Hoffentlich wird das bald besser...
Ich muss zugeben, dass es für jeden Trainer schwer wird, wenn er seit Jahren auf dem Podium dieselben Fragen beantworten muss. Und HSV-Trainer Tim Walter hat in den letzten…

Ich muss zugeben, dass es für jeden Trainer schwer wird, wenn er seit Jahren auf dem Podium dieselben Fragen beantworten muss. Und HSV-Trainer Tim Walter hat in den letzten Jahren sehr oft dasselbe gesagt. So auch heute. „Wenn wir Angst hätten, würden wir aufhören, Fußball zu spielen und den Laden dichtmachen“, sagte der 47-Jährige auf der heutigen Pressekonferenz, die im Verlauf abdriftete. Sicherlich getrieben von einem nicht besonders gut vorbereiteten Rundfunkkollegen, den Walter mit Nichtbeantwortung abstrafte. Eine Aktion, die Walter souveräner hätte lösen müssen. Zumindest sehe ich das so. Denn dem jungen Kollegen, der offensichtlich zum ersten Mal da war, war die Nervosität anzumerken.
Ehrlich gesagt wirkte die Pressekonferenz heute wie ein Sinnbild für das zunehmend festgefahrene HSV-Konstrukt. Personell hat der HSV allemal das Zeug dazu (um hier nicht von einem zwingenden Ziel zu sprechen), selbst dann aufzusteigen, wenn man nicht immer an seine 100 Prozent heranzukommen. Aber der HSV wird sein Image, etwas großspurig zu sein, nicht los, wenn der Trainer es weiter so befeuert. Denn Walter betonte zwar, dass man Siege gegen andere Teams nie voraussetzen darf. Egal gegen wen es geht. Aber abgesehen davon, dass er hier die Frage schlichtweg nicht verstanden hatte, konterkarierte er seine Aussage, indem er betonte, wie unwichtig für ihn der Blick auf die Gegner sei, weil man selbst der HSV sei und sich nur auf sein Spiel fkoussiere.
Die heutige PK war das beste Beispiel dafür, weshalb sich immer weniger Leute auf selbiger einfinden. Sie sind selten informativ und vermehrt Veranstaltungen, die verdeutlichen, wie unverändert viele Dinge beim HSV sind. Die einen freuen sich in solchen Zusammenhängen immer wieder darüber und loben das „endlich mal Konstanz beim HSV“. Ich persönlich sehe hier eher fehlende Reizpunkte, um eine notwendige Entwicklung zu erreichen.
Insbesondere jetzt vor dem dritten Spiel gegen einen Aufsteiger binnen drei Wochen sollte auch Walter wissen, dass es eben nicht reicht, immer dasselbe zu sagen und zu machen. So, wie er zuletzt mit einer stabileren Defensive überzeugen konnte, waren die Erfahrungen mit Neulingen gleichbleibend unerfreulich. Sowohl bei der SV Elversberg als auch beim VfL Osnabrück kassierten die Walter-Schützlinge jeweils eine 1:2-Niederlage. Und die Partie am Sonnabend wird zeigen, inwieweit Walter und sein Trainerteam die überfällige Lösung für das Bespielen der tief stehenden Mannschaften gefunden haben. Wie Walter das sieht? Der Coach setzt nach eigener Aussage vor allem auf die tägliche Arbeit auf dem Trainingsplatz. „Es gibt immer Dinge, die man tagtäglich verbessern kann“, sagte der Coach. Für das Spiel am in Wiesbaden, in dem der Trainer einen „tief stehenden Gegner“ erwartet, gelte das beispielsweise für die Ballgeschwindigkeit.
Weiterhin fehlen werden HSV-Kapitän Sebastian Schonlau und Anssi Suhonen (jeweils wegen einer Wadenverletzung). Dafür stehen Ludovit Reis (Infekt) und Jean-Luc Dompé (Muskulatur) wieder zur Verfügung. Ich persönlich bin sehr gespannt, ob Walter am Sonnabend in Wiesbaden einen Weg mit seiner Mannschaft findet, die vermeintlich „Kleinen“ zu bespielen. Es wird zweifellos allein schon wegen der Beobachtung, unter der neben der Mannschaft auch Walters Entwicklung beim HSV stehen muss, ein Spiel mit erhöhtem Druck.
In diesem Sinne, es ist heute leider wieder sehr spät geworden und ich bin müde. Trotzdem hoffe ich, dass Walter und sein Team am Sonnabend viele Gründe liefern, die eine Entwicklung andeuten oder gar unter Beweis stellen.
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