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Hrubesch macht es vor - der HSV muss sich runderneuern

Eines vorweg, damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Es wurden von uns heute keine Kommentare gelöscht. Dass sie trotzdem nicht erschienen sind, lag an einem…

Hrubesch macht es vor - der HSV muss sich runderneuern

Eines vorweg, damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Es wurden von uns heute keine Kommentare gelöscht. Dass sie trotzdem nicht erschienen sind, lag an einem automatischen Plug-In, dass am frühen Morgen installiert worden war. Den Fehler hat unser Admin Janik am Nachmittag dann beheben können. Danke dafür, Janik! Und dazu natürlich noch eine von Herzen kommende Entschuldigung an alle, deren Kommentare deshalb nicht erschienen sind. Bislang haben wir leider auch noch keinen Weg gefunden, an verschütt-gegangene Kommentare nachträglich ranzukommen. Aber: Wir arbeiten tatsächlich gerade jetzt in der Sommerpause vermehrt an den technischen Themen. Da kann sowas passieren.

Apropos Arbeit: Was hätte ich mich gefreut, wenn ich heute an dieser Stelle über das Relegationsspiel des HSV hätte berichten können.  Kann ich aber nicht, da dort Holstein Kiel auf der letzten Rille laufend dem 1. FC Köln gegenübersteht, während der HSV gerade wieder einmal einen neuen Trainer präsentiert hat und den gefühlt millionsten Neuanfang startet. Oder besser gesagt, starten wird, wenn Tim Walter aus dem Urlaub zurück ist und sich in Hamburg zusammen mit der sportlichen Leitung um die Kaderbesetzung kümmern wird. Dass Walter erst einmal in den Urlaub geht hat ein Geschmäckle. Es bedeutet aber längst nicht, dass sich Trainer und sportliche Leitung in den nächsten Tagen nicht austauschen. Dafür gibt es Handys. Und mit denen hat man nahezu überall auf der Welt Empfang.

Und es passiert natürlich auch schon einiges hinter den Kulissen. Sebastian Schonlau wurde bereits verpflichtet, Serdar Dursun hat bereits abgesagt – und mit dem Karlsruher Angreifer Philipp Hofmann war man vor der abgelaufenen Saison schon weit in den Gesprächen fortgeschritten – und ist es aktuell auch wieder. Zudem stehen für Sportvorstand Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel wichtige Gespräche mit Spielern aus dem aktuellen Kader an. Mit Aaron Hunt beispielsweise, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Ob der Ex-Kapitän bleibt oder nicht, das ist weiter offen.

Dass ich mir seinen Verbleib beim HSV sogar vorstellen könnte, hatte hier bei einigen zuletzt für Unverständnis gesorgt. Aber leider auch, weil einige dieser einigen nicht ganz bis zum Ende gelesen hatten. Denn bei mir wäre ein Verbleib von Hunt nur unter der Voraussetzung denkbar, dass er als Backup fungiert. Als Backup mit der Sonderfunktion, der Papa der Kompanie zu sein, speziell zudem als Ziehvater für einen Zehner, den es noch zu holen gilt. Ich würde Hunt von vornherein klarmachen, dass er vermehrt dadurch wichtig für die Mannschaft würde, indem er seine Erfahrung weitergibt und als Ansprechpartner der Youngster gilt. Ich würde ihm einen ausschließlich leistungsbezogenen Vertrag geben, der zum einen seine persönlichen Erfolge (Startelfnominierungen, Einsätze) sowie den mannschaftlichen Erfolg (Endplatzierung)  honoriert. Fakt aber ist: Hunt darf nicht mehr als „Säulenspieler“ auf dem Platz gelten. Denn der HSV muss sein Gesicht komplett  verändern. Dazu gehört es auch, die Hoffnungsträger/Führungsspieler der letzten Jahre auszutauschen, weil sie einfach nicht so funktioniert haben, wie es nötig gewesen wäre. Nicht umsonst wird Hunt von vielen als das „Gesicht des Niedergangs“ betitelt.

Denn genau das, was Horst Hrubesch gesagt hatte, muss in den nächsten Monaten als Leitbild fungieren: „Es gibt viele Dinge, die sich eingeschliffen haben. Es sind viele Leute, die schon viele, viele Jahren da sind, wo man sich hinterfragen muss, ob man immer in der richtigen Spur ist“, sagte er. Und damit meinte Hrubesch tatsächlich den gesamten HSV-Apparat. Unter anderem auch den Nachwuchsbereich, der personell gerade unter viel Brimborium umstrukturiert wird. Oder anders formuliert: Hrubesch fängt in seinem Bereich an, seine eigens formulierte Forderung umzusetzen – und er ist dabei alles andere als zimperlich.  Ob das alles richtig und gut ist kann ich ehrlich gesagt gar nicht beurteilen. Dafür habe ich die Wirkung der Aussortierten nicht detailliert genug vor Augen. Aber aus meiner komplett subjektiven Sicht ist Veränderung beim HSV zunächst einmal gut.

Ich werde am morgigen Donnerstag im Communitytalk sicher auch viele Fragen zu Tim Walter beantworten müssen. Daher belasse ich es dabei, morgen darauf einzugehen. Beschließen möchte ich den heutigen Blog aber mit einem, der dem HSV extrem geholfen hat: Simon Terodde. Denn der hat sich via Instagram vom HSV verabschiedet. Und das mit sehr passenden Worten, wie ich finde. „Für den Aufstieg und für ein halbwegs volles Volksparkstadion bin ich zum HSV gegangen. Leider ist beides nicht eingetreten. Im Sport gibt es Niederlagen, das war sicher eine große. Die letzten Wochen waren absolut enttäuschend. Jetzt gilt es langsam die Köpfe wieder hochzunehmen und weiterzumachen. Dieser Verein ist unglaublich, für mich war es etwas sehr besonderes das HSV-Trikot mit der Nummer 9 tragen zu dürfen.“ Schade, dass der HSV sich mit ihm nicht auf einen Verbleib einigen konnte – und andererseits gut, dass der HSV auch hier die Chancen hat, neue Wege zu gehen. Zum Beispiel mit einem Robin Meißner. 

In diesem Sinne, Kiel hat gerade mit 1:0 in Köln gewonnen – und ich drücke den Störchen für Sonnabend beide Daumen. Zum einen, weil ich sie mag. Und  zum anderen, weil Köln die Zweite Liga noch ein Stück weit interessanter machen würde. Ich frage mich ehrlich gesagt schon - unabhängig vom Ausgang der Relegation -, ob man nicht langsam die Anstoßzeiten der Ersten mit denen der Zweiten tauschen sollte…

Aber im Ernst: Euch allen einen schönen Abend!

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