Heute nur Fußball: HSV reist zu Hansa Rostock
Das Spiel gegen den HSV ist für Hansa Rostocks Sportvorstand Martin Pieckenhagen besonders. „Grundsätzlich ist es immer etwas anderes, wenn man gegen einen Verein spielt, wo…

Das Spiel gegen den HSV ist für Hansa Rostocks Sportvorstand Martin Pieckenhagen besonders. „Grundsätzlich ist es immer etwas anderes, wenn man gegen einen Verein spielt, wo man früher selbst aktiv war“, sagte der 51-Jährige 18 Jahre nach seinem letzten Auftritt als Keeper des HSV. Insgesamt 100-mal stand der heutige Rostocker zwischen 2001 und 2005 für den HSV in der Bundesliga im Kasten. Schon deshalb sei es für ihn alles andere als ein ganz normales Zweitligaspiel.
Eine Partie, bei der die Vorzeichen unterschiedlich wie in der Vorsaison sind. Die Rostocker versuchen, sich im zweiten Jahr nach ihrer Rückkehr in der 2. Bundesliga zu etablieren. Der HSV will in diesem Jahr diese Liga gen Erste Bundesliga endlich wieder verlassen. Aber der HSV ist gewarnt, nachdem man das Hinspiel im Volksparkstadion etwas überraschend verloren hatte. Auch deshalb erwartet HSV-Trainer Tim Walter, der heute wieder das Abschlusstraining leitete, „einen ganz heißen Kampf“ in Rostock, wo das Stadion mit 26.000 Zuschauern seit einer Weile schon ausverkauft ist.
Walter will und wird am Sonntag auf seine zuletzt bewährte Startelf setzen. Davon ist auszugehen. Mit einer Ausnahme vielleicht, da Laszlo Benes startklar ist und zuletzt nach seiner Einwechslung gegen Braunschweig zu überzeugen wusste. Er könnte für den (auf zugegebenermaßen auch für ihn ungeeigneter Position) dazu im Gegensatz wenig überzeugenden Ransford Königsdörffer in die erste Elf rotieren. Aber ansonsten scheint alles zu bleiben, wie es zuletzt war. Das bedeutet für die Neuen, dass sie wohl erneut von der Bank aus kommen.
Also auch der mit vielen Erwartungen verpflichtete Francisco Montero, der aktuell das Nachsehen hinter Jonas David hat – der wiederum ein ordentliches Spiel gegen Braunschweig gemacht hatte. Tim Walter sieht es in seinem Spielsystem begründet, den Neuen einfach noch mehr Eingewöhnungszeit zu geben. „Unser Spiel ist etwas diffiziler, fluider, mit vielen Rotationen. Das Eingliedern für Neue ist daher vielleicht mitunter etwas schwieriger.“ Gerade für Innenverteidiger.
Sorgen, die man durchaus als Luxusprobleme bezeichnen kann. Gerade im Vergleich zu einer Mannschaft wie Hansa Rostock. Die stehen vor dem 19. Spieltag auf einem unerwartet guten neunten Tabellenplatz. Aber bis zu einem Abstiegsplatz sind es auch nur drei Punkte Rückstand zum Abstiegsrelegationsrang. „Wir führen gerade die Mannschaften an, die gegen den Abstieg spielen“, sagt Pieckenhagen. Nach oben in der Tabelle gebe es ein großes Loch. „Für uns geht es darum, in den restlichen Spielen so schnell wie möglich die Punkte einzusammeln, die wir brauchen."
Das Anfangsprogramm von Hansa in der Rückrunde hat es allerdings in sich. Aich aus Sicht des HSV. Denn in den ersten vier Spielen des Jahres treffen die Mecklenburger auf die ersten drei Mannschaften der Hinrunden-Tabelle. Gegen den Tabellendritten 1. FC Heidenheim gab es letzte Woche ein 0:2, jetzt kommt der Zweite HSV. Und mit einem Spiel dazwischen (in Bielefeld) geht es in zwei Wochen zuhause gegen den sehr souverän wirkenden Tabellenführer Darmstadt 98.
„Wir wissen, wie hart das Anfangsprogramm ist, wenn man auf die Namen schaut und den entsprechenden Tabellenplatz dahinter“, sagt Pieckenhagen, der den HSV weiter als festen Aufstiegskandidaten sieht. „Der HSV probiert es ja seit dem einen oder anderen Jahr. In diesem Jahr sind sie zu diesem Zeitpunkt auch wieder nah dran wie in den Jahren zuvor“, meinte Pieckenhagen, der vor dem direkten Duell nicht zu viel Lob verteilen wollte. „Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Qualität und der damit zusammenhängenden sportlichen Qualität, glaube ich, werden sie bis zum Schuss ein gewichtiges Wort um den Aufstieg mitreden.“
Hoffen wir mal, dass es so ist, denn Darmstadt tritt aktuell schon so souverän auf, dass man auf deren Ausrutscher (noch) nicht setzen sollte. Heidenheim patzte zwar beim 0:2 in Braunschweig – dafür kommen die schon im Volkspark sehr stark auftretenden Lauterer langsam, aber sicher in Fahrt. Sechs Siege, drei Remis und nur eine Niederlage aus den letzten zehn Spielen – da scheint mein Kicker-Kollege recht zu haben. Denn der sagte mir beim HSV-Spiel gegen Braunschweig voraus, dass der FCK dem HSV bis zum Ende der Saison noch Probleme machen werde.
Der HSV hat noch alles in der eigenen Hand
Aber: Noch hat der HSV alles selbst in der Hand. Und das ist die bestmögliche Ausgangssituation. Dazu hat man einen Kader, den man im Winter noch einmal qualitativ und quantitativ verstärken konnte. Also nominell ist alles auf Aufstieg ausgerichtet – und das wollen wir morgen auch spielerisch umgesetzt sehen. Wir, damit meine ich neben meinen MVP-Kollegen Flo, Joscha und Janik auch unsere beiden ersten Gäste auf der Holsten-Auswärtscouch: Marina Steinborn (HSV-Model) und Stadionsprecher Christian „Stübi“ Stübinger.

Wir freuen uns auf Euch!!
Scholle
P.S.: Kühne, dessen Gesandten, die Kleinaktionäre, den AR, das Präsidium und alle anderen Gremien lasse ich heute ganz bewusst aus.
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