Hochverdiente 1:3-Niederlage in Braunschweig - dieser HSV wird immer schlechter
Wow! Es geht wirklich noch schwächer als in Elversberg und gegen Nürnberg. Und das, nachdem sich alle einig waren, woran es zuletzt gemangelt hat. Dass der HSV bei dem…

Wow! Es geht wirklich noch schwächer als in Elversberg und gegen Nürnberg. Und das, nachdem sich alle einig waren, woran es zuletzt gemangelt hat. Dass der HSV bei dem hochverdienten 3:1 für Eintracht Braunschweig heute planlos, kampflos und ideenlos unterging muss allen beteiligten die Augen öffnen! Denn eines ist klar: Dieser HSV 2024/25 spielt schlechter als in den letzten Jahren. Und das, obwohl man seinen Kader bei jeder Gelegenheit starkredet, indem man von der (zweifellos) verbesserten Breite sprichtAber: Was nützt die verbesserte Breite, wenn die Führungsspieler wie Schonlau, Meffert, Elfadli, Muheim und Selke so gnadenlos versagen und niemand der Mannschaft Leben einimpft? Was bringt der verbesserte Kader, wenn die Innenverteidiger samt zentral-defensivem Mittelfeld die langsamsten Spieler auf dem Platz sind? Was bringt die verbesserte Breite, wenn der Trainer dieses angeblich große Potenzial nur minimal aus der Mannschaft herauszuholen vermag? Genau: NICHTS!
Und genau DAS hat der HSV heute richtig gemacht: NICHTS. Gar nichts! Weder auf dem Platz noch daneben. Die Krönung: Baumgart wechselte Youngster Fabio Baldé in der 59. Minute ein und nahm ihn 20 Minuten später wieder runter. Weil er angeblich gelbrotgefährdet gewesen sei, so Baumgart anschließend. Und das macht diese peinliche Aktion noch schlimmer. Sich danach bei Baldé zu entschuldigen bringt dem Youngster gar nichts.
Aber diese Aktion war nur das i-Tüpfelchen auf der Blamage, für die sich jeder HSV-Spieler und -Verantworliche heute schämen sollte. Wobei, bevor ich das hier vergesse: Herzlichen Glückwunsch nach Braunschweig! Der Sieg für die Eintracht war hochverdient!
Die Einzelkritik:
Daniel Heuer-Fernandes: Wenn der Torwart der beste Mann ist, spricht das meist für eine Unterlegenheit der eigenen Mannschaft. Er hielt einen Elfer und musste trotzdem zweimal hinter sich greifen, weil seine Kollegen einfach grottenschlecht sind. Note: 3
Noah Katterbach: Was für ein dämliches Foul vor dem Elfer – was für ein Glück, dass er einen Heuer Fernands hinter sich hat. War auch sonst nicht auf der Höhe und brachte offensiv nicht viel zustande. Note: 5
Lukasz Poreba (ab 59.): Er traf, weil er einer der wenigen Spieler ist, der immer entschlossen ist, zu gewinnen. Das sieht manchmal wild aus, ist manchmal stumpf – aber in einer Mannschaft wie dem heutigen HSV ist es ein USP und eine Wohltat. Nach der Partie gegen Nürnberg und der Ansage, man brauche mehr Willen und Kampfbereitschaft wäre er für mich eine logische Option fürs defensive Mittelfeld. Note: 3
Lucas Perrin (bis 59.): Sein Tempodefizit wird noch mal zum Problem. Beim zweiten Gegentor zwar nicht auf der Höhe, aber dass sein Gegenspieler so an den Ball kommt, das war nicht zu erwarten. War nicht der schlechteste Hamburger in der Abwehr und wurde zum Opfer der restlichen Mannschaftsleistung. Note: 5
Fabio Baldé (ab 59., bis 80.): Er wird verheizt. Vom Trainer in so eine Phase eingewechselt zu werden ist (vom Trainer) schon diskutabel. Ihn dann aber nach 20 Minuten unter einem albernen Vorwand wieder runterzunehmen, das ist peinlich – für den Trainer. Denn so wird beim HSV mal wieder ein Talent verbrannt. Auch seinetwegen bekommt Baumgart heute die schlechteste Note von allen…
Bakery Jatta (ab 80.): Ohne Wirkung.
Sebastian Schonlau: Er sollte Sicherheit bringen, aber das schaffte er in der ersten Hälfte nicht. Im Gegenteil: Sein Pass auf Meffert vor dem 0:1 war unnötig – wenn ach nicht maßgeblich fürs Gegentor. Dass er danach aber null Chance gegen Philippe hatte, hängt mit seinem Tempodefizit zusammen, das immer wieder zum Problem. Zumal dann, wenn der Nebenmann (Perrin) genauso langsam ist. Alles kann man eben nicht über gute Partizipation lösen. Note: 6
Miro Muheim: Er spielt seinen Stiefel einfach so runter – mit Ausreißern nach unten. Seine Standards zündeten heute auch nicht. Note: 5
Jean-Luc Dompé: Wenn er gedoppelt wird, hat er mehr Probleme, als ihm lieb ist. Auch er geht aktuell mit unter. Und ohne seine spektakulären Eins-gegen-Eins- fallen auch seine defensiv dramatischen Unzulänglichkeiten doppelt auf. Note: 5
Jonas Meffert (bis 86.): So ein übler Patzer wie vor dem 0:1passiert ihm nicht oft – aber heute war er maßgeblich. Dass er sich auch beim zweiten Gegentor im Mittelfeld im Zweikampf so simpel düpieren ließ und beim dritten Gegentreffer Philippe nur begleitete, rundete seinen rabenschwarzen Abend ab. Note: 6
Marco Richter (ab 86.): Besser als Meffert.
Daniel Elfadli: Heute nicht existent. Keine Führung, kein Kampf, nichts. Dazu der Fehler vor dem 0:3 – schlimmer geht es nicht. Note: 6
Adam Karabec: Nach 28 Minuten wurde ich gefragt, warum Karabec nicht mitspielt – und ich war empört. Immerhin hatte er gerade wenige Sekunden vorher einen fatalen Fehlpass gespielt. Mehr Auffälliges brachte der Tscheche auch tatsächlich nicht zustande. Dass er über ein großes Talent verfügt, ist unstrittig. Die Frage ist nur, warum er es seit Monaten nur andeutet, aber nicht einbringt. Note: 6
Davie Selke: Sein schöner Pass auf Königsdörffer in den ersten Minuten hätte die Führung herbeiführen müssen. Aber danach kam gar nichts mehr von ihm. Bis auf eine dumme Gelbe Karte und ein Kopfball, den er an guten Tagen reinmacht. Note: 6
Ransford Yeboah Königsdörffer (bis 80.): Er hätte schon in der vierten Minute treffen müssen. Und obwohl er vergab, war er allein wegen seines Engagements bis zu seiner Auswechslung bester Offensivspier – was alles über die HSV-Offensive aussagt. Note: 4
Otto Stange (ab 81.): Besser als Selke. Viel besser.
Trainer Steffen Baumgart: Es ist schon erstaunlich, wie wenig man aus diesem Kader herausholen kann. Immer wieder zu betonen, wie viel Potenzial da ist, wie wichtig die Basics wie Kampf und Laufbereitschaft sind, und dann so eine Leistung bei einem schwachen Zweitligisten zu bringen – das muss man erstmal hinbekommen. Aber: es sollte auch ihm klarmachen, dass er hier auf dem besten Wege ist, krachend zu scheitern. Seine peinliche Aktion mit Baldé mit Gelbrot-Gefahr zu begründen ist dramatisch. Baumgart hat die Kontrolle komplett verloren. Dazu null Gesamtentwicklung seit Monaten und eine abfallende Leistungskurve aktuell – die Trainerdiskussion hat spätestens jetzt (zurecht) begonnen. Note: 7
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