fabio Baldé (20, ab 14., bis 68.): Für Baldé lief es maximal unglücklich. Zwar stimmte der Einsatz und er war in vielen Zweikämpfen präsent – aber offensiv blieb das extrem harmlos. Am Ende musste er nach nicht mal einer Stunde nach Einwechslung schon wieder runter. Ein Abend zum Vergessen. Note: 5
Rayan Philippe (25, ab 68.): Das war eine bodenlose Frechheit. Punkt. Wer bei einer Drei-gegen-eins-Situation so einen schlampigen Außenristpass spielt, obwohl ein Mitspieler komplett frei steht, der nimmt seinem Team den Sieg aus der Hand. Dieser eine Moment hat dem HSV zwei brutal wichtige Punkte geklaut. Ich weiß nicht, was er sich dabei gedacht hat – aber als Trainer würde ich ihn nach so einer Aktion erstmal aus dem Kader streichen. Und das Schlimmste: Es passt leider ins Bild seiner bisherigen Saison. Eine absolute Enttäuschung – und man kann nur hoffen, dass genau sowas am Saisonende nicht das Ding ist, das alles kaputt macht. Note: 6
Jean-Luc Dompé (30, ab 68.): Man sah, dass er aktuell nicht bei 100 Prozent ist. Er versuchte, Akzente zu setzen, aber die Explosivität fehlte und er konnte nicht so richtig den Unterschied machen, den man sich erhofft hatte. Note: 4
Robert Glatzel (32, ab 68.): Bei Glatzel muss man weiterhin abwarten, ob er die Hoffnungen als klassischer Knipser wirklich erfüllen kann. Gegen St. Pauli kam er jedenfalls überhaupt nicht zur Geltung – auch weil er teilweise 10, 15, 20 Meter in der eigenen Hälfte herumturnte und vorne im Strafraum kaum präsent war. Dort, wo er eigentlich gefährlich sein soll, hatte er praktisch keine Bälle und keine Szenen. So kannst du als Stürmer natürlich auch kein Spiel entscheiden.
Albert Sambi Lokonga (26, ab 88.): Kam zu spät rein, um noch auffällig zu werden oder bewertet werden zu können.
Merlin Polzin (35): Der Trainer bekam sein Team so eingestellt, dass der HSV den Gastgeber über weite Strecken wirklich im Griff hatte und das Spiel kontrollierte. Dass am Ende trotzdem wieder kein Sieg dabei rauskam, hatte nicht mit der Defensive zu tun, sondern mit der fehlenden Wucht und Konsequenz vorne. Er hat alles probiert, selbst den angeschlagenen Dompé gebracht - aber die Offensive hat es nicht sauber zu Ende gespielt. Mal wieder nicht. Bleibt nur zu hoffen, dass er intern mehr Druck auf seine Sportdirektion in Sachen personeller Nachbesserungen m acht, als er sich äußerlich anmerken lässt. Alles andere wäre fahrlässig… Note: 3
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