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Hinten ist der HSV top aufgestellt! Und: Jattas Zukunft ist offen

Es wird ernster, als es viele noch vor ein paar Wochen vermutete hatten. Hier hatte ich mehrfach gefragt, was denn mit Bakery Jatta los ist. Nach dessen verletzungspause ist er…

Hinten ist der HSV top aufgestellt! Und: Jattas Zukunft ist offen

Es wird ernster, als es viele noch vor ein paar Wochen vermutete hatten. Hier hatte ich mehrfach gefragt, was denn mit Bakery Jatta los ist. Nach dessen verletzungspause ist er nicht nur nicht einmal an seine Leistungsgrenze gekommen. Schlimmer noch: Er spielte bei keinem seiner Einsätze auch nur ansatzweise zufriedenstellend. Immer wieder fragte ich auch hier, ob mit ihm außerhalb des Platzes irgendwas nicht stimmen würde, weil er eine Körperspannung hatte wie ein Regenwurm. Körpersprache? Null! Kein tempo, kein Kampf – gar nichts. Und jetzt soll es im Trainingslager zum Krisengipfel kommen. Ergebnis: Gänzlich offen. Bis hin zum Verkauf. 

Und das, nachdem der Vertrag des Gambiers, der bei seiner eigenen Hochzeit remote zugeschaltet worden war, gerade erst bis 2029 verlängert worden ist. Nicht wenige sagen jetzt: gerade deswegen! Aber das glaube ich nicht. Denn Jatta selbst ist nicht der Typ dafür, kalkulierend zu agieren. Aber, vorstellbar ist für mich, dass er nach all dem Theater um seine Person durch seine Formkrise einfach immer tiefer ins Delta rutscht und selbst nicht mehr rausfindet.

Klar ist auch, dass bei Jattas Vertragsverlängerung sehr viel Emotionalität mit im Spiel war. Jatta gilt al Publikumsliebling, seine Geschichte liest sich gut – und er identifiziert sich stark mit dem HSV, wie die meisten Fans mit ihm. Als Mensch wohlgemerkt, denn fußballerisch ist Jatta seit jeher grenzwertig. Denn die Voraussetzungen bei Jatta sind denkbar einfach: Jattas Spiel basiert auf Physis, auf seinem Tempo und seinem Willen, diese Laufstärke immer wieder im Vollsprint anzubieten.

Jattas Vertragsverlängerung und die Formkrise

In diesem Bereich ist er absolut oberste Kategorie, während seine Qualitäten am Ball denen eines ordentlichen Oberliga-Amateurs entsprechen. Wobei, nein! Ganz ehrlich gesagt, sehe ich selbst dort viele Spieler, die deutlich besser sind als Jatta – aber eben nicht so laufen können. Soll heißen: Bietet Jatta seine Laufstärke an und nutzt sie fürs Team, kann er dem HSV sehr helfen. Bietet er sie – wie seit Wochen - nicht an, ist er indes untragbar für ein Profiteam. So, wie aktuell. Und darüber muss man sprechen. Deshalb das Treffen zwischen Jatta und dem Trainerteam sowie Stefan Kuntz, der sich das sicher mit anhören wird.

Ich will und werde den Stab über Jatta nicht brechen, weil ich dabei bleibe, dass er dem HSV helfen kann. Wie ich es immer geschrieben habe, ist Jatta für mich ein Spieler, den ich mitnehmen würde, solange er bereit ist, an seine Grenzen zu gehen. Denn das MUSS er, wenn er einen sportlichen Mehrwert bieten will. Jatta ist ein Arbeiter, kein Talent. Und bis vor kurzem hat er das auch immer so gelebt. Deshalb war seine Vertragsverlängerung für mich in der Länge zwar überraschend und sogar fragwürdig, aber an sich nachvollziehbar, solange er finanziell entsprechend seinem Talent entlohnt wird.

Aber Jatta sollte hier eigentlich gar nicht das Thema sein, sondern die Keeper und die restlichen Defensivspieler um Sebastian Schonlau herum. Und denen widme ich mich heute. 

Bakery Jattas Zukunft könnte sich in Belek verändern. Foto: WITTERS

Angefangen mit der On-Off-Story von Matheo Raab, der beim HSV durch seine Lungenentzündung zu Saisonbeginn seinen gerade erst erkämpften Platz zwischen den Pfosten wieder an Daniel Heuer Fernandes abgeben musste, bis dieser verletzt ausfiel. Aber diese drei – durchaus ordentlichen – Spiele blieben die einzigen neben dem DFB-Pokal in der bisherigen Saison.

Raab hat Verletzungspech - und jede Menge Potenzial

Aktuell kuriert Raab einen handbrich aus und wird dementsprechend noch eine ganze Weile darauf warten müssen, überhaupt wieder konkurrenzfähig zu sein. Ihm eine Note zu geben ist schwer, aber es geht. Denn Raab hat deutliche Qualitäten, aber auch erkennbare Mängel gezeigt. Auf der Linie ist er bärenstark, für mich der beste HSV-Keeper. Auch im Eins-gegen-Eins ist er top. Die Strafraumbeherrschung, hohe Bälle und das Spiel mit dem Ball sind allerdings Themen, die Raab verbessern muss. Denn, obwohl seine Strafraumbeherrschung schon etwas besser geworden ist, seitdem er konsequenter und mutiger spielt, ist diese noch eine Schwäche. Insgesamt bewerte ich also weniger die drei Spiele in der Liga und die im Pokal, sondern vielmehr seinen aktuellen Leistungsstand mit der Note: 3. Wenn ich das Potenzial indes bewerten soll, sehe ich bei Raab noch viel mehr. Immer mit der Einschränkung, dass er Strafraumbeherrschung und hohe Bälle zweifellos lernen kann, fußballerisch aber deutlich besser werden muss. Denn nicht nur der HSV setzt auf einen mitspielenden Keeper.

Anders gestaltet sich das bei Daniel Heuer Fernandes, der auf der Linie ebenso stark ist wie am Ball. Bei hohen Bällen und der Strafraumbeherrschung ist er deutlich besser geworden. Aber hier hat er noch Luft nach oben. Im Laufe dieser Saison war Heuer Fernandes konstant. Wenig Fehler, viele gute Spiele – wenige überragend. Note: 2,5.

Raab, Heuer Fernandes, Mickel, Hermann - der HSV hat kein Torwartproblem

Der HSV kann sich glücklich schätzen, zwei Keeper dieser Qualität zu haben.  Auch deshalb sehe ich den Schritt, im Winter keinen neuen Keeper zu holen, als richtig an. Zumal man mit Tom Mickel einen erfahrenen, starken Keeper in der Hinterhand hat und parallel hierzu, wie beispielsweise jetzt im Trainingslager, auf sehr talentierte Nachwuchskeeper wie Dennis Hermann zurückgreifen kann. Ergo: Auf der Torwartposition ist der HSV auf Zweitligaebene bestens aufgestellt.

Das ist in der Innenverteidigung anders.  Auf die sowie auf die Außenverteidiger werde ich morgen genauer eingehen. Bis dahin noch der Hinweis, dass das Spiel des HSV am Montag um 11.30 Uhr live übertragen wird. Wer also Lust und vor allem die Zeit dazu hat, kann dies morgen via HSVtv oder auch auf dem Youtube-Kanal des HSV machen! Ob Jean-Luc Dompé schon mitspielen kann, ist offen. Aber angesichts der Tatsache, dass der Franzose erst heute nach auskurierter Krankheit am Abend in Belek eingetroffen ist.

In diesem Sinne, bis morgen! Dann mit den Verteidigern sowie den Eindrücken aus dem ersten Testspiel 2025 gegen Drittligist Alemannia Aachen. 

Bis dahin!

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