Hilfloser HSV verliert gegen Paderborn. Wer es jetzt noch nicht sieht, will es nicht sehen...
Es wird enger. Tabellarisch auf der einen Seite, sportlich seit längerem – und jetzt auch für den Trainer? Nach der ersten Heimniederlage gab es im erstmals diese Saison nicht…

Es wird enger. Tabellarisch auf der einen Seite, sportlich seit längerem – und jetzt auch für den Trainer? Nach der ersten Heimniederlage gab es im erstmals diese Saison nicht mehr ausverkauften Volksparkstadion Pfiffe für die Mannschaft. Und das nicht, weil man „nur“ sieben der acht Heimspiele gewonnen hat. Vielmehr ist es die Reaktion auf einen Trend, den Trainer Tim Walter zuletzt mit Sätzen wie „aber wir sind immer noch Tabellenzweiter“ versuchte, kleinzureden. Auch das so gern genommene „Spektakel, das das Stadion immer vollmacht“ gab es heute beim 1:2 gegen den SC Paderborn nicht zu sehen. Im Gegenteil. Diesem HSV ist die Hilflosigkeit so deutlich anzusehen, dass man behaupten muss: Wer das Problem mit dem Walter-Fußball jetzt nicht sieht, der will es nicht sehen.
Walter selbst versuchte selbstverständlich trotzdem, Optimismus zu versprühen: „Es war eine sehr unglückliche Partie. Wir sind gut ins Spiel gekommen, aber geben die Führung dann durch individuelle Fehler leichtfertig aus der Hand. Dennoch werden wir wieder aufstehen und weiter hart für unser Ziel arbeiten.“ Was soll Walter auch noch sagen? Seit zweieinhalb Jahren sind die Saisonverläufe identisch. Es gibt immer Phasen, die überzeugend wirken, aber trügerisch sind. Denn Konstanz gibt es beim HSV nur personell. Sportlich wackelt die Mannschaft immer wieder mit dem immer gleichen Fußball. Auch heute wirkte der HSV gewillt – aber wie so oft, wenn es nicht läuft, auch völlig hilflos. Kapitän Schonlau nach dem Spiel: „Wir kommen gut ins Spiel. Haben dann aber das Spiel aus der Hand gegeben und sind am Ende selber Schuld, dass wir den 8. Heimsieg in Folge verpassen.“
Spielerisch war man nicht in der Lage, den Gegner zu gefährden, mal abgesehen von einem Schuss von Benes und einer verunglückten Jatta-Flanke. Am Ende reichte Paderborn ein Torschuss und ein Ausrutscher, um in Hamburg relativ ungefährdet drei Punkte zu entführen. Der HSV seinerseits wirkte nicht überzeugt von sich. Defensiv war man wenig gefordert und doch überfordert. Und offensiv kam nichts. Weder über die schwachen Außen (Jatta und Öztunali sowie später Königsdörffer), noch durchs Zentrum. Mittelstürmer Robert Glatzel hatte kaum Aktionen und von der Bank konnte Walter auch keine Verbesserungen herbeiführen, weil Andras Nemeth beispielsweise überhaupt gar nicht ins Spiel fand. Schade, dass der junge Angreifer weiterhin nicht über Ansätze hinauskommt.
Am Ende steht eine verdiente Niederlage und der (noch) dritte Tabellenplatz, der bei einem Sieg der Düsseldorfer auch weg wäre. Oder anders formuliert: Nach rund der halben Saison steht man nicht auf einem direkten Aufstiegsplatz. Leider sogar zurecht. Im Vergleich zur Vorsaison ist man sogar drei Punkte schlechter geworden, obwohl man sich im Sommer nach eigener Überzeugung auf den Positionen verstärkt hat, die in der letzten Saison für Scheitern im Aufstiegskampf maßgeblich waren. Einzig in Sachen Taktik und verantwortlichem Personal hat man nichts verändert. Man bleibt bei sich. Und das ist fahrlässig.
DIE DATEN ZUM SPIEL:
HSV: Heuer Fernandes - Van der Brempt (46. Oliveira), Ambrosius (53. Hadzikadunic), Schonlau, Muheim - Poreba (74. Nemeth), Pherai (79. Heyer), Benes - Jatta, Glatzel, Öztunali (74. Königsdörffer)
SC Paderborn Boevink - Heuer, Kinsombi (79. Schuster), Musliu - Hoffmeier, Hansen (34. Klefisch), Klaas (79. Müller), Obermair - Muslija (70. Grimaldi), Ansah (70. Conteh), Bilbija
Tore: 1:0 Benes (11.), 1:1 Bilbija (21.), 1:2 Ansah (62.)
Zuschauer: 52.244
Schiedsrichter: Christian Dingert
Gelbe Karten: Benes, Heyer / Heuer
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: Muheim (78., Notbremse) / Bilbija (69., grobes Foulspiel)
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